„Schandfleck wird endlich beseitigt“ Mittwoch wird die Hasberger Flüchtlingsbaracke abgerissen

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„Als Schande von Hasbergen“ wurde diese Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg vor drei Jahren beschrieben. Nun zeigt sich die Gemeinde erleichtert, dass diese Unterkunft am Mittwoch endlich abgerissen werden kann. Archivfoto: Gert Westdörp„Als Schande von Hasbergen“ wurde diese Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg vor drei Jahren beschrieben. Nun zeigt sich die Gemeinde erleichtert, dass diese Unterkunft am Mittwoch endlich abgerissen werden kann. Archivfoto: Gert Westdörp

Hasbergen. Vor drei Jahren hatte der Vorsitzende des Hasberger Familienausschusses Ubbo Weerts (SPD) gemeinsam mit unserer Redaktion die Flüchtlingsbaracke am Eisenbahnweg besucht und die Zustände als eine „Schande für Hasbergen“ beschrieben. Am Mittwoch wird die Baracke laut der Abbruchfirma Heitbrink abgerissen.

Der 75-jährige Weerts hatte 40 Jahre als Bewährungshelfer gearbeitet und nach dem Besuch in der dunklen Holzbaracke konstatiert: „Die Gefängniszellen in Vechta und Lingen sind besser ausgestattet.“ Ende April 2015 hatten die Hasberger Ratsfraktionen beschlossen, die Unterkunft wegen des desolaten Zustands zu schließen. Dennoch dauerte es fast drei Jahre, bis dieser Beschluss umgesetzt werden konnte, weil die Hüggelgemeinde auf den starken Zustrom von Flüchtlingen in 2015 und den Folgejahren reagierte und die Baracke somit vorerst als Notunterkunft behielt.

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„Schön, dass der Schandfleck endlich beseitigt werden kann“

Jetzt sagt Weerts, der auch Mitglied des Hasberger Flüchtlingsforums ist: „Ich freue mich, dass es nun soweit ist und dieser Schandfleck endlich beseitigt werden kann, um etwas Neues entstehen zu lassen.“

Die Gemeinde hat für die nun vorgesehene neue Wohnanlage für Asylbewerber und Obdachlose an derselben Stelle etwa 300.000 Euro vorgesehen. Dafür soll ein neues Holz-Modulhaus von der Gemeinde Schüttorf erworben und bis zum Sommer an der Eisenbahnstraße aufgebaut werden. Das Gelände am Eisenbahnweg steht der Gemeinde ohnehin für die nächsten 30 Jahre in Erbpacht zur Verfügung, sodass dort nach dem Abbruch der alten die neue Unterkunft platziert werden soll.

Modulhaus mit Platz für 18 Personen

Das Modulhaus bietet auf einer Fläche von 345 Quadratmetern 18 Personen Platz und kann gegebenenfalls erweitert werden. Das Flüchtlingsforum legte im Vorfeld Wert darauf, dass das Modulhaus über zwei Wohntrakte und einen überdachten Zwischenraum verfügen soll. Die Bodenplatte der neuen Unterkunft wird somit größer als die der alten Holzbaracke.

Bürgermeister Holger Elixmann gibt sich erleichtert, dass „das Thema, das uns so lange beschäftigt hat, nun abgeschlossen werden kann“. Mit dem neuen Modulhaus sei Hasbergen „unter normalen Bedingungen für die Zukunft hervorragend aufgestellt.

Da die „Rothenburg“ mit 23 Plätzen im Sommer nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, wäre es ideal, wenn die neue Unterkunft zum selben Zeitpunkt bezugsfertig sei.

Der Geschäftsführer des niedersächsischen Flüchtlingsrats, Kai Weber, hatte die Gemeinde Hasbergen im April 2015 aufgefordert, seine Flüchtlinge dezentral, also in Wohnungen, unterzubringen. „Gemeinschaftsunterkünfte haben schon historisch die Funktion der Abschreckung von Asylbewerbern“, hatte Weber im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt.

Auch die Gemeinde hatte danach über die eigene Homepage und unsere Zeitung einen Aufruf an die Hasberger gestartet, Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten, doch die Resonanz war nicht ausreichend, um alle Geflüchteten in Wohnungen unterbringen zu können. Daher soll „der Schandfleck am Eisenbahnweg“ nun durch das neue Holz-Modulhaus ersetzt werden.


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