Konzert in der Töpferei Niehenke The Silverettes: Soul und Dreck am Hüggel

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Jane, Ira und Nina sind The Silverettes. Begleitet von einer starken Backingband brachten die drei Sängerinnen den Besuchern in der Töpferei Niehenke am Samstag Rock´n´Roll. Foto: Markus StrothmannJane, Ira und Nina sind The Silverettes. Begleitet von einer starken Backingband brachten die drei Sängerinnen den Besuchern in der Töpferei Niehenke am Samstag Rock´n´Roll. Foto: Markus Strothmann

Hasbergen. Am Samstag spielten The Silverettes in der Töpferei Niehenke: Drei Sängerinnen mit gutem Draht zu altem Rock´n´Roll, den sie auf ihre Weise interpretieren: „Whole Lotta Shakin Goin On“.

Die ausgeklügelte Optik inklusive der Retro-Mikrofone machte einen höchst adretten Eindruck, aber das lenkte nicht davon ab, dass die Silverettes musikalisch ein ziemliches Brett fahren. Das Fundament besteht schon eindeutig aus Rockabilly, aber mit Betonung auf der ersten Silbe. Nicht im Sinne von dominanter E-Gitarre, aber die Rhythmusgruppe bringt einen rockabilly-untypischen Knüppelfaktor mit. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass das genau der Sound ist, den sich die „Real Rock´n´Roll Chicks“ von ihren Musikern wünschen.

Drei gut aussehende, gut klingende Sängerinnen mit starker Backingband bringen „Rollin And Tumblin“, „Train Kept A-rollin“ und „Have Love, Will Travel“: kein Wunder, dass das funktioniert. Die Frontfrau unter den Frontfrauen ist Ira: sie steht in der Mitte und hat den größten Anteil am Leadgesang - und auch wenn alle Silverettes gesanglich voll überzeugten, würde man sich wohl für ihre Stimme entscheiden, wenn man sich eine aussuchen müsste. Der meiste Soul, der meiste Dreck.

Über Hintern

Die Plaudereien zwischen den Songs kamen sympathisch rüber, oft auch witzig. „Wer würde denn von sich selbst behaupten, dass er einen richtig süßen Hintern hat?“, fragte Ira, um das Stück „Sweet Butt“ einzuläuten. Herrlich, wie die Mädels den folgenden Fremdscham-Moment auskosteten. Denn so verwegen - oder betrunken - war keiner der Anwesenden, dass er sich darauf gemeldet hätte. Aber eine Kompromisslösung war schnell am Start: der Song ging raus an den Hintern von Silverette Jane.

Bei der Ballade „Hey, hey, hey“ zeigten die drei, dass sie den schmachtenden Popgesang genauso gut drauf haben wie den rauhen Rockhals. Aber die Leute waren sichtlich da, um Rock´n´Roll zu hören, den sie ja auch reichlich bekamen.

Aber erst bei „Whole Lotta Shakin Goin On“, dem letzten Song des regulären Sets, riefen die Silverettes zum Tanzen auf. Alle machten sofort mit: hätte man auch deutlich früher machen können.

Pinke Horrorschlüpfer for sale

So hübsch wie die Haarbänder von Nina, Ira und Jane, so potthässlich sind die pinken Schlüpfer mit Bandlogo, die es am Merchandise-Stand unter Bernd Niehenkes Schinkenkeule zu kaufen gab. Wenn es in dieser Welt Unterwäsche gibt, die einen schon eingeleiteten One Night Stand auf den letzten Metern noch versauen kann, dann diese: Karneval für untenrum. Da schien es sinnvoller, das mitgebrachte Geld in ein Album der Silverettes zu investieren, oder auch gleich in zwei. Vielleicht war das ja genau der Gedanke hinter den pinken Horrorschlüpfern.


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