Einblick in die Kultur Surinams Weltgebetstag der Frauen in Hasbergen

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Der Weltgebetstag der Frauen wurde in der Hasberger Christuskirche mit einem ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Foto: Swaantje HehmannDer Weltgebetstag der Frauen wurde in der Hasberger Christuskirche mit einem ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Foto: Swaantje Hehmann

Hasbergen. Am ersten Freitag im März ist Weltgebetstag der Frauen. 2018 haben ihn Frauen aus Surinam vorbereitet. Eine Millionen Christen auf der ganzen Welt beten mit. Auch in Hasbergen.

„A heri gron tapu di Gado“, klingt es etwas zögerlich in der evangelischen Christuskirche in Hasbergen. Etwa 70 Frauen und zwei oder drei Männer kämpfen sich durch die unbekannten Laute. Sie singen auf Sranan. So gut wie niemand hier hat den Namen dieser Sprache je gehört. Dabei ist Sranan die Sprache eines Landes, das immerhin halb so groß ist, wie Deutschland. Allerdings leben darin nur ungefähr so viele Einwohner, wie in Bremen. Das Land heißt Surinam – und viele hier haben auch davon noch nie gehört. Surinam in Südamerika, nördlich von Brasilien, ehemalige niederländische Kolonie, erst seit 1975 unabhängig; die Hauptstadt Paramaribo liegt an der Atlantikküste, 94 Prozent des Landes bestehen aus tropischen Regenwald. All das und noch viel mehr erfahren die Hasbergerinnen in diesem Gottesdienst.

Länderkunde und Gebet

„Es ist immer wieder spannend, durch den Weltgebetstag der Frauen neue Länder kennenzulernen“, sagt Karin Landeck später, während sie das landestypische Kürbisgemüse umrührt, und viele andere bestätigen sie. Kuba, Malaysia, Papua-Neuguinea – überall dort waren die Frauen in den vergangenen Jahren, zumindest in Gedanken und im Gebet. Und sie erleben keine touristische Reiseführung mit Urlaubsfeeling. „Es sind ganz oft Frauen aus armen Ländern, die den Weltgebetstag vorbereiten“, sagt Marlene Driemeyer, die schon oft dabei war. „Etwas über sie und ihre Probleme zu erfahren, ist immer interessant.“

Zu den Problemen von Surinam, dem artenreichsten Land der Erde, gehört vor allem die Umweltzerstörung. In Surinam gibt es Gold – und für den Abbau braucht man große Mengen Quecksilber, das wiederum das Grundwasser vergiftet. Außerdem holzen große Konzerne den Regenwald ab, Artensterben ist die Folge. Wohl deshalb haben die Frauen aus Surinam dem Gottesdienst den Titel „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ gegeben. Sehr gut gemacht, aber nicht gut verwaltet. „Sie haben als biblische Lesung die Schöpfungsgeschichte herausgesucht“, sagt Diakonin Elvira Schoof vom ökumenischen Vorbereitungsteam. „Dort steht, dass Gott den Menschen die Fürsorge für die Schöpfung anvertraut hat. Das ist natürlich auch für uns hier aktuell.“

Erdnusssuppe und Ingwerbier

Doch auch wenn der Gottesdienst Ernsthaftes bereithielt – problembeladen muss niemand nach Hause gehen. „Die Musik war so rhythmisch, so fröhlich“, sagt Marlene Driemeyer, die in dem kleinen Chor gesungen hat. Das machte genauso gute Laune wie das anschließende surinamische Essen, das im Gemeindehaus gereicht wird. Erdnuss-Suppe, Bami-Goreng, Chili-Dip, Kokos-Pudding, Ingwer-Bier und andere Köstlichkeiten stehen bereit. So abwechslungsreich wie die kulturell extrem gemischte Bevölkerung Surinams. „Wir waren zu fünft im Januar bei einem Vorbereitungstreffen in Osnabrück“, erzählt Diakonin Elvira Schoof. „Da wurden einige Rezepte vorgestellt und wir konnten alles probieren.“ Manches, sagt sie, ging gar nicht. Anderes wurde übernommen oder für deutsche Geschmäcker variiert. „Den Kokos-Kuchen haben wir dreimal ausprobiert, aber jetzt ist er lecker.“ Klingt nach viel Arbeit, aber Elvira Schoof beschwert sich nicht. „Es gibt in der katholischen und evangelischen Gemeinde viele Frauen, die jedes Jahr wieder mithelfen“, sagt sie. „Dieses Jahr habe ich außerdem drei Frauen angesprochen, die noch nie dabei waren – und sie haben alle Ja gesagt.“ Andere Länder kennenlernen, in anderen Sprachen singen, nach anderen Rezepten kochen und ökumenisch miteinander beten. In dem Wissen, dass genau diese Gebete genau jetzt rund um die Welt gehen – das ist das Geheimnis des Weltgebetstags der Frauen.


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