Mehrheit für neuen Bebauungsplan Neue Mitte Hasbergen soll bis 2021 gebaut werden

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Hasbergen. Bei planmäßigem Verlauf wird die Neue Mitte Hasbergen bis zu Beginn des Jahres 2021 und somit noch in dieser Legislaturperiode gebaut. Das sagte der Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft der Münsteraner Architekten Kuckert, Burhoff und Abdelkader (KuBA), Christian Kuckert, im Hasberger Bauausschuss am Montagabend.

Mit viel Pathos stellte Kuckert das Projekt im bis auf den letzten Platz besetzten Ratssitzungssaal vor: „Wir wollen Bürgerstolz erzeugen.“ Er sagte, dass die Architekten die Verantwortung spüren und sie dieses Projekt daher auch „nicht diktatorisch durchziehen“, sondern mit den Bürgern zusammen umsetzen wolle. Klaus Burhoff wird dabei für die Ausführungsplanung, Magdi Abdelkader für die Ausschreibungen und die Bauleitung und Christian Kuckert für die Projektleitung verantwortlich sein. KuBA sei aus drei Architekturbüros zu einem großen, leistungsfähigen Büro mit insgesamt 25 Mitarbeitern gewachsen. Die Kostenentwicklung möchte KuBA im Griff behalten und stets transparent darstellen.

( Weiterlesen: „KuBA“-Architekten aus Münster gestalten Neue Mitte Hasbergen)

Den idealen weiteren Zeitplan beschreibt Kuckert wie folgt: Nach einer zehnmonatigen Planungszeit kann Anfang 2019 der Rohbau ausgeschrieben werden. Der Spatenstich für die Neue Mitte ist bei perfektem Verlauf Mitte 2019 und die Fertigstellung bis Anfang 2021 vorgesehen.

Nur noch 30 Quadratmeter für Volksbank vorgesehen

Da die Volksbank im neuen Gebäude nach eigenen Angaben aber nun keinen persönlichen Kundenservice, sondern nur noch Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker anbieten will, wird der für die Bank vorgesehene Bereich doch kleiner ausfallen. Die Bauamtsleiterin Margarete Bensmann wies darauf hin, dass die Volksbank nicht wie ursprünglich geplant über 141 Quadratmeter, sondern nur noch über 30 Quadratmeter im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes an der Tecklenburger Straße verfügen wird. Wie die noch zur Verfügung stehenden rund 110 Quadratmeter genutzt werden können, die eigentlich für die Volksbank vorgesehen waren, ist aktuell noch fraglich.

908 Quadratmeter großes Rathaus, 423 Quadratmeter großes Bürger- und Dienstleistungszentrum

Das Rathaus soll eine Nutzfläche von 908 Quadratmetern haben, das Bürger- und Dienstleistungszentrum eine Fläche von 423 Quadratmetern. Zudem ist eine Vereinsgeschäftsstelle mit 25 Quadratmetern geplant. Über eine Verbindungsbrücke ist das zweite Verwaltungsgebäude, in dem auch das Standesamt vorgesehen ist, angeschlossen. Wo aktuell noch die „Holzheide“ ist, wird der Bürgersaal entstehen, indem Ratssitzungen, Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Auch ein Trausaal ist dort geplant. Heiko Dölling (SPD) regte an, eine Verbindung vom Standesamt zum Trausaal zu schaffen.

Interessenten für 240 Quadratmeter große Gastronomie gesucht

Bürgermeister Holger Elixmann erläuterte, dass ein Interessenbekundungsverfahren für die neue rund 240 Quadratmeter große Gastronomie angestoßen wird. Dazu soll ein Exposé bis Anfang März erstellt werden. Zu den Anforderungen gehört, dass mindestens ein Abendtisch und Außengastronomie in dem dafür vorgesehenen Bereich auf dem Gemeindeplatz angeboten wird. Bald wird ein Bauschild im Bereich der Neuen Mitte darauf hinweisen, dass ein Gastronom gesucht wird. Zudem sollen Anzeigen geschaltet werden. Die Abgabefrist für das gastronomische Konzept läuft bis zum 14. Mai. Die Gespräche mit den Interessenten sollen bis zum 15. Juni geführt und danach eine Entscheidung getroffen werden, um die Wünsche des Betreibers in die Bauplanungen nach Möglichkeit einbeziehen zu können.

Externes Gutachten: Kosten nach aktuellen Baupreisen bei 4,29 Millionen Euro brutto

Elixmann erklärte, dass im Rahmen der Prüfung der Architektenentwürfe auch ein externes Gutachten zur Wirtschaftlichkeit vorgenommen wurde. Demnach sollen die Netto-Baukosten beim Siegerentwurf auch nach den aktuellen Baupreisen immer noch im Bereich der vorgegebenen 3,6 Millionen Euro und brutto — also mit den Baunebenkosten von geschätzt 20 Prozent — bei 4,29 Millionen Euro liegen.

CDU schätzt Kosten auf 6,7 Millionen Euro

Axel Geselbracht (CDU) zog diese Zahl in Zweifel. Seine Berechnung basiere nicht auf den Kosten für die Nutzfläche, sondern auf Grundlage der Kosten für die Brutto-Grundfläche. So schätzte er die Kosten für die Neue Mitte auf 6,7 Millionen Euro. Daher votierte die CDU gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Neue Mitte. Die anderen Fraktionen zeigten wenig Verständnis dafür.

Bürgermeister: CDU bringt Hasberger mit ihrer Schätzung durcheinander

Bürgermeister Elixmann sagte am Rande der Sitzung: „Eine Nein-Stimme bei der Aufstellung des Bebauungsplanes bedeutet, dass man jegliche Entwicklungen der Neuen Mitte verneint.“ Er kritisierte, dass „man sich gar nicht erst auf den Weg machen will“. Zudem erinnerte er an seinen Vortrag aus der Ratssitzung im Dezember 2016. Seither habe sich nichts verändert: „Damals hat die CDU sich enthalten und darauf hingewiesen, dass die Zahlen in meinem Vortrag sehr gut aufgearbeitet wurden“, so Elixmann. Auch das externe Gutachten bestätige, bezüglich der Kosten voll im Plan zu sein. Elixmann warf der CDU-Ratsfraktion daher vor, dass sie „die Hasbergerinnen und Hasberger mit ihren Schätzungen durcheinander bringen möchte. Das ist populistisch.“

Große Mehrheit für Bebauungsplan zur Neuen Mitte

Eine große Mehrheit stimmte schließlich für die Aufstellung des Bebauungsplanes, der neben dem 1,2 Hektar großen Bereich für die Neue Mitte auch die angrenzenden Erschließungsstraßen der Tecklenburger Straße und der Niedersachsenstraße umfasst.


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