Keine Waffen im Schlafzimmer Oberkommissarin warnt Kolpingsenioren in Hasbergen

Von Andreas Wenk

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Oberkommissarin Sandra Middelberg vom Polizeikommissariat Georgsmarienhütte gibt Senioren Tipps, wie sich vor kriminellen Machenschaften schützen können. Foto: Andreas WenkOberkommissarin Sandra Middelberg vom Polizeikommissariat Georgsmarienhütte gibt Senioren Tipps, wie sich vor kriminellen Machenschaften schützen können. Foto: Andreas Wenk

awen Hasbergen. „Ältere Menschen werden statistisch eher seltener Opfer von Straftaten als Jüngere“, mit dieser guten Nachricht überraschte Oberkommissarin Sandra Middelberg die Kolpingsenioren in Hasbergen. Dennoch rief sie die rund 20 Gäste bei Ihrem Vortrag zur Aufmerksamkeit auf.

Als typische Delikte zu Lasten von Senioren nannte sie Betrügereien wie den Enkeltrick oder das Überrumpeln an der Haustür. Sie warnte ausdrücklich davor, sich in Gespräche verwickeln zu lassen. Wer länger als drei Minuten mit einem Gauner spreche, habe schon verloren. Denn deren Gesprächstechniken seien sehr ausgefeilt. Vielfach versuchten sie, ihre Opfer abzulenken, täuschten eine Notlage vor oder bäten um Hilfe wie Papier und Stift oder einen Schluck Wasser. Oft sei man dann abgelenkt ohne zu merken, dass sich eine zweite Person in die Wohnung schleicht, um nach Bargeld und Wertsachen zu suchen.

Leidvolle Erfahrung

Auch von dubiosen Spendensammlern unbekannter Organisationen oder Haustürgeschäften sei abzuraten. Da werde oftmals die besondere Hilfsbereitschaft älterer Menschen ausgenutzt. Das konnte Reinhard Neubert nur bestätigen. „Was bist Du für ein Idiot“, habe er sich später gesagt und genau wie die Oberkommissarin es beschrieben hatte, ließ er sich vor längerer Zeit dazu überreden, an der Haustür ein Zeitschriftenabonnement zu unterschreiben. Schließlich war es kalt und er hatte Mitleid mit dem Mann vor der Tür. Dann kam die Auftragsbestätigung. Aus einer waren drei Zeitschriften geworden und das Datum war gefälscht worden. Die 14 Tage Rücktrittsrecht, waren damit bereits verstrichen, als er seinen Namen unter das Papier gesetzt hatte. Mithilfe eines Anwalts ist die Sache dennoch gut für ihn ausgegangen.

Vertraue keinem Fremden

Wichtig sei, grundsätzlich keine Haustürgeschäfte zu tätigen und niemanden in die Wohnung zu lassen, den man nicht kenne oder ausdrücklich herbestellt habe. Unangemeldete Handwerker, Service-Mitarbeiter und selbst Polizisten entpuppten sich schnell als Gauner. Deshalb solle sich niemand auf Diskussionen einlassen. Wer es ehrlich meine, zeige einem seinen Ausweis und warte verständnisvoll ein paar Minuten vor der Tür. Dann könne man durch einen Rückruf bei Behörde oder Auftraggeber klären, ob alles seine Richtigkeit hat. Am besten schlage man die Rufnummer selbst im Telefonbuch nach, denn ein Trickbetrüger nenne einem sonst womöglich die Rufnummer eines Komplizen.

In Zweifelsfällen rief die Oberkommissarin dazu auf, die Polizei, auch über Notruf 110 zu informieren und auch Anzeige zu erstatten. Grundsätzlich wichtig sei eine gute Nachbarschaft. „Achten Sie aufeinander“, appellierte Middelberg an die Besucher.

Beratung zur Einbruchsicherung

Die Senioren zeigten sich zudem höchst interessiert am Thema Einbruchschutz. Reinhard Neubert reagierte spontan auf das kostenlose Angebot der Polizei, sich zuhause beraten zu lassen und vereinbarte gleich einen Termin. Große Sorge machte den Zuhörern die Vorstellung, dass ein Einbrecher möglicherweise eines nachts vor ihrem Bett steht. Natürlich gebe es solche Fälle, aber das sei eher die Ausnahme. Einbrecher, so Middelhoff, suchten eher nicht die Konfrontation mit den Bewohnern. Von Waffen oder Pfefferspray riet sie ausdrücklich ab. Damit Einbrecher erst gar nicht ins Haus gelangen, empfahl sie in erster Linie Pilzköpfe in den Verriegelungen von Terrassentüren- und Erdgeschoss-Fenstern und abschließbare Griffe.


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