Mit Hackbrett und Bodhran Großartiger Folkabend mit An Rinn in der vollen Töpferei

Von Markus Strothmann

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Martin Czech fiddelt locker aus der Armbeuge, Sängerin Anke Morhaus nutzt die Instrumentalpassage für ein gepflegtes Bier. Foto: Markus Strothmann Martin Czech fiddelt locker aus der Armbeuge, Sängerin Anke Morhaus nutzt die Instrumentalpassage für ein gepflegtes Bier. Foto: Markus Strothmann 

Hasbergen. Die Folkgruppe An Rinn sorgte am Samstag für eine volle Töpferei Niehenke. Die sechsköpfige Band um Sänger und Percussionist Brian McSheffrey brauchte eine Menge Platz für die vielen Instrumente, die im Laufe des Abends zum Einsatz kamen.

Diverse Gitarren, mehrere Bässe in der Ecke von Tieftöner Helmut Henke Tiede, darunter ein Kontrabass. Des Weiteren gab es da schon seltener gesehene Instrumente wie Mandolinen, Banjos und Bodhran und schließlich Hammered Dulcimer, das klassische Hackbrett, und Northumbrian Small Pipes, über die auch fleißige Konzertbesucher nicht alle Tage stolpern.

Das Ganze ergab ein hübsches Bühnenbild und entsprechend vielfältig waren die Klänge, die die Musiker mit ihrem Arsenal zustande brachten. Matthias Malcher und Martin Czech präsentierten sich fit auf den Saiten (Gitarre, Mandoline, Banjo und mehr), Alexander Maßbaum bediente kompetent Quetschkommoden und Pfeifen.

Die instrumentalen Tunes kamen gut; etwa wenn Martin Czech locker aus der Armbeuge losfiddelte oder das Hackbrett bearbeitete. Wirklich aufhorchen ließen aber immer wieder die Gesangsstücke, teils auch A capella dargeboten wie das sehnsüchtige „Pleasant And Delightful“.

„Santiano“

„Ihr müsst nicht darauf warten, dass wir euch Bescheid sagen. Wenn ihr mit den Füßen stampfen und mitklatschen wollt: Tut es einfach“, forderte Brian McSheffrey die Zuhörer auf. Diese ließen sich zwar jederzeit bereitwillig dazu animieren, die Initiative musste aber in der Regel von der Bühne ausgehen.

Brian McSheffrey, Martin Czech und Anke Morhaus wechselten sich ab mit dem Leadgesang, die anderen steuerten Backing Vocals bei, was wegen der sehr unterschiedlichen Stile der drei Hauptsänger für maximale vokale Abwechslung sorgte. McSheffrey übernahm mit knurrigem Timbre tendenziell flottere Nummern wie den mitreißenden Shanty „Santiano“, Czech eher die getragenen Stücke.

Anke Morhaus sang ihre Parts mit natürlicher, voller Stimme, die sanft und kräftig zugleich klingt und buchstäblich durch Mark und Bein geht. So entstanden die intensivsten Momente des Konzerts, wenn sie im Fokus war. Seltene Umstände übrigens, unter denen sie ins Ensemble gelangt ist: Von der mitsingenden Zuschauerin hat sie es über Gastauftritte zu einem festen Platz am An Rinn-Mikrofon gebracht. Eine klasse Sängerin und definitiv ein guter Fang für die Band.

An Rinn feiern 25. Bandgeburtstag in Bramsche

Auch der hinten sitzende Multi-Instrumentalist Alexander Maßbaum übernahm bei einem Song die Hauptstimme. Etwas weniger wohlklingend als die anderen zwar, aber trotzdem souverän und charmant: Das Ringo-Phänomen, könnte man sagen.

2018 ist ein Jubiläumsjahr für An Rinn. „Wir feiern dieses Jahr den 25. Bandgeburtstag“, erklärte Brian McSheffrey zwischen zwei Stücken und wies hin auf den wichtigen, kommenden Termin, an dem die Band diesen Anlass zu feiern gedenkt: Am 28. April spielen An Rinn im Universum in Bramsche; dort wird es zum ersten Mal auch das neue Album zu kaufen geben.

Von dem standen am Samstag schon einige Stücke auf dem Zettel. Unter anderem das schnelle „Walking On Waves“ macht neugierig darauf, was der kommende Tonträger noch so enthält.


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