100 Jahre in „Holzheide“ geprobt Männerchor Hasbergen mit neuem Domizil

Von Horst Troiza

Gesang und Gemeinschaft: Auch die Theke gehört zum Vereinsleben des Männerchors der Chorgemeinschaft Hasbergen, der sich jetzt im neuen Vereinslokal Schirmbeck-Hunsche trifft. Foto: Horst TroizaGesang und Gemeinschaft: Auch die Theke gehört zum Vereinsleben des Männerchors der Chorgemeinschaft Hasbergen, der sich jetzt im neuen Vereinslokal Schirmbeck-Hunsche trifft. Foto: Horst Troiza

Hasbergen. Umgezogen, aber nicht verstummt ist der Männerchor Hasbergen der Chorgemeinschaft Gaste-Hasbergen, der erst kürzlich mit der Schließung der Gaststätte „Zur Holzheide“ sein Vereinslokal verlor, wo seit mehr als 100 Jahren geprobt wurde. Im neuen Domizil, der Gaststätte Schirmbeck-Hunsche, hat nun eine neue Ära des traditionsreichen Chors begonnen, der in diesem Jahr seinen 146. Geburtstag feiern kann.

„Wir haben doch gar nicht gewusst, wo wir dann hinsollten“, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende Eduard Hey, als er vor einigen Monaten die Nachricht von der Schließung des alten Vereinslokals erhalten hatte. Die Gaststätte „Zur Holzheide“ war eigentlich aus dem Vereinsleben des Chors nicht wegzudenken gewesen. Seit dem Jahr 1915 trafen sich dort die Sänger der „Liedertafel Hasbergen“, wie der Chor sich damals noch nannte, und pflegte im Saal und an der Theke Gesang und Gemeinschaft.

Das Aus der „Holzheide“ hatte sich schon eine Weile abgezeichnet. In den Plänen um die Gestaltung der Neuen Mitte tauchte das Gebäude nicht mehr auf, das Aufkommen an Gästen ging deshalb schon vor der Realisierung spürbar zurück, sodass sich der Betreiber Ludger Bavendiek zur Schließung genötigt sah. Damit schloss sich die Tür auch für den Männerchor. „Der Schock saß tief und wir befürchteten, der Chor könnte ebenfalls seinen Betrieb einstellen“, verdeutlicht der heutige Vorsitzende Udo Meyer die Situation. Denn die Überalterung hat auch vor dem Männerchor nicht halt gemacht. Das Durchschnittsalter der Herren liegt deutlich oberhalb des 70. Geburtstages. Es ging gar nicht anders, eine neue ortsnahe Wirkungsstätte musste her. Lange Wege zu den Proben seien den Herren nicht zuzumuten.

Örtlichkeiten rar gesät

Beharrlich wurde nach einer Lösung gesucht. Zum Glück steht der Männerchor als Teil der Chorgemeinschaft Gaste-Hasbergen nicht alleine da. Deren Vorsitzender Peter Winter und der gesamte Vorstand schwärmte aus, um ein neues Vereinslokal zu finden. „Das ist im heutigen Hasbergen nicht so leicht, wie jeder weiß. Örtlichkeiten mit einem Saal für Proben und Auftritte sind in Hasbergen rar gesät“, beschreibt Winter. Doch man hatte Glück. Markus Behrens, Betreiber der Gaststätte „Schirmbeck-Hunsche“ in Ohrbeck, hatte ein offenes Ohr für die Sänger und ist nun deren Vereinswirt.

„Das passt bestens, wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Meyer. Chorleiterin Juliya Shvets ist ebenso begeistert. „Die Akustik im Saal ist sehr gut und die Räumlichkeiten modern und ansprechend“. Hier kann die Musiklehrerin ihrer Arbeit nachgehen, mit dem Chor, der vierstimmig singt, klassisches wie auch modernes Liedgut einzustudieren. Und noch etwas ist im neuen Vereinslokal vorhanden, was auf keinen Fall fehlen darf. „Eine lange Theke, denn ein Chor bietet nicht nur Gesang, sondern auch Geselligkeit. Hier können wir uns nach der Probe gepflegt unterhalten und zusammen ein Glas Bier trinken“, so Hey. Gäste sind dazu herzlich eingeladen. Wie der Vorsitzende Udo Meyer erklärt, erhofft sich der Verein durch das Domizil in Ohrbeck auch neue Mitglieder. „Donnerstags wird ab 20 Uhr geprobt, wer Interesse hat, kann ruhig hereinschauen“.

Einziger Wermutstropfen ist, dass der Fahnenschrank mit den drei historischen Fahnen, der zugleich auch als Notenschrank gedient hat, nicht mitgenommen werden konnte - das lässt die neue Räumlichkeit nicht zu. Weggeworfen, wie es kürzlich bei der Auflösung des OKD-KME-Chores in Osnabrück mit dessen Notensammlung geschehen war, musste in Hasbergen nichts. Die Sachen sind jetzt bei einem Sangesbruder untergebracht.