Italienische Klänge in Hasbergen Ombre di luci zeigen ihr „Herz aus Gold“ in der Töpferei Niehenke

Die „falschen Italiener“ Ombre di Luci Sänger Marcus Tackenberg hatten beim Auftritt in der Töpferei Niehenke die neue CD „Cuore d’oro“ („Herz aus Gold“) im Gepack, die erst kommende Woche offiziell veröffentlicht wird. Foto: David EbenerDie „falschen Italiener“ Ombre di Luci Sänger Marcus Tackenberg hatten beim Auftritt in der Töpferei Niehenke die neue CD „Cuore d’oro“ („Herz aus Gold“) im Gepack, die erst kommende Woche offiziell veröffentlicht wird. Foto: David Ebener

siwi Hasbergen. „Ombre di luci“, „die Schattenlichter“, entführten bei ihrem Konzert einen Abend lang in die Welt handgemachter, italienischer Musik. Leidenschaft und „dolce vita“ gab es ebenso wie nachdenklichere Töne in entspannter Wohnzimmeratmosphäre zu erleben.

Ein ausgereiftes Zusammenspiel von Keyboard, Tuba, Kontrabass und Gitarre erzeugte ein atmosphärisch dichtes Klangerlebnis. Warm und gefühlvoll, fein platzierte Spitzen durch das Violoncello. Die italienische Band „Ombre di luci“, die aus Osnabrückern ohne italienische Wurzeln, aber einer großen Vorliebe für Land und Leute, besteht, transportierte italienisches Lebensgefühl.

Die stilistische Bandbreite reichte von Jazz über Latino bis hin traditionell anmutenden Chansons. Geschichten, die das Leben schreibt, weiß die Band musikalisch bestens umzusetzen, ein immer wiederkehrendes Motiv ist die Familie. Die Töpferei Niehenke bildete hier am Freitagabend den idealen Rahmen. Umgeben von Töpfereiarbeiten lauschten die Besucher nicht nur von Stühlen aus den italienischen Klängen, sondern machte es sich auch auf alten Sofas und der Treppe gemütlich. Beinahe hätte man meinen können, im heimischen Wohnzimmer zu sitzen. Nicht zuletzt dadurch, dass Sänger und Keyboarder Marcus Tackenberg das Publikum immer wieder aktiv ins Geschehen einbezog.

Neuigkeiten des Abends

Im Gepäck die neue CD „Cuore d’oro“ („Herz aus Gold“), die erst kommende Woche offiziell veröffentlicht wird, präsentierte die Band gleich mehrere neue Stücke und bewiesen, dass auch die neue Platte italienische Passion in Reinform verspricht. Ein Höhepunkt unter den Uraufführungen war zweifelsohne der gleichnamige Song – eine gefühlvolle Liebeserklärung einer Römerin an ihre Großmutter.

Tackenberg oblag auch eine Ankündigung bezüglich der Konstellation der Bandmitglieder. Ludwig Voges, bisher verantwortlich für Violoncello und Gitarre, verlässt die Band, da „die Finger nicht mehr so mitspielen“. Rafael Rahe, der in der Vergangenheit aus demselben Grund mehrfach einsprang, wurde von den Bandkollegen Tackenberg, Ralf Quermann, Karl Snelting und Markus Preckwinkel als Nachfolger willkommen geheißen. „Ludwig war von Anfang an dabei, als wir 1997 in einer Pizzeria die Band gründeten. Wir werden ihn im Herzen tragen und sind froh, dass wir die neue CD gemeinsam mit ihm aufnehmen konnten“, so Tackenberg. „Cuore d’oro“ ist also auch ein Stück weit eine Hommage an den ausgeschiedenen Bandkollegen.

Authentizität statt Italopop

„Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, kein Klischeebild italienischer Musik zu erzeugen. Unseren Charme macht aus, dass wir authentisch sind“, sagte Tackenberg abseits der Bühne. „Deshalb kommen die Leute gerne zu unseren Konzerten.“ Tatsächlich bot sich auch in der Pause kaum eine Gelegenheit, bei der die die Bandmitglieder nicht umringt waren von alten Bekannten oder von interessierten Gästen angesprochen wurden. Entspanntes Geplauder mit den Bandmitgliedern bei einem Bier oder Glas Wein rundete den Abend ab – wie es sich in einer großen Familie gehört.