Trotz Versorgungsengpass Hasbergen will neue Kita nicht vor 2021 bauen

Von Jean-Charles Fays

Erst im September wurde in Hasbergen-Gaste die neue Krippe „Gaster Zauberhaus“ mit Platz für 30 Kinder eingeweiht, doch in Hasbergen wird schon in wenigen Jahren eine neue Kita gebaut werden müssen. Foto: Gert WestdörpErst im September wurde in Hasbergen-Gaste die neue Krippe „Gaster Zauberhaus“ mit Platz für 30 Kinder eingeweiht, doch in Hasbergen wird schon in wenigen Jahren eine neue Kita gebaut werden müssen. Foto: Gert Westdörp

Hasbergen. Hasbergen will trotz eines Versorgungsengpasses, der sich durch die vom Land geplanten beitragsfreien Kindergärten ab August zuspitzen könnte, keine neue Kita vor dem Jahr 2021 bauen. Bereits im November hatte Fachbereichsleiterin Mareike Mons konstatiert: „Die Krippen und Kitas sind voll. Es können keine weiteren Kinder angenommen werden.“

Noch vor einer Woche warnte der Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert davor, dass aufgrund zunehmender Belegungsquoten und steigender Betreuungszeiten nach Einführung der Beitragsfreiheit ab August davon auszugehen ist, dass die Kitas in der Region „Schwierigkeiten bei der Versorgung bekommen werden“.

( Weiterlesen: Aufnahmestopp in Hasberger Kitas)

Neue Kita auf Tomblaineplatz?

Bürgermeister Holger Elixmann sagt zur Versorgung mit Kitaplätzen ab Sommer: „Die Gespräche laufen bereits intensiv mit den Trägern der Kindertagesstätten seit vielen Monaten, da wir uns bereits früh mit der Thematik beschäftigt haben. Ein Engpass war hier schon seit Längerem zu befürchten. Wir ringen um jeden Platz in der Betreuung.“ Erst im September war in Hasbergen-Gaste die neue Krippe „Gaster Zauberhaus“ mit Platz für 30 Kinder eingeweiht worden. Für die geplante neue Kita gebe es noch keine konkrete Bauplanung. Ein früherer als bislang geplanter Bau erscheint Elixmann aber „kaum möglich zu sein“. Er hofft jedoch, dass wegen der in vielen Kommunen ähnlichen Lage in Hannover über eine Flexilbilisierung von Vorschriften nachgedacht wird, sodass vielleicht auch eine höhere Belegung in den bestehenden Einrichtungen möglich werden könne. Der Bürgermeister überlegt, ob nach Vollendung der Neuen Mitte etwa auf dem Tomblaineplatz eine neue Kita gebaut werden könne. Er dämpft aber bereits zu große Erwartungen: „Wir haben viele Aufgaben vor uns, sodass wir uns allein schon planungstechnisch nicht übernehmen dürfen.“ Allein die Neue Mitte und der Bau des Feuerwehrhauses binde in dem Maße Kapazitäten, dass die Verwaltung auch noch Freiräume für den Bürger haben müsse, der etwa ein Einfamilienhaus bauen möchte. „Wir dürfen uns da nicht verzetteln und müssen natürlich auch die wirtschaftliche Situation der Gemeinde im Blick behalten“, stellte Elixmann fest.

Hasbergen sucht Tagesmütter für Großtagespflege in ehemaligem Mütterzentrum

Eine Möglichkeit, die bis zum Sommer Entlastung verspricht, ist das zum Ende vergangenen Jahres geschlossene Mütterzentrum an der Schulstraße 16, da dort ein Angebot zur Großtagespflege geplant ist. Ursprünglich hatte Fachbereichsleiterin Mons davon gesprochen, dass „dort bei entsprechendem Bedarf ein Angebot zur Großtagespflege ab dem Frühjahr geschaffen werden kann“. Ob der Zeitplan bis zum Frühjahr eingehalten werden kann, ist aktuell allerdings noch fraglich. Elixmann sagt: „Hier läuft nach wie vor die Planungsphase.“ Besonders wichtig sei es hier, dass Tagesmütter zur Verfügung stehen. Aktuell gestaltet sich die Suche nach den entsprechenden Kräften offenbar schwierig. Daher appelliert Elixmann: „Wir freuen uns, wenn interessierte Hasbergerinnen, aber auch Hasberger, sich bei Mareike Mons unter der Telefonnummer 05405/502204 melden.“

Die Großtagespflege wird den Standort des Mütterzentrums Ende 2020 allerdings wieder räumen müssen, da die Spielvereinigung Gaste-Hasbergen dort ab Januar 2021 ein Sport- Fitness- und Veranstaltungsangebot schaffen will.

Krippenplätze auch für Flüchtlinge wichtig

Ubbo Weerts (SPD) hatte sich gewünscht, einen Krippenplatz gerade für Flüchtlingskinder zur Verfügung zu stellen, da dieser für Kinder der Geflüchteten etwa zum Spracherwerb sehr wichtig seien. Elixmann weist darauf hin, dass der Druck im Bereich der Kinderbetreuung aktuell alleine dadurch groß sei, dass die bereits anerkannten Flüchtlinge „eine hohe, von uns nicht zu steuernde Anzahl von vor allem jungen Familienangehörigen nachgeholt haben“. Wenn hier die Integration gelingen solle, werde das vor allem über die Sprache erfolgen müssen. Daher erkennt er an, dass die Angebote alleine dadurch schon zwangsläufig ausgedehnt werden müssten.