Neue Mitte: Volksbank plant anders Künftig keine persönliche Beratung in Hasbergen

Von Volker Poerschke

Die Volksbankfiliale in Hasbergen (Mitte) wird für den Bau der Neuen Mitte abgerissen. Dann wird es nur noch eine SB-Filiale geben – auch wenn die Neue Mitte steht. Archivfoto: Gert WestdörpDie Volksbankfiliale in Hasbergen (Mitte) wird für den Bau der Neuen Mitte abgerissen. Dann wird es nur noch eine SB-Filiale geben – auch wenn die Neue Mitte steht. Archivfoto: Gert Westdörp

Hasbergen. Die VR-Bank Kreis Steinfurt wird ihre Kundenberatung in der Volksbankfiliale Hasbergen ab 1. Juli dieses Jahres einstellen. Das gab die Geschäftsführung in einem Schreiben an ihre Kunden bekannt – und stößt damit in Hasbergen nicht überall auf Verständnis.

„Im Zuge der Veränderung zum Vorhaben ,Hasberger Neue Mitte‘ plant die VR-Bank Kreis Steinfurt eG eine bauliche Veränderung des heutigen Filialstandortes in Hasbergen im zweiten Halbjahr 2018“, heißt es in dem Schreiben, das auch als Pressemitteilung auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wurde. Mit dem Abriss beziehungsweise Neubau des Gebäudes werde die VR-Bank keinen bedienten Kundenservice mehr anbieten. Geplant ist, den Service vor Ort mit SB-Geräten in einem Container an der Tecklenburger Straße sicherzustellen. Die persönliche Beratung mit den gewohnten Ansprechpartnern werde zukünftig in der Geschäftsstelle Lotte, Bahnhofstraße 26, angeboten . Wie die Pressestelle auf Nachfrage bestätigte, gelte dies auch nach Fertigstellung der Neuen Mitte.

SPD-Fraktion verärgert

Verärgert reagiert darauf Hardy Fischer, Vorsitzender der SPD Ratsfraktion in Hasbergen. „In einer immer mehr auf digitale Technik, Onlinemedien und Automatisierung ausgerichteten Welt, werden Menschen, die diese Techniken nicht nutzen (können oder wollen), abgehängt“, schreibt er in einer Pressemitteilung an die Redaktion. Dies treffe nicht nur, aber doch in höherem Maße, ältere Bevölkerungsteile. „Gerade in einem Ort, in dem viele ältere Menschen wohnen ist es unverständlich, wie sich die Volksbank verhält.“

Mit Volksbank geplant

Fischer moniert, dass sich die Volksbank im Zuge der Planungen zur Neuen Mitte stets zur Standortsicherung und Fortführung der Serviceleistungen bekannt habe. „Auf dieser Grundlage wurde ihr das alte Filialendomizil abgekauft und vereinbart, in einem neuerrichteten Gebäude auch die Volksbank unterzubringen“, schreibt Fischer. Dies sei auch in die Ausschreibungen und Planungen eingeflossen.

So sollte die neue Volksbankfiliale gemäß des Siegerentwurfs im Architektenwettbewerb in ihrer neuen Filiale über eine Nutzfläche von rund 141 Quadratmetern verfügen. Für ein paar Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker ist diese Fläche definitiv nicht notwendig.

„Die Abkehr von diesen gemeinsamen Zielen ist für uns nicht nachvollziehbar und belastet das Vertrauen in das Geltinstitut, das Verhältnis zur Bank sehr“, erklärt Fischer für die SPD-Fraktion.

Elixmann gelassen

Bürgermeister Holger Elixmann bedauert die Entscheidung, sieht die Ankündigung aber etwas gelassener. „Wenn man sich die derzeitige Lage der Banken so anschaut, kann diese Entscheidung niemanden verwundern“, sagt er. Die Verwaltung könne diese unternehmerische Entscheidung nicht beurteilen, „daher will ich das auch gar nicht kommentieren“, bekräftigt Elixmann.

Die Volksbank selbst erklärt, dass die Bebauungspläne der Gemeinde auch nicht der einzige Grund für die Umstrukturierung der Filiale seien. „Die regelmäßige Standortüberprüfung hat gezeigt, dass die Kundenfrequenz in der Filiale seit einigen Jahren stark rückläufig ist“, erläutert die Geschäftsführung in dem Kundenschreiben. Die Kunden nutzten vermehrt das Online-Banking-Angebot auf der Internetseite der Bank. Auch seien die Rückmeldungen der Kunden zum telefonischen Kundenservice sehr positiv.

Neue Mitte kommt

Bürgermeister Holger Elixmann versichert: „Die Neue Mitte wird gebaut, bei den Planungen ist ja noch nichts in Stein gemeißelt“.