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Video schildert Brandfolgen Feuerwehr Haren zeigt Video über Brandeinsatz

Von Tobias Böckermann | 27.01.2016, 16:00 Uhr

Es gibt Tage im Leben, denen man nur schwer etwas Positives abgewinnen kann. Für Virginia Schwieters aus Haren-Wesuwe war der 1. Dezember 2013 ein solcher Tag: ein Feuer zerstörte das Haus der Familie. Nun hat die Feuerwehr Haren, die damals im Einsatz war, einen Film veröffentlicht, in dem Virginia Schwieters gemeinsam mit Feuerwehrmann Niklas Keuter ihre Erfahrungen schildert.

Gegen 14.25 Uhr hatten damals Nachbarn bemerkt, dass Rauch aus dem Dachstuhl des Gebäudes an der Versener Straße drang. Als die Feuerwehr eintraf, brannte bereits ein großer Teil des Obergeschosses – trotz professioneller Hilfe und gezielter Brandbekämpfung konnte das Haus amEnde nicht mehr gerettet werden. Und zu allem Überfluss hatte sich Virginia Schwieters´ ́ Stiefmutter Dorota beim Versuch, die Flammen zu löschen, eine Rauchgasvergiftung zugezogen.

Der dramatische Tag hat sich bei der gesamten Familie ins Gedächtnis gebrannt, und auch an den Mitgliedern der Feuerwehr ging ein solcher Einsatz nicht spurlos vorbei, auch wenn er am Ende vergleichsweise glimpflich ablief. Denn die Rauchvergiftung erwies sich als weniger schlimm, die Polizei stellte als Brandursache einen Kurzschluss fest, und die Versicherung beglich den Schaden. Familie Schwieters konnte ein neues Haus bauen, und alles ist wieder im Lot.

Zu den Einsatzkräften gehörte damals auch Niklas Keuter (25), der Virginia Schwieters und ihre Familie schon seit dem Kindergarten kennt. Er ist bei der Harener Feuerwehr gemeinsam mit seinen Kollegen Jan-Hendrik Strubbe, Daniel Brümmer, Heinz Hermes und Sõren Wessels für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Gemeinsam haben sie im Internet schon mehrere Filme über die Arbeit der Feuerwehr Haren veröffentlicht. „Die Menschen wissen einfach oft nur recht wenig“, sagt Keuter, der als Assistent der Geschäftsführung bei Agravis-Technik in Meppen-Versen arbeitet. So werde er oft gefragt, wo denn die Rutschstange sei, an der er aus dem Aufenthaltsraum in die Fahrzeughalle sause. „Das aber gibt es alles nicht bei einer Freiwilligen Feuerwehr. Darüber wollen wir berichten und gleichzeitig für unsere Arbeit werben.“

Ohne Effekthascherei

Und so kam auch die Idee zustande, einen Film über das Feuer vom Dezember 2013 zu veröffentlichen. Niklas Keuter schildert darin den Einsatz aus seiner Sicht und Virginia Schwieters berichtet, was sie wie erlebt hat. Zwischendurch sind immer wieder Szenen des Einsatzes selbst zu sehen, der damals von Torsten Albrecht für die Meppener Tagespost gefilmt worden war.

Weil die Filmemacher auf jegliche Effekthascherei verzichteten, ist ein eindrucksvolles Dokument zustande gekommen und genau das hatten Keuter und seine Mitstreiter gehofft: „Wir wollen natürlich für unsere Arbeit werben. Es ging aber auch darum zu zeigen, wie Betroffene mit einem solchen Unglück umgehen lernen müssen.“ Das richte sich durchaus auch an Feuerwehrmitglieder, die von Bränden in gewisser Weise fasziniert seien – als Aufgabe, die gelöst werden müsse, und bei der Technik, Disziplin und Nervenkitzel zusammenkämen. „Den Blick für die Seelenlage der Opfer zu schärfen – das ist auch Aufgabe des Films.“

„Erzählen befreit“

Für Virginia Schwieters hatte der Auftritt vor der Kamera neben der „Hilfe für die Helfer“ noch eine andere Wirkung: „Das Erzählen war Teil der Aufarbeitung.“ Und so kann sie dem Feuer dann doch etwas Positives abgewinnen. Denn zehn Monate lang war die Familie in engen Wohncontainern zusammengerückt und hatte sich dabei ganz neu kennengelernt. Und außerdem hatten die Nachbarn damals sofort und nachhaltig geholfen, wo sie konnten. „Wenn es drauf ankommt, halten auf dem Dorf eben alle zusammen“, sagt Virginia Schwieters, die gerade ihr Studium der Musikpädagogik abschließt.

Vergessen ist das Feuer aber noch lange nicht. „Ich schaue jetzt immer genau nach, ob alles in Ordnung ist, wenn ich das Haus verlasse. Und Rauchmelder haben wir jetzt überall.“