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Unser Adventskalender - 19. Türchen 23 Hunde unter einem Dach - Hundetierheim in Haren

Von Markus Pöhlking | 19.12.2016, 07:30 Uhr

Achtung, es wird laut: Hinter der 19. Tür unseres Adventskalenders lauert das entschlossene Gebell von 23 Hunden. Sie leben im in Haren gelegenen Hundetierheim des Tierschutzvereins Meppen.

Das Haus, in dem Elisabeth Walter lebt, braucht keine Klingel. Wer immer sich Grundstück oder Gebäude nähert, wird lautstark angekündigt. Fast zwei Dutzend Hunde leben derzeit in der Scheune und einem großen, davorgelegenem Zwinger. Elisabeth Walter ist Vorsitzende des Tierschutzvereins Meppen. In dieser Funktion gewährt sie der stattlichen Hundemeute ein Obdach. „Die Hunde, die wir betreuen, stammen aus Privatabgaben, aus Übernahmen von befreundeten Vereinen“, erklärt Walter. „Oder aus Beschlagnahmungen.“ In Fällen von Tierquälerei nämlich oder bei fehlender Erlaubnis zur Tierhaltung werden Tiere konfisziert und in die Obhut des Tierheims übergeben.

Anfänge liegen 30 Jahre zurück

Die Anfänge des Tierheims liegen mittlerweile fast 30 Jahre zurück. Damals waren Walter und einige Mitstreiter schockiert darüber, wie Hunde in öffentlich betriebenen Sammeleinrichtungen gehalten wurden - und beschlossen, aktiv zu werden. „Wir haben uns erst an den entsprechenden Orten selbst um die Tiere gekümmert“, erinnert sie sich. Ein paar Jahre später begann sie, einen Zwinger am Wohnhaus einzurichten. Und ein paar landkreisliche Genehmigungen später entwickelte sich daraus dann das heutige Tierheim. (Weiterlesen: Wohin mit ausgesetzten Tieren?)

Vermittlung selten

„Viele der Hunde, die wir übernehmen, sind anderswo nicht mehr vermittelbar“, sagt Walter. Eine ganze Reihe von ihnen erhält bei ihr das Gnadenbrot. Auch Hunde, die sich durchaus einer gewissen Nachfrage erfreuen, verblieben häufig im Heim. „Interessenten gibt es immer wieder. Wir schauen aber sehr genau, wem wir einen Hund geben, ob es passt“, erläutert sie. Ihrer Erfahrung nach fänden in ungefähr einem von fünf Fällen Hund und neues Herrchen zusammen.

Artgerechte Haltung

Auf Walters Grundstück, darauf legt sie wert, leben die Hunde absolut artgerecht: „Rudelhaltung und die damit einhergehende Rangordnung entsprechen absolut der Sozialstruktur von Hunden.“ Gegenwärtiger Herr im Zwinger ist Ponjo, ein Schäferhundmischling. Getragen wird der Verein und dessen Arbeit von Mitgliederbeiträgen, Spenden , Gerichtszuwendungen und dem Ertrag aus Anteilen einer Zustiftung. Und natürlich der Arbeitskraft Walters: „Natürlich machen die Tiere viel Arbeit. Nichtsdestotrotz finde ich das Leben mit ihnen schön. Tierschutz ist über die Jahre einfach mein Ding geworden“, sagt sie.