Ein Artikel der Redaktion

Stadt Haren weist Vorwurf zurück Anwohner der St. Georg-Straße sehen sich benachteiligt

Von Tobias Böckermann | 29.06.2016, 18:20 Uhr

Die Baumaschinen sind weg, aber der Ärger ist noch da: Der Ausbau der St. Georg-Straße in Wesuwe-Siedlung war bei einigen Anwohnern schon vor seiner Umsetzung umstritten. Nun ist er vollendet – aber mit mutmaßlichen Fehlern ausgerechnet bei jenen Anwohnern, die sich beklagt hatten.

So sieht es jedenfalls Manfred Bender, der am Beginn der St. Georg-Straße am Kreisel zur Süd-Nord-Straße eine Gaststätte betreibt. Er hatte sich als Sprecher einer Bürgerinitiative öffentlich und nach eigenen Angaben auch in persönlichen Gesprächen mit der Stadtverwaltung über die hohen zu erwartenden Kosten beklagt und den Ausbau als unnötig abgelehnt .

Erfolglos. Die Straße wurde vor einigen Wochen ausgebaut, aber ausgerechnet die Einfahrt zum Parkplatz der Bender´schen Gaststätte blieb aus seiner Sicht unvollendet. Denn die St.Georg-Straße machte einst eine Kurve in Richtung Bender-Grundstück und wurde dann begradigt. Geblieben ist eine tiefe Entwässerungsrinne, die an der neu geteerten St-. Georg-Straße beginnt und dann in einem Bogen mehrere Meter davon wegführt.

Das Problem: die Rinne wird als Straßenbegrenzung längst nicht mehr benötigt und sie ist so tief, dass in der Vergangenheit diverse Fahrzeuge bei der Durchfahrt auf dem Asphalt aufschlugen und beschädigt wurden. Zahlreiche tiefe Rillen zeugen von Kollisionen mit dem Untergrund.

„Nicht so glücklich“

Nun nutzt Bender den großen Platz, in den die Rinne hineinführt als Parkplatz und – so vermuteten die Ratsherren Heinz Pinkernell und Heinz-Wilhelm Tengen (beide SPD) sowie Heinz Over (CDU) bei einem Ortsbesuch – die Stadt Haren oder der zuständige Planer haben übersehen, dass die Rinne nicht auf Benders Grundstück verläuft, sondern auf städtischem.

Die Ratsherren hatte der erboste Bender eingeladen, um ihnen gemeinsam mit seinem Nachbarn, dem Niederländer Ron Nieuwenhuis, zu zeigen, dass „einige Grundstücke sehr fachgerecht an die die neue Straße angebunden wurden, andere aber nicht.“ So sei auch die Auffahrt zum Grundstück von Nieuwenhuis nicht mitgeteert worden. Michael Heuer, ein anderer Nachbar, beklagt, dass seine Zufahrten zwar neu gepflastert wurden, nun aber das Regenwasser in die Garage laufe oder auf dem Gehweg in großen Pfützen stehen bleibe. Fachgerecht sei das nicht, meinte er.

Manfred Bender jedenfalls ist der Auffassung, dass „wenn wir schon für den Ausbau der Straße bezahlen müssen“, die Stadt auch auf ihrem eigenen Grundstück komplett fachgerecht hätte arbeiten müssen – inklusive der Rinne.

Die Ratsherren Pinkernell, Tengen und Over empfanden die Ausführung der Straße zumindest an dieser Stelle als nicht so gelungen. Wenn schon Baumaschinen in Betrieb gewesen seien, hätte man auch die Fläche bis zur Rinne bearbeiten können.

Stadtbaurat Henrik Brinker ist der Fall derweil bekannt. Er legt Wert auf die Feststellung, dass er im Vorfeld des Termins mit den Ratsherren, zu dem er nicht eingeladen gewesen sei, bereits ein Gespräch mit Manfred Bender geführt habe. „Darin habe ich zum Ausdruck gebracht, dass wir zumindest die tiefe Rinne entschärfen und für Abhilfe sorgen wollen“, sagte er auf Anfrage.

Eine komplette Mitbearbeitung der Fläche sei aber sehr schwierig und nur mit hohem Aufwand möglich – darauf habe man auch im Interesse der Kosten, die auf die Anlieger umgelegt werden müssten, verzichtet. Davon unbenommen sei das Problem der tiefen Rinne schon vor dem Ausbau der St.-Georg-Straße vorhanden gewesen.

„Schaffen Abhilfe“

Unterm Strich müsse und wolle die Stadt Haren dafür sorgen, dass kein Wasser von städtischen Flächen auf private Flächen fließe. Wenn es da bei einigen Auffahrten noch Probleme geben sollte, wolle man sich das anschauen.

Dass einige Anlieger schlechter behandelt worden seien, als andere, sei klar zurückzuweisen. Man habe stets das vorhandene Pflaster aufgenommen und angeglichen. Wo kein Pflaster, sondern eine geteerte Auffahrt vorhanden gewesen sei, sei das auch so geblieben.