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Ortsteil der Stadt Haren feiert zwei Tage sein 125-jähriges Bestehen „Erika ist jung geblieben“

Von Willi Rave | 25.09.2011, 15:22 Uhr

In der kleinen Harener Ortschaft Erika wurde am Wochenende ganz groß gefeiert. Die Erikaner und Buten-Erikaner, Ehrengäste und Schaulustige genossen ein buntes Programm in einer Siedlung, die für die Feier ihres 125. Geburtstages ihr schönstes Festgewand angelegt hatte.

An Straßen, auf Plätzen Erikas und in den Vorgärten grüßen in diesen Tagen zahlreiche mit viel Fantasie hergestellte historische Motive. An ihnen lässt sich erahnen, dass die Einwohner hart und zielstrebig gearbeitet haben, bis sie in einem im wahrsten Sinne des Wortes blühenden Dorf wohnen konnten.

Die Entstehung des Ortes ist eng mit dem Bau des Haren-Rütenbrock-Kanals zwischen 1872 und 1878 verbunden. Den Kolonisten ermöglichte der Wasserweg die Entwässerung ihrer Moorflächen und bot sich zudem als Transportweg an. Motive aus dieser Pionierzeit sind abgebildet auf einer historischen Postkarte, mit der zum Jubiläum eingeladen worden ist. Die Karte zeigt ein altes Erntemotiv, die 1952 eingeweihte ehemalige Kapelle, die Brücke über den Kanal im Ortskern und die Schleuse 68. Auch das Wappen der Gemeinde spiegelt die Geschichte der Ortschaft wider: Heide (Erika) symbolisiert die Landschaft. Daneben sind die „Lebensader“ der Kolonie, der schiffbare Kanal mit einem Torfkahn, und eine der Hubbrücken, die die Wohnbereiche zu beiden Seiten des Wasserlaufes verbinden.

Zwei Tage wurde gefeiert. Dabei ließen sich Gastgeber und Gäste besonders den zum Jubiläum kreierten Bickbeernlikör „Heide-Witzka“ trefflich munden. Das Feuerwerk „Flames of Water“ war ein flammendes Spektakel, untermalt mit klassischer und populärer Musik. Das Sonntagsprogramm wurde mit einem Festgottesdienst, der vom Kirchenchor Altenberge-Erika, der Gruppe Tett und der Musikkameradschaft Erika mitgestaltet wurde, eingeleitet. Zelebranten waren Pfarrer Klaus Willmann, Domkapitular Alfons Strodt, Pater Josef, Pater Bernhard Hagen und der aus Erika stammende Pater Norbert Riebartsch, der in seiner Predigt Parallelen zwischen dem Bibelwort „Wo Wasser hinkommt, da ist Leben“ und der Entstehung Erikas zog.

Beim anschließenden Festakt blickte Festausschussvorsitzender Bernd Büter auf die Geschichte Erikas zurück. Stellvertretend für viele Namen, die die Entwicklung der Ortschaft mitgeprägt haben, nannte er Gerhard Knoll. Die Ortsvorsteherin Maria Albers bezeichnete Erika als lebens- und liebenswert. „Erika ist jung geblieben“, stellte Bürgermeister Markus Honnigfort fest. Bernd-Carsten Hiebing, der für den Landkreis sprach, erklärte, dass die Geschichte Erikas die des Emslandes widerspiegele. „Hier wird beispielhaft Gemeinschaft gelebt“, betonte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann.