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Neue Ausrüstung für die Feuerwehr Bis zum Herbst weniger Straftaten in Haren

Von Tobias Böckermann | 15.11.2017, 17:30 Uhr

Die Harener Feuerwehren erhalten 115 neue Pager. Mit den Geräten werden die Feuerwehrmitglieder im Alarmfall schneller und zuverlässiger benachrichtigt.

Die rund 43.000 Euro teure Anschaffung hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerwehren beschlossen. Zuvor hatte Stadtbrandmeister Hermann Wermes das Alarmierungswesen der Harener Feuerwehren in den vergangenen Jahrzehnten beschrieben – angefangen bei der klassischen, aber längst verstummten Feuerwehrsirene, über erste Funkmeldeempfänger 1984 bis zur zusätzlichen Verwendung von SMS aufs Handy.

Nun also solle auf eine SIM-basierte Technik umgestellt werden. Der anzuschaffende Empfänger enthält zwei SIM-Karten, wie sie im Handy üblich sind. Damit werden zwei unterschiedliche Mobilfunkanbieter erfasst, so dass im Falle eines Funklochs oder eines Netzausfalles stets ein Ersatzanbieter genutzt werden kann.

Wie Stadtbrandmeister Wermes berichtete, kann mit dem neuen Pager jedes alarmierte Feuerwehrmitglied eine Rückmeldung geben, ob es am Einsatz teilnehmen kann. „Damit lässt sich schneller feststellen, ob für den zu absolvierenden Einsatz alle benötigten Fachleute an Bord sind“.

Der Ausschuss stimmte der Anschaffung der Pager ebenso zu wie der eines Zeltes für die Jugendfeuerwehr Haren (4500 Euro) und der von Ausrüstungsgegenständen (18.000). Erster Stadtrat Dieter Sturm berichtete, der Kauf eines neuen Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr Rütenbrock befinde sich in der Abwicklung. Es werde rund 292.000 Euro kosten und in etwa 18 Monaten geliefert.

Die Ausschussmitglieder haben der Verlängerung zweier Verordnungen zugestimmt. Demnach gilt eine Vereinbarung über die Nutzung von Gemeindestraßen und Ortsdurchfahrten weitere fünf Jahre. Sie soll unter anderem die Nutzung des Seitenraumes durch Gastronomie und Einzelhandel unbürokratisch gestalten.

Abstandsgebot

Ebenfalls für weitere fünf Jahre gilt die Verordnung zum Betrieb von Spielhallen. Sie enthält ein Abstandsgebot, nach dem Spielhallen mindestens 300 Meter voneinander entfernt sein müssen. Rechtlich möglich wären bis zu 500 Meter. Neu ist die Ausweitung des Geltungsbereiches auf das gesamte Harener Stadtgebiet. Bislang hatte die Satzung nur im Stadtkern Geltung gehabt. Dieter Sturm berichtete, inzwischen gebe es aber immer mehr Anfragen auf Einrichtung von Spielhallen auch aus den Ortsteilen.

Maria König (CDU) betonte, Spielhallen gebe es schon genug. Deshalb müsse man etwas gegen die Spielsucht tun. Ulrich Wilde (SPD) sah das genauso. Allerdings hätte er sich die Ausweitung des Abstandsgebot auf 500 Meter gewünscht und hofft darauf, dass der Stadtrat dies in bei der abschließenden Beschlussfassung am 19. Dezember dann noch nachholen werde.

Der Leiter der Polizeistation Haren, Hauptkommissar Thomas Hamm, berichtete dem Ausschuss über die aktuelle Sicherheitslage in Haren. Und die ist nach wie vor „ganz hervorragend“, sagte er. „Wir leben zwar nicht auf einer Insel der Glückseligen, aber im Vergleich zu anderen Regionen sehr sicher.“

Hamm referierte dabei nur vorläufige Zahlen aus den ersten neun Monaten des Jahres 2017. Demnach ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um etwa fünf Prozent gesunken, auch die Zahl der Wohnungseinbrüche verzeichne bisher einen deutlichen Rückgang. Probleme bereite eine Serie von Graffiti -Schmierereien mit rund 110 Taten mit einem „wahnsinnig hohen Sachschaden“.

Auf Hochtouren ermittelt werde noch nach einem Spielotheken-Überfall im April und einem versuchten sexuellen Übergriff im Oktober. Auch eine Serie von Schockanrufen mit 70 bis 80 Fällen habe die Dienststelle beschäftigt.

Besonderen Belastungen sei die Polizei durch die hohe Zahl an Abschiebungen ausgesetzt. Außerdem belaste jedes Heimspiel des SV Meppen die Harener Polizei, da jeweils Personal abgestellt werden müsse. Ulrich Wilde forderte, den DFB an den Kosten zu beteiligen. Außerdem schlug er vor, Graffiti-Wände aufzustellen, um so – wenn möglich – den Schmierereien entgegenzuwirken.