Ein Artikel der Redaktion

Mann durch Messer verletzt Bewohner verursacht Feuer in Asylbewerberheim bei Haren

02.04.2015, 11:28 Uhr

Im Harener Ortsteil Fehndorf hat es in der Nacht zum Donnerstag gegen 2.30 Uhr in einer Asylbewerberunterkunft in der Brückenstraße gebrannt. Dort hatte ein 21-jähriger Bewohner nach Streitigkeiten eine Mülltonne angezündet und damit das Feuer ausgelöst. Zwei Bewohner wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich zehn erwachsene männliche Bewohner in dem Gebäude.

Von Carola Alge und Tim Gallandi

Nach Angaben der Polizei kam es in dem Asylbewerberheim zu einer verbalen Auseinandersetzung mehrerer Bewohner. Alkohol sei im Spiel gewesen, so ein Beamter auf Anfrage unserer Redaktion . Es sei in der Folge zu tätlichen Übergriffen in der ehemaligen Schule gekommen.

Im Verlauf des Streits habe ein 21-jähriger Marokkaner eine Mülltonne anzünden wollen. Bei dem Versuch, ihn daran zu hindern, bewarf er einen 56-jährigen Mitbewohner mit Flaschen und ging mit einem Messer auf ihn los. Der Angegriffene erlitt Verletzungen an Kopf und Arm. Ein weiterer Mitbewohner, der die Rettungskräfte informierte, wurde ebenfalls von dem 21-Jährigen leicht am Arm verletzt.

Durch das Feuer, das von der Mülltonne auf das Gebäude, in dem normalerweise 17 erwachsene männliche Asylbewerber leben, übergriff, wurde niemand verletzt. Alle Bewohner konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Das Gebäude ist, so die Polizei, vor allem infolge der starken Rauchentwicklung und der Löschwasserschäden derzeit nicht bewohnbar. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf annähernd 100000 Euro.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Brandstifter, der zunächst versuchte zu flüchten, in der Nähe der Asylbewerberunterkunft fest. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Das Amtsgericht hat gegen den 21-Jährigen Haftbefehl erlassen.

Bereits in der Nacht zum 1. April gegen 2.10 Uhr und um 5 Uhr kam es in der Asylantenunterkunft in Fehndorf zu zwei Polizeieinsätzen wegen Streitigkeiten bzw. Auseinandersetzungen zwischen dort untergebrachten Asylbewerbern. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte am Freitag ein Sprecher auf Anfrage. Der 21-jährige sei daran nicht beteiligt gewesen.

In der ehemaligen Schule wohnten unter anderem Asylbewerber, die im August 2014 nach einem Feuer in ihrem ehemaligen Asylbewerberheim in Haren-Erika dorthin umquartiert worden waren ( wir berichteten ). Seinerzeit wurden fünf Menschen, darunter ein Kind, leicht verletzt. Das etwa 25 mal acht Meter große Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder und war nicht mehr bewohnbar. Die Stadt Haren hatte für die über Nacht obdachlos gewordenen Asylbewerber mit der ehemaligen Grundschule St. Benedikt in Haren-Fehndorf schnell ein Ausweichquartier gefunden.

Die bei dem Brand am Donnerstagmorgen anwesenden Asylbewerber wurden von der Stadt Haren vorübergehend im Jugendheim in Fehndorf untergebracht. Von dort sollen sie im Laufe des Tages in ein Wohnhaus in Haren ziehen, das die Stadt bereits zuvor für eine entsprechende Nutzung angemietet hatte, das aber noch nicht bewohnt war.

Laut Stadtsprecherin Michaela Hoffmann wurde die neue Unterkunft um die Mittagszeit von Mitarbeitern des Werkhofs hergerichtet: „Die Räume werden mit Schränken und Betten hergerichtet, außerdem erhalten die Bewohner bei ihrem Einzug ein sogenanntes Erstpaket mit einer Matratze, Bettzeug und einem Satz Geschirr.“

Harens Bürgermeister Markus Honnigfort zeigte sich froh, „dass durch den Brand keine Personen zu Schaden gekommen sind.“

Bei den Bewohnern der Fehndorfer Unterkunft handelte es sich nach Angaben der Stadt um Asylbewerber aus Algerien, Marokko, Simbabwe, Somalia und Sudan. Auch zwei obdachlose Deutsche lebten dort. Ob die ehemalige Schule wieder als Unterkunft hergerichtet werden kann, ist noch unklar. Hoffmann: „Wir müssen abwarten, welche Reparaturen notwendig sind und wie groß der Schaden ist.“