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Politik erarbeitet Kompromiss Kleinere Grundstücke, mehr Möglichkeiten: Bauen in Haren soll noch attraktiver werden

Von Tobias Böckermann | 02.07.2022, 14:34 Uhr

Die Stadt Haren will mehr Menschen das Bauen eines Eigenheims ermöglichen und ändert dafür versuchsweise die Größe der Grundstücke und die Bauvorschriften.

Und zwar für einen Teil des geplanten Baugebietes „Westlich der L 48“ in Altharen. Dort sollen wie berichtet mehr als 100 Bauplätze entstehen und so den bisher sehr großen Bedarf an Grundstücken in Haren decken.

Allerdings hatte die Ratsgruppe SPD-Grüne im Februar 2022 beantragt, die Bauplätze zu verkleinern, um mehr Menschen einen Kauf zu ermöglichen. Außerdem sollten die Plätze effizienter genutzt werden können, um mehr Wohnfläche auf weniger Grundfläche zu ermöglichen.

Antrag war im Frühjahr vertagt worden

Über diesen und einige weitere Punkte des Antrages hatte der Ausschuss damals aber nicht entschieden, sondern ihn vertagt. Die CDU hatte keine grundsätzlichen Bedenken, wollte aber einige Details anders festlegen als SPD und Grüne.

Daraufhin hatten alle Parteien im Rat eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich einige Wochen lang mit den Details der Vergaberichtlinien und Bebauungsplanfestsetzungen beschäftigte. Am Ende stand ein Kompromiss, der nun verabschiedet wurde.

Er gilt zunächst versuchsweise nicht für alle Neubaugebiete, sondern nur für das geplante „Westlich der L 48.“ Er sieht vor, dass ein Drittel der Grundstücke in der Regel nicht größer sein soll als 500 Quadratmeter beziehungsweise 750 Quadratmeter bei Doppelhäusern.

Bauen ohne Dachstuhl - wegen der Kosten

In bestimmten Abschnitten soll eine zweigeschossige Bauweise ermöglicht werden, die Dachgestaltung soll in Teilen flexibel ermöglicht werden. So kann in bestimmten Fällen der Dachstuhl entfallen und Kosten eingespart werden.

Insgesamt soll der Bebauungsplan mehr Spielraum bei der Gestaltung von Bauform und Außenfassade zulassen. Ob ein öko-Quartier oder Tiny-Häuser möglich und nötig sein sollen, wird die Verwaltung prüfen.

Und letztlich sollen bei der Ermittlung der Grundstückspreise Kriterien wie Lage, Ausrichtung und Zuschnitt der einzelnen Parzellen beachtet werden. Die Plätze werden dann unterschiedlich viel Geld kosten.

Mehr Wohnraum für Haren

Ursprünglich hatten Grüne und SPD auch noch einen Passus zur Schaffung von mehr Wohnraum in bereits bebauten Gebieten vorgeschlagen. Diesen hat die Arbeitsgruppe aber verworfen, wenngleich das Ziel weiterverfolgt werden soll.

Heinz Pinkernell (SPD) erläuterte, das Ziel, mit den neuen Vorschriften ein etwas günstigeres Bauen zu ermöglichen, sei wichtiger denn je, angesichts gestiegener Zinsen und der extremen Kostensteigerungen. Einige Wünsche der SPD seien im Kompromiss nicht umgesetzt, aber dieser sei ein guter Anfang.

Überparteiliche Arbeitsgruppe

Die SPD hatte auch einen Antrag zur Förderung von Sozialwohnungen formuliert, der noch nicht behandelt wurde. Dies müsse nach der Sommerpause geschehen, forderte Pinkernell.

Carina Seelhorst (CDU) lobte den „guten Kompromiss“, der Arbeitsgruppe. Es habe zu Beginn Missverständnisse gegebenen, die ausgeräumt werden konnten, In vielen Fällen habe man dasselbe gewollt, dies aber unterschiedlich formuliert. Der CDU sei zum Beispiel wichtig gewesen, dass nicht unterschiedliche Bauformen direkt nebeneinander entstünden, sondern in benachbarten Quartieren, was für das Gesamtbild eines Baugebietes wichtig sei.

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