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Grundsatzbeschluss der Politik Haren plant Stadthalle und Panoramabad

Von Tobias Böckermann | 28.01.2015, 18:50 Uhr

Noch ist es nur ein Plan, aber einer, der die Harener Bürger beschäftigen dürfte: Die Stadtverwaltung hat der Politik vorgeschlagen, das Areal „Emspark“ komplett neu zu gestalten. Das Wellenfreibad würde dann überdacht, das Hallenbad zu einer Stadthalle und das Fußballstadion zu einer multifunktionellen Sportstätte.

Bürgermeister Markus Honnigfort hat seine Pläne am Dienstagabend dem Bauausschuss vorgestellt, und er traf damit auf einhellige Zustimmung aller Fraktionen. Die Idee ist einfach: Alle Sportstätten im Emspark sind in die Jahre gekommen. Das Fußballstadion samt Tartanbahn wurde 1970 errichtet, das Wellenfreibad 1972 und das Hallenbad 1976. „Eine Sanierung der Anlagen erfolgte bisher nicht“, sagte Honnigfort. Deshalb habe man immer wieder Reparaturen am Altbestand vornehmen müssen und bekomme zunehmend Schwierigkeiten, überhaupt Ersatzteile für die zum Teil marode Technik zu bekommen.

Die Einrichtungen seien sachlich-funktional, hätten aber ihren Charme für Erholungssuchende weitgehend verloren, sodass auch die Besucherzahlen drastisch zurückgegangen seien, im Hallenbad von 64810 im Jahr 2004 auf rund 47000 im Jahr 2013. Der Betrieb von Sauna und Café sei vor Jahren eingestellt worden. Auch die Umkleiden am Sportstadion seien abgängig, sodass überall Handlungsbedarf bestehe.

Gleichzeitig sei die Wirtschaftskraft Harens mitsamt der Einwohnerzahl stark gestiegen. „Seit 2003 sind 3500 neue Arbeitsplätze hinzugekommen“, sagte Honnigfort. Der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitnehmer werde derweil zunehmend härter. „Die Menschen fragen: Was kann man in Haren außer Arbeiten noch tun?“

Technik abgängig

Deshalb müsse man dringend den Blick auch auf weiche Standortfaktoren werfen, und das Freizeit- und Sportangebot im Emspark könne hier eine entscheidende Rolle spielen.

Deshalb schlage die Verwaltung der Politik vor, ein bereits erstelltes Konzept weiterzuverfolgen und die Machbarkeit sowie die Finanzierbarkeit zu prüfen.

Das Konzept sieht vor, das sieben Hektar große Areal neu zu strukturieren und dazu verschiedene Bauabschnitte zu bilden. Kernvorhaben ist die transparente Überdachung des Wellenfreibades – mit Blick in den Himmel und die Umgebung also. Außerdem ist im ersten abschnitt der Neubau der Umkleideräume und Sanitäreinrichtungen geplant. Die alten Umkleidegebäude zwischen Fußballplatz und Parkplatz sollen abgerissen werden.

Im zweiten Bauabschnitt würde das Hallenbad zu einer Stadthalle für Veranstaltungen umgebaut und mit Gartenterrasse und Open-Air-Bereich ausgestattet. Das Besondere: Geht es nach den vorläufigen Plänen würde das Wasserbecken selbst als Veranstaltungsraum dienen und je nach Bestuhlung bis zu 300 Gäste und eine Bühne aufnehmen. Im Bauabschnitt drei soll das Fußballfeld in eine Sport- und Leichtathletikanlage mit Beach-Volleyballfeldern umgebaut werden.

Honnigfort erhofft sich von dem Vorhaben gleich mehrere Vorteile. Zum einen wäre ein transparent überdachtes Wellenbad mit mediterranem Flair ganzjährig zu betreiben und in weitem Umkreis kein zweites Mal zu finden, sodass mehr Besucher zu erwarten seien. Zum anderen benötige Haren eine Veranstaltungshalle, wenn Vereine und Gruppen nicht wie bisher größere Veranstaltungen zum Beispiel in Meppen abhalten sollten.

Des Weiteren soll das Fußballfeld zu einer öffentlich zugänglichen Sportanlage umgestaltet werden. Der Bedarf der Fußballvereine werde auf den neuen Plätzen an der B408 gedeckt.

CDU-Fraktionschef Holger Cosse lobte das Vorhaben. „Alle Harener haben lange darauf gewartet , dass hier endlich etwas passiert“, sagte er. „Es herrscht große Freude über einen entscheidenden Schritt nach vorne.“ Gleichwohl handele es sich noch um vorläufige Pläne, die sich ändern könnten und die noch unter dem Vorbehalt der notwendigen Finanzierung stünden. Und es müsse allen Beteiligten klar sein, dass auch das neue Hallenbad zur Daseinsvorsorge der Stadt gehöre, also vermutlich niemals Gewinne abwerfen könne. Dies sei aber angesichts der vielen Vorteile gerechtfertigt.

Heinz Pinkernell (SPD) lobte die Pläne als grundsätzlich richtig. Der Zahn der Zeit habe zu sehr an den alten Anlagen genagt. Die Ausgestaltung des neuen Emsparks solle nun auch mit den Vereinen und Gruppen besprochen werden.

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