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Grenzüberschreitender Verein Hilfe für das Schlüsseltier Honigbiene

Von Tobias Böckermann | 17.07.2014, 16:33 Uhr

Unter dem Motto „Bienen kennen keine Grenzen“ hat der Förderverein „Imme Bourtanger Moor“ in Haren vor nicht einmal einem Jahr seine Arbeit aufgenommen. Und die kann sich sehen lassen: eine ehemalige Kleinbauernstelle hat sich bereits zu einem gut besuchten Schulungszentrum entwickelt.

Kornblumen, Klatschmohn Wucherblumen und Klee bestimmen derzeit das Bild auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände an der Hebelermeerer Straße 3 in Wesuweermoor. Überall summen Honigbienen um die Wette und sie sind nicht als Einzige fleißig: auch die Mitglieder des Fördervereins legen sich noch immer mächtig ins Zeug. Eine Scheune haben sie entrümpelt und den Eingang umgebaut, das Wohnhaus mit der kleinen Diele hat inzwischen eine Küche, einen neuen Fußboden und einen weißen Innenanstrich erhalten, Wege zu Blumen und Obstbäumen sind ebenso angelegt wie gepflasterte Standorte für Bienenkästen.

Vor gut einem Jahr, als Hermann Hüsers sich noch mit der Idee trug, mit Mitstreitern aus Deutschland und Holland einen Verein zu gründen und das Angebot der Stadt Haren anzunehmen, aus der Hofstelle ein Schulungszentrum und im zweiten Schritt ein Museum für die Imkerei im Bourtanger Moor zu machen, vor gut einem Jahr also war diese rasante Entwicklung noch nicht zu ahnen.

„Wir bekommen sehr viel Unterstützung von vielen Seiten“, berichten Hermann Hüsers als Erster Vorsitzender, sein Stellvertreter Björn Wicks und Schriftführerin Andrea Lembeck. Zum Vorstand gehört auch noch Melanie Horstmann als Kassenwartin, außerdem gibt es mehr als ein Dutzend Beiräte mit allgemeinen oder speziellen Aufgaben, sie werden nicht gewählt, sondern bringen sich je nach zeitlichen Möglichkeiten ein. „Wir wollen keine Vereinsmeierei“, sagt Hermann Hüsers, uns geht es um die Sache.

Und die heißt im Wesentlichen zwar „Honigbiene“ mit allem was dazu gehört. Es geht um ihre Rolle nicht nur als Rüssel- sondern vor allem als Schlüsseltier in der Agrarlandschaft, die Förderung der Imkerei an sich oder das Heranführen von Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen an die ökologischen Zusammenhänge im Emsland und den Niederlanden. Der Förderverein veranstaltet aber auch Schulungen für Imker, gerade ist ein grenzüberschreitender Lehrgang zur Zucht und Auswahl von Königinnen zu Ende gegangen. „Die Absolventen sollen Multiplikatoren werden für eine gute, eine bessere Imkerei“, sagt Hermann Hüsers.

Und die 150 Mitglieder des Vereins, die aus Deutschland und den Niederlanden kommen, wollen das 80 Jahre alte Anwesen mitten im ehemaligen Bourtanger Moor zu einem Museum für die Imkerei in der Region weiterentwickeln. „Bienen kannten damals keine Grenzen und jahrhundertelang war die Imkerei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige neben der Schafhaltung“, sagt Hüsers. Sie didaktisch ausgewogen dazustellen wird eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre sein. Der Verein setzt dabei weiter auf die bisher schon sehr gute Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Einrichtungen, etwa Imkervereinen, Schulen , der Landwirtschaft, dem Moormuseum, dem Kunstkreis oder dem Naturschutzbund.

Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, kann an diesem Samstag ab 15 Uhr an einer öffentlichen Mitgliederversammlung mit anschließendem Sommerfest teilnehmen.