Ein Artikel der Redaktion

Debatte um Straßenausbau 26 Baugrundstücke für Wesuwe fallen kleiner aus als erhofft

Von Tobias Böckermann | 09.06.2016, 17:13 Uhr

Wesuwe bekommt ein neues Baugebiet, das wegen Emissionen aus der Landwirtschaft kleiner ausfällt als erhofft. Dafür hat der Bauausschuss der Stadt Haren den Weg freigemacht und weitere knifflige Angelegenheiten besprochen.

Der Ausschuss unter der Leitung von Heinz Over hatte von Stadtbaurat Henrik Brinker zunächst erfahren, dass der Ausbau des Verwaltungstraktes der Oberschule gut vorankomme. Allerdings werde die Hochbaumaßnahme früher beendet sein als die Gestaltung des Schulumfeldes. Das Dorfgemeinschaftshaus Landegge wird derzeit saniert, mehrere Maßnahmen beim Straßenbau und in der Dorferneuerung etwa in Rütenbrock liefen.

In Wesuwe werden in Kürze 26 neue Baugrundstücke „Am Wesuweer Esch, Teil III“ ausgewiesen. In der Ortschaft sind keine öffentlichen Grundstücke mehr verfügbar, die Nachfrage aber sehr hoch. Die Niedersächsische Landgesellschaft NLG hat deshalb 3,82 Hektar Ackerland erworben, die eigentlich komplett bebaut werden sollten.

Weil aber eine Hähnchenmastanlage in der Nähe zu viel Gerüche verursacht und die zulässigen Höchstwerte für Wohnbebauung überschritten würden, kann nun in einem Teilbereich nicht mehr gebaut werden und die Zahl der möglichen Plätze verringert sich um 15 bis 18. Stattdessen wird hier eine Regenwasserversickerung installiert. Eine bisher vorhandene öffentliche Grünfläche soll den Grundstücken zugeschlagen werden, die 572 bis 1058 Quadratmeter groß sein werden. Der Bebauungsplan wird nun öffentlich ausgelegt.

„Plätze schon bald weg“

Ratsherr Jens Engelken (CDU) begrüßte die Entscheidung, mahnte aber, die 26 Plätze seien sehr bald schon wieder weg. Eine Suche nach weiteren Bauflächen im Norden des Dorfes sei sinnvoll.

Für größere Diskussionen sorgte das Vorhaben der Stadt Haren, die Straßen Reinersweg, Von-Galen-Straße, Windthorststraße und Vom-Stein-Straße endgültig auszubauen. Das an diesen Straßen entstandene Wohngebiet ist rund 30 Jahre alt, inzwischen sind die Straßen aber nach Angaben von Stadtbaurat Hendrik Brinker in einem desolaten Zustand. Die ausgefahrenen Seitenräume und die fehlende Oberflächenentwässerung erforderten ständigen und kostenintensiven Reparatureinsatz durch die Stadt, die Verkehrssicherheit sei nicht mehr gegeben.

Ein endgültiger Ausbau soll diese Situation entschärfen. Dabei müsse die Fahrbahn komplett neu aufgebaut werden. Vorgesehen seien neben Beleuchtung und Entwässerung auch Bäume, am Reinersweg ein Gehweg und zahlreiche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Die Fahrbahnen sollen 4,75 bis 5,50 Meter breit werden.

Kosten werden umgelegt

Dabei sind laut Beschlussvorlage 90 Prozent der Kosten auf die Anlieger umzulegen, eine Anliegerversammlung soll vor Beginn der konkreten Umsetzung eine Beteiligung der Bürger ermöglichen.

Holger Cosse (CDU) befand den Ausbau für zweifelsfrei notwendig. Er sei vor 20 Jahren schon einmal vorgesehen, dann aber verworfen worden. Cosse hatte Anmerkungen zu einigen Ausbaudetails, verwies aber dafür auch auf die Anliegerversammlung. Das sah Heinz Pinkernell (SPD) genauso. Er fragte sich aber, warum die alte Fahrbahn komplett entfernt werden müsse, was teuer sei.

Der Ausschuss stimmte dem Konzept zu. In der anschließenden Einwohnerfragestunde meldeten sich dann mehrere Anwohner der betroffenen Straßen zu Wort und befürchteten unter anderem, der Ausbau der Straße werde noch mehr Durchfahrtsverkehr als schon jetzt anziehen. Holger Cosse hatte zuvor auch eine Einbahnstraßenregelung ins Gespräch gebracht. Stadtbaurat Franz Lammers erläuterte aber, Einbahnstraßen erhöhten durch die längeren Wege das Verkehrsaufkommen zusätzlich.