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Harener Landwirt bezieht Position „Freilandhaltungen sind nicht automatisch gefährlich“

Haren-Wesuwe. Vor einigen Tagen hat die Meppener Tagespost über eine Sitzung des Harener Ausschusses für Ordnung, Kultur und Soziales berichtet, in dem Kreisveterinär Heiko de Buhr über die Gefahren einer Vogelgrippeepidemie im Emsland referiert hatte. Anlass war unter anderem der geplante Bau einer Legehennenfreilandhaltung in Emmeln. Jetzt hat sich der Landwirt zu Wort gemeldet und betont: Freilandhaltungen sind nicht automatisch gefährlich für die konventionellen Betriebe oder die Harener Großschlachterei.

Bereits umgeplant

Landwirt Jens Engelken betreibt in Haren-Wesuwe bereits erfolgreich eine Freilandhaltung mit 36000 Legehennen. Nun plant er gemeinsam mit seinem Onkel Hermann Engelken auf dessen Grund und Boden in Emmeln einen weiteren Stall. Allerdings, das betont Jens Engelken, haben die beiden bereits auf die Interessen der übrigen Geflügelwirtschaft und des Schlachthofes Emsland-Frischgeflügel reagiert. Man plane nicht mehr eine Freilandhaltung, sondern eine Bodenhaltung in einem geschlossenen Stall – und zwar sei dies bereits vor der Sitzung des Harener Ausschusses bekannt gewesen.

Zudem habe man den Stall bereits um einige Dutzend Meter verschoben – ebenfalls, um Emsland Frischgeflügel entgegenzukommen. So würden wichtige Abstände zur geplanten Geflügelhaltung der Engelkens eingehalten, die wichtig werden, falls die Geflügelpest auftreten sollte.

Veterinär Heiko de Buhr hatte berichtet, der Ausbruch der Geflügelpest, einer hoch ansteckenden Form der Vogelgrippe, könne im Emsland einen Schaden von rund einer Milliarde Euro verursachen. Der Landkreis weise eine so hohe Viehdichte auf wie kein anderer Landkreis Deutschlands. Ein Seuchenfall hätte deshalb durch direkte Schlachtungskosten und folgende Einnahmeausfälle einen immensen Schaden zur Folge.

Jens Engelken bestreitet das nicht, weist aber darauf hin, dass Freilandhaltungen die Gefahr der Geflügelpest nicht erhöhten. „Die Krankheit wird nicht ausschließlich über Wildvögel übertragen, sondern kann vielmehr über Transportwege und überbetrieblichen Maschineneinsatz verbreitet werden, wie es in Putenmastbeständen im Raum Cloppenburg 2008 der Fall gewesen ist“, betont Engelken.

Vorsichtsmaßnahmen

Er engagiert sich in der Interessenvertretung Alternative Hühnerhaltung (IAH), die im Emsland und der Grafschaft Bentheim aktiv ist. „Wichtig ist, die Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten, egal ob geschlossene Haltung oder im Freiland“, sagt er. Zudem glaubt er, dass es gerade der Tourismus-Stadt Haren gut täte, wenn dort auch Tiere in der freien Landschaft zu sehen wären.


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