Keine reine Männerdomäne Bienenzentrum Haren wirbt um Imkerinnen

Haben Spaß am Imkern, v.l. Gregor Konermann, Antonia Weiner, Silke Klafki, Daniela Schulte und Olga Immel. Foto: Tobias BöckermannHaben Spaß am Imkern, v.l. Gregor Konermann, Antonia Weiner, Silke Klafki, Daniela Schulte und Olga Immel. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Das Bienenzentrum Imme in Haren möchte mehr Frauen dazu animieren, Imkerinnen zu werden. Vier Schulungsteilnehmerinnen berichten.

Silke Klafki, Antonia Weiner, Daniela Schulte und Olga Immel haben an der diesjährigen Imkerschulung im Bienenzentrum teilgenommen. Gemeinsam mit ihrem Dozenten Gregor Konermann begleiteten sie entweder ein eigenes Bienenvolk oder eines der Imme-Schule durch das Bienenjahr. Start der imkerlichen Grundschulung war ein Infoabend im Januar, richtig los ging es dann Anfang April.

Die Vermittlung der theoretischen Grundkenntnisse wurde dabei mit Arbeiten am Bienenvolk verknüpft, so dass das praktische Tun für erste Erfahrungen im Umgang mit den Honigbienen sorgte. Am Ende sollten dann möglichst alle Tätigkeiten vermittelt werden, die notwendig sind, um erfolgreich zu Imkern. Allerdings ist dem Vorsitzenden des Fördervereins Imme, Hermann Hüsers, auch klar: „Ausreichende Erfahrung als Imker zu sammeln, dauert sicherlich länger als ein Jahr. Es geht um das wesentliche Rüstzeug, aber es kommen immer wieder neue Herausforderungen auf die Imker zu.“

Dass diese Arbeit nicht nur von Männern erledigt werden könne, davon sind Hüsers und Dozent Konermann überzeugt. Deshalb haben sie gezielt die vier Teilnehmerinnen des aktuellen Kurses darum gebeten, über ihre eigenen Erfahrungen zu berichten.

„Anderer Blick auf die Natur“

Die Meppenerin Silke Klafki kam über einen Tag der offenen Tür zur Imkerei. Naturverbunden ist sie so wie ihr Mann Tobias, der ebenfalls eine Imkerschulung in Meppen mitgemacht hat. „Wir wollen unsere Kinder an die Natur heranführen und die Imkerei interessierte uns.“ Mittlerweile besitzt die Familie vier eigene Bienenvölker.

Auch Antonia Weiner aus Meppen ist bereits Bienenbesitzerin. Ihre Kinder hatten ihr die Teilnahme an einer Grundschulung geschenkt und eigentlich wollte sie sich erst einmal nur fortbilden. „Aber inzwischen haben wir zwei Völker“, berichtet sie. Besonders habe ihr die Möglichkeit geholfen, sich bei Fragen an einen erfahrenen Paten zu wenden.

Daniela Schulte aus Schöninghsdorf hat ebenfalls bereits zwei Völker angeschafft, hauptsächlich zur Bestäubung der vielen Obstbäume im Garten. Sie hatte in der Zeitung vom Schulungskonzept gelesen und meldete sich an. Olga Immel aus Twist hält gemeinsam mit ihrem Mann zwei Bienenvölker. Zwar hält sie sich selbst noch ein wenig bei deren Betreuung zurück, aber „es sollen mehr werden.“

Alle vier sehen keinen Grund mehr, warum die Imkerei über Jahrhunderte ein traditionell männlich dominiertes Handwerk war und auch noch ist. Denn nur bei wenigen Handgriffen im Jahr seien Männer körperlich im Vorteil – etwa beim Umsetzen der Beuten. Aber da könne man sich Hilfe holen, sagt Hermann Hüsers.

Bei der Imme gehe es nicht nur um Imkerei und Honigbiene, sondern um die Natur als Ganzes. „Die Biene ist auch ein Symbol für den Rest der Natur.“ Tatsächlich bestätigt Antonia Weiner: „Wer Bienen hält, blickt ganz anders auf seine Umgebung. Man sucht automatisch immer nach Blüten, die Bienen und Insekten Nahrung bieten könnten und ändert auch sein eigenes Verhalten, denke bei der Bienenbetreuung vorausschauender.“ Die Honigernte stand für alle Kursteilnehmerinnen nicht im Mittelpunkt ihres Tuns.

Voraussichtlich am 25. Januar 2018 wird im Imme-Bienenzentrum ein Infoabend für eine neue Imkerliche Grundschulung stattfinden. Sie umfasst 18 Termine. Informationen: hermann.huesers@t-online.de, Telefon 05932/5302.


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