„Verein(t) für gute Schule“ Harener Förderverein für bundesweiten Preis nominiert

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Haren. Neun Seiten können es in sich haben: der Förderverein der Clemensschule Wesuwe ist als eine von 25 Schulen bundesweit für den deutschen Schulförderpreis „Verein(t) für gute Schule“ nominiert worden. Die Bewerbungsskizze umfasste eben jene neun Seiten.

Der Preis wurde von der der „Stiftung Bildung“ in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung ausgelobt und wird am 6. November in Berlin verliehen. Ob die Mitstreiter aus Wesuwe dann unter den Preisträgern sein werden ist offen – nur drei der 25 Nominierten erhalten eine mit je 5000 Euro dotierte Auszeichnung.

Sicher ist: Die Leistung des Vereins ist schon jetzt als besonders hoch einzuschätzen. Denn der Förderpreis „Verein(t) für gute Schule“ prämiert seit 2014 deutschlandweit erfolgreiche Projekte von Schulfördervereinen. Ziel ist es, an den Schulen wirksame Maßnahmen zu entdecken, zu fördern und zu verbreiten. Und das ist den Wesuwern offensichtlich gelungen.

Seit 1999 hilft der Förderverein der Clemensschule materiell und ideell – auf sein Konto oder seine tatkräftige Mithilfe gehen unter anderem die Umgestaltung des Schulhofes, die Ausstattung von Werk- und Computerraum, die jährliche Ausrüstung der Spielkisten sowie die Unterstützung sozial schwacher Schüler, zum Beispiel bei Schulfahrten.

2015 hat der Verein gemeinsam mit dem Heimatverein das Projekt „Nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Ernährung – Gestern. Heute. Morgen!“ gestartet und arbeitet seitdem in mehreren Stufen daran, die Grundschulkinder an die Themen moderner Landwirtschaft sowie gesunder Ernährung heranzuführen.

Kooperationen

In Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Wesuwe werden die Kinder im Frühjahr bei der Aussaat von Pflanzkartoffeln sowie von Getreide- und alten Kohlsorten aktiv beteiligt und damit zurückversetzt in die Zeit vor 100 Jahren. Mit altem Gerät wird die Bodenbearbeitung erlebbar gemacht, die Kartoffeln im Nachgang von den Kindern per Hand gepflanzt. Gegen Ende dieser Aktionen kommen aber auch hochmoderne Pflanzmaschinen und Traktoren zum Einsatz, um zu zeigen, wie Landwirtschaft heute funktioniert.

„Kinder lernen durch das eigene Tun, wie anstrengend und hart die Arbeit vor 100 Jahren gewesen ist und erleben gleichzeitig, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln ist“, sagt Fördervereinsvorsitzender Marco Strodt-Dieckmann. Im Jahresverlauf verfolgen die Kinder dann gemeinsam mit ihren Lehrern regelmäßig, wie die Saat aufgeht. Mit Mitgliedern des Fördervereins pflegen sie die Felder und verfolgen das Wachstum. Im Herbst werden dann die Früchte geerntet.

In der Zwischenzeit spielt das Thema gesunde Ernährung eine Hauptrolle. In Zusammenarbeit mit dem Emsländischen Landvolk, dem Land Niedersachsen sowie der Europäischen Union erhalten die Grundschulkinder kostenlos einmal wöchentlich frisches Obst und Gemüse. Der Förderverein bereitet die Obst- und Gemüsesorten auf und sorgt für die Verteilung in den Klassen.

Im dritten Schritt macht das Projekt die „Landwirtschaft heute“ erlebbar. In der Landwirtschafts-AG erhalten die teilnehmenden Kinder die Möglichkeit, moderne, landwirtschaftliche Betriebe aus der Region kennenzulernen. Die Auswahl der Betriebe erfolgt über die jeweiligen Themen der Arbeitsgemeinschaft. Zum Themenschwerpunkt „Woher kommt die Milch?“ hatten die Kinder zum Beispiel die Möglichkeit einen Milchviehbetrieb in Haren zu besichtigen.

Nachhaltigkeit

Mit diesem Projekt passte der Förderverein gemeinsam mit seinen Partnern nahezu perfekt in die Ausschreibung des diesjährigen Schulförderpreises. Denn der sucht unter anderem Projekte, die neue Wege zum Umgang mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen entwickelt haben. Am 6. November fährt nun eine Delegation des Fördervereins zur Preisverleihung bei der Heinrich-Böll-Stiftung nach Berlin. „Wir hoffen natürlich, auf dem Treppchen zu landen“, sagt Vorsitzender Marco Strodt-Dieckmann. Die mehr als 150 Mitglieder des Vereins dürften darauf ebenso gespannt, sein, wie der Vorstand.


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