Neuer Aussichtspunkt am Radweg Moorerlebnis beim alten Torfwerk in Fehndorf


Haren. Am Radwanderweg zwischen Haren und der niederländischen Nachbarstadt Emmen gibt es jetzt einen Aussichtspunkt ins renaturierte Hochmoor bei Fehndorf.

Besucher können jetzt von der Straße Am alten Torfwerk über einen ausgeschilderten befestigten Geh- und Radweg barrierefrei bis auf den Aussichtshügel gelangen, an dessen Fuß sich Fahrradständer befinden. Oben stellen Informationstafeln die Tier- und Pflanzenwelt vor und es gibt eine Sitzgelegenheit.

Bei der Vorstellung der touristischen Attraktion erinnerte Harens Bürgermeister Markus Honnigfort daran, dass bereits bei der Freigabe des Radwegs 2012 über die Idee gesprochen wurde, die 29 Hektar große Moorfläche im Besitz der Staatlichen Moorverwaltung zugänglich zu machen. Er dankte dem Leiter der Geschäftsstelle Meppen der Moorverwaltung Eberhard Masch, der den Wunsch unterstützt hat, die renaturierte Fläche Besuchern zugänglich zu machen, auf der ab 1956 fast 40 Jahre Torfabbau betrieben worden ist.

Für das Vorhaben waren Partner nötig, denn die Besucher sollen fachkundig informiert werden, sagte Honnigfort. Die Naturschützer vom Verein NABU kümmern sich um die Tiere und Pflanzen in der Moorfläche. Sie steuerten Bilder und Texte für die Informationstafeln bei. Ebenso der Verein Imme Bourtanger Moor, der in Wesuwermoor seinen Sitz hat. Die Finanzierung des 187.000 Euro kostenden Vorhabens gelang mithilfe der Lokalen Arbeitsgemeinschaft (LAG) „Moor ohne Grenzen“ mit einem 75.000 Euro Zuschuss aus dem Förderprogramm Leader der Europäischen Union. Antragstellung und Abwicklung wurden vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) betreut. Die Einbindung in das touristische Konzept hat der Internationale Naturpark Moor - Veenland übernommen.

Erhard Nerger (NABU) und Hermann Hüsers (Imme) waren sich mit Eberhard Masch einig: Man könne nur das schützen, was man kennt. Daher sei das Naturerlebnis so wertvoll. Der LAG-Vorsitzende Ernst Schmitz sagte, die Besucher können hier erleben, was die Grenzregion verbindet, das Moor. Daher sei die Lage am grenzüberschreitenden Radwanderweg ideal.

Bürgermeister Honnigfort sagte: „Ein Baustein kommt zum nächsten“, denn die touristische Attraktivität Harens wächst. Es gebe ein umfangreiches Touren und Informationsangebot, gleichzeitig könne man an Stellen wie dem neuen Aussichtspunkt die Ruhe und die Landschaft genießen. Die Stadt Haren plane, die Ortsmitte von Wesuwe als nördliche Pforte zum Naturpark auszugestalten. Hier sollen Reisende vom Auto aufs Fahrrad umsteigen, um die Landschaft zu entdecken. Dies nütze auch den Einheimischen, denn die Gäste sichern die Nahversorgung, meint der Bürgermeister. Als Beispiel nannte er den neuen Dorfladen in Wesuwermoor. Der Ortsvorsteher von Fehndorf, Bernhard Hermes sagte, dass der Radtourismus im Dorf sich gut entwickelt hat. Sylvia Backers beim ArL in Meppen zuständig für die Strukturförderung wies darauf hin, dass Projekte die sowohl dem Tourismus, der Umwelt, als auch der Dorfentwicklung dienen, gute Aussicht auf Förderung haben.


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