Serie „Ich trage einen großen Namen“ Thomas Müller auch in Haren immer am Ball

Von Petra Heidemann

Auch Thomas Müller in Haren weiß mit einem Ball umzugehen. Foto: Petra HeidemannAuch Thomas Müller in Haren weiß mit einem Ball umzugehen. Foto: Petra Heidemann

Haren. Thomas Müller – diesen Namen findet man etwa 50000 Mal in Deutschland. Zu ihnen gehören auch Thomas Müller, der Fußballstar des FC Bayern München, und Thomas Müller aus Haren.

Thomas Müller und Fußball, das passt auch im Emsland zusammen, wenn auch nicht als Profisport. Der gebürtige Essener kam als Kind mit seinen Eltern nach Wesuwe und kickte im „4. Team Grenzland Twist“, gesteht aber augenzwinkernd, es sei mehr  aus „Spaß an der Freud“ gewesen und es habe sich eher um eine „Thekenmannschaft“ gehandelt. Inzwischen arbeitet der 48-Jährige als Process Controller bei einer großen niederländischen Firma und lebt mit seiner eigenen kleinen Familie idyllisch in Haren-Erika. Persönlich begegnet sei er dem namensgleichen Fußballstar noch nicht, aber wann immer er mit seiner EC-Karte bezahlen möchte oder telefonisch eine Reservierung oder Bestellung vornehmen möchte, komme unweigerlich die Frage „Ach - so wie DER Thomas Müller vom FC Bayern?“ Dabei, scherzt der Harener, trage er nicht denselben Namen wie dieser, sondern der Bayer habe seinen Namen bestenfalls von ihm, dem Harener, denn schließlich sei er ja der wesentlich Ältere.

Emsländer ist Borussia-Fan

Fatal sei nur, dass der berühmte Fußballer dem „Rivalenverein“ angehöre, denn der Emsländer ist mit ganzem Herzen Borussia-Fan. Ernst werdend erzählt er davon, wie seine Freunde und er in Dortmund vergeblich auf den Mannschaftsbus „ihrer“ Spieler gewartet hätten und dann erfahren mussten, das auf diesen Bus geschossen worden sei und das Spiel um einen Tag verschoben werden musste. So sei man eben wieder nach Hause gefahren und habe sich für den nächsten Tag noch einmal Urlaub genommen, um wieder hinzufahren. Dabei sei es ihnen allen dann aber nicht mehr um den Sieg gegangen, sondern ganz bewusst um die Unterstützung der Spieler und des Fußballs als solchen.

Kein leichter Stand

Der Frage, warum er denn bei seinem Namen nicht Bayern-Fan sei, begegnet Müller: „Fan sein, das sucht man sich nicht aus, das ergibt sich einfach irgendwie, das ist Bauchgefühl.“ Doch ihm geht es nicht ausschließlich um die Dortmunder; wenn die Meppener Aufstellung nehmen, dann sei er bei ausgesuchten Spielen nach Möglichkeit dabei, und auch die Bundesligaspiele im Fernsehen seien „Pflicht“.

Am Arbeitsplatz allerdings werde gerne „gespöttelt“, denn schließlich war Louis van Gaal Trainer bei den Bayern, und der Groningener Arjan Robben gehört zur Mannschaft des FC Bayern. Da habe man zwischen holländischen Bayern -Enthusiasten in einem fußballbegeisterten Land als Borussia-Fan nicht gerade einen leichten Stand, aber mit spitzbübischem Lächeln kommentiert Müller: „Damit kann ich leben.“ Irgendwelche Negativerfahrungen habe er mit seinem Namen jedenfalls noch nie gemacht, und „Autogrammkarten hat auch noch niemand von mir gewollt.“