Versammlung in Haren-Altenberge Jahresempfang der emsländischen Reservisten

Die Fördermitglieder und Reservisten wurden für langjährige Treue und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Thomas Landwehr eröffnet den Jahresempfang. Foto: Gerd MecklenborgDie Fördermitglieder und Reservisten wurden für langjährige Treue und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Thomas Landwehr eröffnet den Jahresempfang. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. Zahlreiche Mitglieder der Kreisgruppe Emsland/Grafschaft Bentheim im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr haben sich zu ihrem Jahresempfang im Harener Ortsteil Altenberge versammelt.

Zu den Dudelsackklängen einer Abordnung der Pipe-Band City of Nordhorn Pipes & Drums wurden zu Beginn der Veranstaltung im Hotel Altenberge feierlich die Fahnen der einzelnen Reservistenkameradschaften in den Saal getragen. Harens Bürgermeister Markus Honnigfort betonte in seinem Grußwort, wie wichtig es für die Kommunen sei, mit den örtlichen Reservistenkameradschaften direkte Ansprechpartner zu haben – und somit auch die Gewähr, im Krisenfall von kompetenten Partnern schnell und sachgerecht unterstützt zu werden.

So sah es auch sein Bad Bentheimer Bürgermeisterkollege Volker Pannen, der zudem die Bedeutung der Bundeswehr im europäischen Verbund herausstellte. In der Grafschaft fühle man sich gut verbunden mit der Bundeswehr und den Streitkräften in den Niederlanden. Für den Landkreis Emsland sprach Marc-André Burgdorf von einer veränderten Landschaft, „wo in der Fläche regional die Bundeswehr nicht mehr so präsent ist, dafür aber die Reservistenkameradschaften sehr wohl wahrgenommen werden“.

Potenzial vergrößern

Kritischere Töne schlugen der Vertreter der Landesgruppe, Oberstleutnant der Reserve (d.R.) Hans-Joachim Schmidt, und der Kreisvorsitzende Thomas Landwehr an. Beide gingen auf die Neuausrichtung der Bundeswehr und die Auswirkungen dieser Reform auf die ehrenamtliche Reservistenarbeit ein.

„Wir haben in letzter Zeit erkennen müssen, dass sich die Welt um uns drastisch verändert“, befand Schmidt, und bezog sich auf „die zahlreichen Konfliktherde“ und die noch nicht zu durchschauenden Veränderungen durch die neue US-Regierung unter Donald Trump. „Maßstäbe, die jüngst noch als verbindlich zu betrachten waren, verschieben sich“, so der stellvertretende Landesgruppenchef. Das alles müsse auch in aktuelle Reservistenthemen einfließen, und es sei „schlicht notwendig, das allgemeine Potenzial der Bundeswehr zu vergrößern“, sagte Schmidt.

Der Kreisvorsitzende Landwehr teilte diese Einschätzung und beklagte den Personal- und Ausrüstungsmangel. Auch sei ein ständig schwindendes sicherheitspolitisches Interesse in der breiten Bevölkerung festzustellen, „obwohl aktuell in der Welt viel geschieht“. Zudem mangele es der Bundeswehr an Modernisierungswillen. So sei die offensive Abwerbung der Absolventen des Studiengangs Informatik an der Universität der Bundeswehr durch die Wirtschaft „kein Wunder“, sagte Landwehr.

Zahlreiche Ehrungen

Einen breiten Rahmen nahmen die Ehrungen der Jubilare und der Mitglieder für herausragende Dienste ein. Dabei wurde Alfred Rademacher, Gefreiter d.R., mit der höchsten Auszeichnung der Landesgruppe Niedersachsen, dem Niedersachsenross, geehrt. Die Ehrenadel der Landesgruppe Niedersachsen in Silber erhielt Oberfeldwebel d.R. Heinz van der Pluym, die Ehrennadel in Bronze ging an den Obergefreiten d.R. Thorsten Sembzig. Mit dem Bestpreis der Landesgruppe Niedersachsen wurden die Fördermitglieder Claudia Schmitz, Ronald Ensing, Janette Ensing, Alfons Eiken und Margret Eiken ausgezeichnet.

Die Ehrenurkunde für 50-jährige Mitgliedschaft im Reservistenverband wurde an Feldwebel d.R. Jürgen Günther überreicht, und die Ehrenurkunde für 35-jährige Mitgliedschaft im Reservistenverband erhielt Oberstabsfeldwebel d.R. Ulrich Schmitz. Die Madonna-von-Stalingrad-Medaille des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde an die Obergefreiten d.R. Heiner Foppen und Hermann Telgen vergeben.


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