Grenze der Belastbarkeit Haren will nicht noch mehr Stromtrassen

Stromtrasse zwischen Haren und Wesuwe: Vermutlich zwei Stromautobahnen kommen noch hinzu, dann aber ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht, sagt die Stadt Haren. Archivfoto: Tobias BöckermannStromtrasse zwischen Haren und Wesuwe: Vermutlich zwei Stromautobahnen kommen noch hinzu, dann aber ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht, sagt die Stadt Haren. Archivfoto: Tobias Böckermann

Haren. Der Ausschuss für Bauen und Planung hat sich erneut mit dem Netzentwicklungsplan Strom befasst. Hauptaussage eines Positionspapiers: Die Energiewende wird weiter unterstützt, die damit verbundenen Lasten müssen aber bundesweit gerechter verteilt werden.

Das Positionspapier hatte die Stadtverwaltung erarbeitet. Stadtbaurat Henrik Brinker stellte die Inhalte vor. Demnach sind die vier großen deutschen Stromnetzbetreiber dazu verpflichtet, alle zwei Jahre im Netzentwicklungsplan Strom zu untersuchen, wie sich der Bedarf an Stromtrassen unter mehreren unterschiedlichen Annahmen entwickeln dürfte.

Dabei werde simuliert, wie sich eventueller Im- und Export von Strom auswirkten oder wie sich Produktion und Nachfrage entwickeln werden. Abgebildet werden die kommenden zehn bis 20 Jahre. Nun also hätten die Netzbetreiber Tennet, Amprion, Transnet BW und 50Hertz einen neuen Plan für 2030 vorgelegt, zu dem betroffene Kommunen bis Ende Februar Stellung nehmen konnten.

Die Stadt Haren unterstützt die Energiewende grundsätzlich und auch die damit verbundene Notwendigkeit, Windstrom aus dem Norden in den Süden der Republik zu transportieren. Allerdings sei gerade der Nordwesten und damit auch Haren durch die Planung gleich zweier neuer Trassen schon heute deutlich mehr belastet als andere Regionen.

Haren fordert deshalb, dass die energieintensiven Ballungsräume Süd- und Westdeutschlands zunächst mit regenerativem Strom aus der unmittelbar eigenen Umgebung versorgt werden sollten. Dies könne einen Teil des Netzausbaus überflüssig werden lassen.

Weiteren, über die zwei derzeit in Planung befindlichen, Stromtrassen im Stadtgebiet werde man nicht zustimmen. Eine Bündelung neuer mit bestehenden Trassen sei ebenso notwendig wie eine Ausführung als Erdkabel. Auch müssten Erforschung und Ausbau von Speichermedien forciert werden. Ähnlich hatte sich die Stadt Haren auch schon vor zwei Jahren zum damaligen Netzentwicklungsplan geäußert .

Carina Seelhorst stimmte im Namen der CDU-Fraktion dem Positionspapier zu. Die Energiewende sei richtig, die Lasten müssten aber fair verteilt werden. Heinrich Schepers (SPD) sah das ähnlich. So sei der Ausbau der Erneuerbaren Energien auch in anderen Bundesländer ebenso notwendig wie der Ausbau von Speichermöglichkeiten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN