Mahnmal gegen Hass und Gewalt In Haren starben bis zu 4000 russische Gefangene

In Stille gedachten die Teilnehmer während der Gedenkfeier den Opfern des „Lager 8“ bei Wesuwe. Foto: Gerd MecklenborgIn Stille gedachten die Teilnehmer während der Gedenkfeier den Opfern des „Lager 8“ bei Wesuwe. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. „Wir dürfen nie wieder wegschauen!“ Diese Forderung hat Rainer Schröter, Oberstleutnant der Reserve, in seiner Ansprache zum Gedenken an die Opfer der Emslandlager auf der Kriegsgräberstätte in Wesuwe-Siedlung gestellt.

Gemeinsam mit Vertretungen der Schützenvereine St. Hubertus Wesuwe, St. Josef Wesuwe Moor, St. Georg Wesuwe-Siedlung, des Schützenvereins Altharen und der Reservistenkameradschaften aus Meppen, Borken und Haren-Erika gedachte der Oberstleutnant dabei besonders der hier ruhenden sowjetischen Kriegsgefangenen. Nach der offiziellen Zeremonie legten Schröter, Harens Bürgermeister Markus Honnigfort und der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing am Denkmal einen Kranz nieder.

Menschenunwürdig

In seiner Begrüßung ging Wesuwes neuer Ortsvorsteher Hartmut Bruns auf die Geschichte der Gedenkstätte ein, und erinnerte an die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen die Kriegsgefangenen im sogenannten Lager 8 bei Wesuwe leiden mussten. Dieses Lager war ursprünglich für Strafgefangene errichtet worden, die zur Zwangsarbeit in den nahe gelegenen Mooren herangezogen wurden.

Im September 1939 übernahm das Oberkommando der deutschen Wehrmacht die Anlage als Kriegsgefangenenlager. Über 4000 sowjetische Kriegsgefangene starben während des Zweiten Weltkrieges im Lager 8 bei Wesuwe und wurden hier begraben. 98 junge Männer in Einzelgräbern und zwischen 2000 und 4000 in drei Massengräbern.

Nie wegsch In Haren starben bis zu 4000 russische Gefangene auen!

Oberstleutnant Schröter richtete seinen Appell an alle Menschen in der der Welt, „wir dürfen nie wieder wegschauen. Und dieser beeindruckende Ort, an dem ich hier und jetzt stehe, ist ein Mahnmal gegen Blindheit, Hass und Gewalt“. Auch in einer modernen und aufgeklärten Welt lebe man immer noch nicht in Frieden. „Das machen die Gräueltaten des sogenannten ‚Islamischen Staates‘ und das Leid der über 60 Millionen Flüchtlinge auf der ganzen Welt uns täglich deutlich“, sagte Schröter.

Bei der feierlichen Kranzniederlegung, die musikalisch von den Wesuweer Dorfmusikanten umrahmt wurde, sagte Hartmut Bruns: „Wir stehen nun heute in Ehrfurcht an diesem Denkmal und verneigen uns vor den Opfern von Krieg und Gewalt.“


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