Müller Bramsmann startete 1873 Drei Kunstwerke erinnern an den Flugpionier

Von Tobias Böckermann


Haren. An die Geschichte des ersten Segelfliegers aus dem Emsland erinnert in Haren ein überdimensionales Kunstwerk: Wo die Wesuweer Straße in die Stadt mündet, steht auf einem Kreisverkehr eine stilisierte Mühle mit blauen Flügeln. In etwa dort, wo von 1880 bis 1948 Bramsmanns Mühle stand, erinnert der fast zehn Meter hohe kunstvolle Nachbau an den wagemutigen Flug des Müllers Herm Hinnerk Bramsmann.

Autor Michael Kuper datiert seine Geschichte nach langer Recherche auf das Jahr 1873 – den genauen Tag wisse man wohl nicht mehr, sagt er und geht davon aus, dass der Müller damals von der Vorgängermühle gesprungen ist. Obwohl Bramsmann plante, ohne allzu viel Aufmerksamkeit zu springen und deshalb die Sonntagsandacht als passenden Zeitpunkt ansah, weil dann alle Altharener in der Kirche sein würden, wurde sein Vorhaben doch wohl bekannt und viele Menschen schauten zu.

Bramsmann flog wohl mit einer Art Segelflieger, dessen Leinen bespannte Flügel sich vermutlich bewegen ließen und schaffte damit rund 130 Meter, wie Michael Kuper nachgemessen hat. Er landete in einigen hohen Eichen.

Der Kunstkreis Haren hat diese Geschichte 2009 zum Anlass genommen, gemeinsam mit der Stadt Haren und mit Hilfe vieler Sponsoren eine Kunstwerkstrilogie an dem damals neu errichteten Kreisel zu errichten. Grundlage war ein Gedicht der Enkelin des letzten Segelfliegers, Helma Gravel. Zu sehen sind die Mühle, der Flieger selbst und eine staunende Menschenmenge.

Bramsmanns Sohn Gerd hatte dann übrigens offenbar das Tüftlergen des Vaters geerbt. Er experimentierte schon vor 70 Jahren mit der Nutzung der Windkraft und produzierte nicht nur Mehl, sondern mit einem kleinen Windrad auch Strom für das Müllerhaus.