Prävention im Altkreis Meppen Tipps gegen Erpressung über das Internet

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Haren. Nicht alle Viren dieser Welt verursachen Krankheiten beim Menschen. Denn immer häufiger schleichen sich Schadprogramme in Computersysteme ein – mit oftmals teuren Folgen für deren Besitzer.

Für Frank op de Weegh, Gerd Kamlage und Hartmut Bruns von der Polizei in Meppen sind Trojaner, Viren und Erpressungsprogramme keine Unbekannten. Auch im Emsland erhalten PC-Besitzer regelmäßig Warnungen wie diese: „Sie haben Kinderpornos auf dem Rechner. Zahlen Sie 100 Euro, damit wir Sie nicht anzeigen.“ In Wahrheit befindet sich natürlich kein solches Bildmaterial auf dem Computer, jedenfalls keines, das der Bedrohte tatsächlich selbst aufgespielt hätte. Stattdessen haben sich Verbrecher mit einer Schadsoftware, die meistens an eine Mail angehängt war, Zugang zum Rechner verschafft.

Gleiches gilt für sogenannte Browser Lock-Erpressungen, von denen speziell mittelständische Firmen betroffen sind. „Oftmals sind Schadprogramme an vermeintliche Bewerbungen angehängt und werden wirksam, wenn man zum Beispiel die angehängten Dokumente öffnet“, sagt Gerd Kamlage. Wenn es ganz schlecht läuft, verhindert das Programm den Zugang zum PC oder verschlüsselt die Daten auf dem Datenträger – es sein denn, man zahlt Lösegeld.

In den drei bislang im mittleren Emsland bekannt gewordenen Fällen verlangten die Täter zwischen 500 und 4000 Euro „Lösegeld“. Da für viele Firmen das Funktionieren ihres PCs überlebenswichtig ist, zahlen sie. Und dabei wäre Abhilfe deutlich billiger zu haben, sagen die Experten der Polizei: „Ein tägliches Backup der Daten hilft dabei, Schlimmeres zu verhindern.“

Antivirensoftware hilft

Außerdem gelte für alle PC-Benutzer, dass eine aktuelle Antivirensoftware die schlimmsten Übergriffe verhindern kann. Und wer dann noch konsequent darauf achtet, keine gezippten, also komprimierten Dateien unbekannter Absender zu öffnen, macht schon sehr viel richtig.

Und ganz wichtig sind ausreichend sichere Passwörter. Hier hat Gerd Kamlage eine gute Eselsbrücke parat: „Denken Sie sich einen einprägsamen Satz aus. Gerne ohne tieferen Sinn. Etwa: Opas Hund hat sechs Beine. Dann nehmen Sie die Anfangsbuchstaben in Groß- und Kleinschreibung, fügen noch eine Zahl und ein Sonderzeichen hinzu und setzen je nach Anwendung ein a für amazon, ein e für ebay und so weiter davor oder dahinter. Das kann man sich merken und es ist sicher.“


•Öffnen Sie niemals ungeprüft Dateianhänge. Ganz gleich, ob es sich um scheinbar ungefährliche Dateien wie Bilder, Dokumente oder sonstige Dateien handelt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie sicherheitshalber beim Absender nach.

•Oft verraten sich virenbehaftete E-Mails durch eine leere Betreffzeile, oder der Betreff macht den Adressaten neugierig (z. B. mit Begriffen aus dem Erotikbereich).

•Seien Sie misstrauisch, wenn Sie E-Mails mit fremdsprachigem Betreff erhalten. Wenn Sie solche E-Mails unaufgefordert erhalten, sollten Sie diese sofort löschen.

•Klicken Sie niemals auf Links in unaufgefordert zugesandten E-Mails. Immer häufiger leiten diese auf infizierte Webseiten. Rufen Sie diese auf, können Sie sich bereits mit Schadsoftware infizieren. Geben Sie die gewünschte Internetadresse stattdessen per Hand in die Adresszeile Ihres Browsers ein oder gehen Sie über gespeicherte Favoriten, sofern Sie einen Webanbieter regelmäßig nutzen.

•Problematisch ist der Umgang mit formatierten HTML-E-Mails. Hier könnten schädliche Viren eingebettet sein. Da vor allem Unternehmen und Behörden solche Mails filtern, empfiehlt es sich dort, wichtige Nachrichten ausschließlich im „Nur-Text-Format“ zu schreiben.

•Seien Sie besonders kritisch bei ausführbaren Programm-Dateien mit den Endungen .exe, aber auch .bat, .com oder .vbs. Damit der Dateityp zu sehen ist, sollten Sie die Standardkonfiguration ihres Rechners entsprechend ändern (im Windows-Explorer unter „Extras - Ordneroptionen - Ansicht - Erweiterte Einstellungen - Dateien und Ordner“ das Häkchen vor „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“ entfernen).

•Schadprogramme können sich auch in ZIP-Verzeichnissen im Anhang von E-Mails verstecken. Öffnen Sie daher niemals eine ZIP-Datei, die Sie als E-Mail-Anlage von einem Ihnen unbekannten Absender erhalten haben. Seien Sie auch bei Nachrichten von bekannten Absendern kritisch und klären ggf. ob die Nachricht tatsächlich von dem angeblichen Versender stammt.

•Stellen Sie die Sicherheitseinstellungen Ihres E-Mail-Programms so ein, dasskein Script automatisch ausgeführt wird.

•Verschicken Sie generell keine aus unsicherer Quelle oder per E-Mail zugesandten Anhänge (Attachments).

•Löschen Sie verdächtige E-Mails; das ist gefahrlos möglich.

•Seien Sie in Sozialen Netzwerken bei Mitteilungen und Angeboten von Ihnen nicht bekannten Teilnehmern skeptisch. Prinzipiell gelten dieselben Sicherheitshinweise wie zum Umgang mit E-Mails. Aber auch bei Nachrichten von Bekannten oder Freunden sollten Sie nicht unkritisch jeden Link anklicken, riskieren Sie so doch die Installation von Schadsoftware.

•Durch die Verwendung eines „Content-Filters“ können Sie verhindern, dass über Ihr Profil in Sozialen Netzwerken Schadsoftware verbreitet wird.

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