Eiserner Hochzeitstag 65 Jahre Eheglück in Haren-Segberg


Haren. Zuerst war es nur eine Umarmung im Kuhstall, doch daraus wurde Liebe. An diesem Wochenende feiern Brigitte (83) und Armin Rojahn (93) ihre Eiserne Hochzeit. So eine Hochzeit kommt nicht oft vor. Grund genug, nach dem Ehegeheimnis zu fragen.

„Eigentlich wohnten wir weit genug auseinander, 160 Kilometer. Aber wir haben uns doch getroffen“, sagt er. „Als ich ihn gesehen habe, dachte ich mir, der sieht gar nicht so übel aus“, sagt sie. „Oh ja, und du hattest wunderschöne Beine“, erinnert er sich und seine Ehefrau kichert, bevor sie ihren Mann schelmisch anguckt.

Humor scheint zwischen dem Paar eine ganz große Rolle zu spielen. Wobei er derjenige ist, der seine Frau immer wieder zum Lachen bringt und danach selbst zufrieden in sich hinein lächelt. Kleine Neckereien sind im Hause Rojahn an der Tagesordnung.

Es begann im Kuhstall

Kennengelernt hat sich das spätere Jubelpaar beim Kälber melken auf einem Bauernhof in Haren. Nach dem Zweiten Weltkrieg landeten beide im Emsland und arbeiteten in der Landwirtschaft. Er, damals gerade 28 Jahre alt, kümmerte sich um Hof und Vieh. Sie, noch keine 18 Jahre alt, versorgte die Kinder, melkte und machte den Haushalt. Doch der Altersunterschied machte beiden nichts aus.

Aber einfach war es nicht, denn Verhältnisse zwischen Angestellten waren auf dem Hof nicht geduldet. „Die durften das damals auf keinen Fall mitbekommen“, erinnern sie sich. Ein Kinobesuch der beiden wurde noch als freundschaftliches Verhältnis hingenommen. Wenn sie abends etwas unternahmen, brachte er seine Herzensdame nach Hause und fuhr für eine Stunde wieder weg. „Wir mussten immer vorsichtig sein, zusammen nach Hause kommen ging ja gar nicht.“

Ihr Plan ging auf, aber als Armin seine Brigitte im Kuhstall umarmte, sahen das nicht nur die beiden. Irgendwo stand der kleine Sohn des Hauses, der es seinen Eltern erzählte. Brigitte musste gehen. Ein Ende der Liebe? Nein.

Heirat in Altharen

Sie schläft bei ihrer Mutter in Altharen, es folgen Nächte, in denen die Liebenden auf der Treppe schlafen müssen, weil nicht genug Platz in der Wohnung ist. „Ach, wir haben schon viel mitgemacht, aber gehalten hat es ja trotzdem“, meint sie und erinnert sich an die Sätze des Harener Standesbeamten: „Er fragte, ob wir uns wirklich sicher seien, nicht, dass wir die Harener Gesellschaft zugrunde gehen lassen.“

Die Antwort darauf gibt nicht das Ehepaar selbst – sondern Zahlen: Sieben Kinder (von denen zwei im Säuglingsalter verstarben), 14 Enkelkinder, drei Urenkel. 65 Jahre Liebe und Anerkennung. Am Wochenende kommen Monika Niemann (64), Manfred Rojahn (63), Renate Olliges (61), Irene Janßen (56) und Siegfried Rojahn (50) natürlich zur Eisernen Hochzeit ihrer Eltern. Nicht alle wohnen im Emsland, Kinder, Enkel- und Urenkelkinder und Freunde reisen aus Paderborn, Frankfurt am Main, Heidelberg, Chemnitz und England an.

Die kleinen Dinge...

Dass sie wirklich dieses Jahr 65 Jahre verheiratet sind, haut beide ein wenig um. „Ich hätte nicht mal gedacht, dass ich so alt werde“, meint der Mann des Hauses und bringt seine große Liebe wieder zum Lachen.

Nicht nur der Humor hat beide verbunden. Sie liebe an ihm seinen Erfindergeist, seine Gutmütigkeit und Tüchtigkeit. Und er bewundere, dass sie ihn immer gut versorgt habe, sich um die Kinder kümmerte und für ihn da war. „Jeder hatte seine Aufgabe und wir haben uns immer gut ergänzt“ bringt Armin Rojahn auf den Punkt. Und seine Frau, die nickt und schaut ihn verliebt an.


0 Kommentare