„Allein habe ich nichts gemacht“ Nachruf: Trauer um Pater Bernhard Hagen aus Haren

Pater Bernhard Hagen freute sich Anfang 2015 in Altenberge über gut gefüllte Altpapier-Container. Foto: HarnackPater Bernhard Hagen freute sich Anfang 2015 in Altenberge über gut gefüllte Altpapier-Container. Foto: Harnack

Haren. Pater Bernhard Hagen ist tot. Der Missionar der Weißen Väter starb in der vergangenen Woche nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren

Nur wenige Wochen sind seit seinem letzten Besuch in Afrika vergangen. Beerdigt wird er in seinem Heimatdorf Haren-Altenberge. Mit Bernhard Hagen ist ein Mensch gestorben, der sein Leben ganz in den Dienst anderer gestellt hat, 25 Jahre lang war als Missionar für den Orden der Weißen Väter in Ghana tätig. Seine Aufgabe sah er zeit seines Lebens nicht nur in der Mission. Den katholischen Glauben lebte er vor allem dadurch, dass er den Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stellte und dabei half, die Lebensbedingungen zu verbessern.

Bernhard Hagen wurde 1936 in Haren-Altenberge geboren. Nach einer Lehre als Maurer und Zimmermann folgten Abitur und Theologiestudium unter anderem in London. Am 27. Juni 1970 wurde Bernhard Hagen in Altenberge zum Priester geweiht. Bereits im Dezember 1970 flog er nach Ghana, in das ihm unbekannte Afrika, zum Orden der „Weißen Vätern“. Dort lebte und arbeitete er bis in die 1990er-Jahre als Missionar, getragen von Glaubwürdigkeit und Nächstenliebe.

Durch diesen Kontakt entstand 1981 der Aktionskreis Pater Hagen, der sich das Ziel gesetzt hat, durch die Sammlung von Altpapier- und Altkleidern der Gemeinde Kalba im Norden Ghanas finanzielle Unterstützung zum Aufbau sozialer und humanitärer Strukturen zu leisten.

Mit Erfolg: Mehr als 900000 Euro hat der Aktionskreis Pater Hagen inzwischen für die Hilfe in Afrika eingenommen und damit ganz im Sinne seines Namensgebers Bernhard Hagen viel Gutes geleistet. Und der Verein Rüt’n’Rock e.V. nahm mit Rockkonzerten weitere mehr als 115000 Euro für diese gute Sache ein.

Und genau das gefiel Pater Hagen. Als Brückenbauer zwischen Kontinenten und Kulturen wird er in Erinnerung bleiben ebenso wie als bescheidener Strippenzieher: „Alleine habe ich nichts gemacht“, sagte er anlässlich der Veröffentlichung eines Buches über ihn.

Ein großer Wunsch war ihm im Sommer noch in Erfüllung gegangen: Am 17. Juli traf er Ghanas Präsidenten John Dramani Mahama persönlich. Mahama war in seiner Kindheit Messdiener gewesen – im Gottesdienst von Pater Bernhard Hagen.


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