Busemann zu Gast Mehr als 5500 Besucher bei AERO Haren


Haren. Etwa 5500 Besucher waren zum Gelände der Aero Ems GmbH und der Harener Komponentenfertigung GmbH (HKF) geströmt, um einen Blick hinter die Kulissen der beiden Unternehmen zu werfen, die exklusiv für das Haus Enercon Rotorblätter für Windenergieanlagen fertigen.

Frank Krüger, Geschäftsführer der Aero Ems GmbH , sagte, dass man den vielen Interessierten die Möglichkeit geben wolle, sich ein Bild über die entstandenen Fertigungskapazitäten und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens machen zu können. „Im Jahr 2011 war das noch ein bewaldetes Gelände. Heute ist dieses eines der modernsten Rotorblattwerke der Enercon-Gruppe“, wies er auf die geleistete Arbeit in den vergangenen fünf Jahren hin. Firmengründer Aloys Wobben habe mit der Gründung des Werkes beweisen wollen, wie stark dessen Verbundenheit zu seiner Heimatregion Emsland sei. „Seine visionären Ideen von der Realisierung zur Erzeugung von Energien auf nachhaltiger und erneuerbarer Basis werden heute durch die Enercon -Stiftung weiter getragen.“

Etwa 450 Mitarbeiter

Derzeit beschäftige man am Standort etwa 450 Mitarbeiter, deutete Krüger auf die geschaffenen Arbeitsplätze hin. Landtagspräsident Bernd Busemann meinte, dass man sich die Augen reiben müsse, was aus dem zur Stadt Haren gehörenden Gewerbegebiet geworden ist. „Enercon ist mittendrin, die anderen Unternehmen drumherum und noch Platz für weitere, die kommen können“, wies Busemann auf die inzwischen über 3500 Arbeitsplätze hin, die in nur kurzer Zeit geschaffen worden seien. „Hier im Emsland will man noch Wirtschaft haben“, lobte der Landtagspräsident die Arbeit des Landkreises und der Kommunen.

Busemann warnte davor, sich aufgrund derzeit positiver Zahlen zurückzulehnen. „Der Erfolg kommt von einer funktionierenden Wirtschaft “, meinte er. „Im Emsland wurde der Weg aus der Armut vor Jahrzehnten so erfolgreich beschritten, dass man jedem Unternehmen bei der Suche nach einem guten Grundstück immer noch hilft.“ Anderswo würde das manchmal eher als Plage angesehen, forderte der Redner dazu auf, den erfolgreichen, eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Nicht zurücklehnen

Landrat Reinhard Winter rechnete vor, dass aktuell 116 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs im Emsland aus erneuerbaren Energien bereit gestellt würden. „Damit hat das Emsland schon heute das energiepolitisch formulierte Ziel des Bundes von 2050 erreicht“, legte er ein beachtliches Erfolgsergebnis vor. Winter betonte auch, dass der Landkreis mit seinen 511 Windkraftanlagen und deren Leistung von 709 MW weit über den Vorgaben der Landesregierung läge. „Mit Biogas- und Photovoltaikanlagen, auch auf kreiseigenen Gebäuden festigt das den Ruf des Emslandes als Energieland“, so der Landrat zu den Gästen.

Interkommunales Gewerbegebiet

„Wir sind sehr froh, dass sich Ihr Unternehmen seinerzeit für dieses interkommunale Gewerbegebiet entschieden hatte“, dankte Bürgermeister Markus Honnigfort für die Standortwahl. „Die regenerative Energie der Zukunft wird weiter die des Windes bleiben“, machte er sich für diese Form der Energiegewinnung stark.

Fast 200000 Tonnen Stahl

Simon-Hermann Wobben, Mitglied des Vorstands der Aloys-Wobben-Stiftung und zuständig für die Produktion, hob bei aller Freude über das Erreichte auch einen warnenden Finger. „Natürlich ist das Wichtigste im Hause Enercon der Bereich Forschung und Entwicklung“, so Wobben, der auf ein Entwicklungszentrum hinwies, das 700 Ingenieuren für diesen Bereich Platz biete. Daneben würden fast 200 000 Tonnen Stahl verarbeitet, was einer Größenordnung von acht Kreuzfahrtschiffen der Meyer-Werft entspräche. Der Redner zeigte aber auch auf, wie gefährdet Tausende Arbeitsplätze wären, wenn die Windenergie ins Stocken gerate. „Das Thema EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) schmerzt uns immer noch.“ Deswegen sei man auch mit verschiedenen Aktionen an die Öffentlichkeit gegangen. „Windenergie bedeutet Arbeitsplätze“, mahnte Wobben die Politik, den einmal beschrittenen Weg nicht wieder zu verlassen.


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