Konzertabend an Mersmühle Orchester und Chöre brillieren bei Harener Klassiknacht

Von Gerd Mecklenborg


gm Haren. Die schier unerschöpfliche Erzählkunst der Scheherazade hat im Mittelpunkt der 8. Harener Klassiknacht am Samstagabend auf dem Gelände der Mersmühle gestanden. Ihre Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, musikalisch herrlich umgesetzt vom Veenkoloniaal Symfonie Orkest (VKSO) unter der Leitung von Lubertus Leutscher, faszinierten die begeisterten Zuhörer. Dazu ergänzte der idyllische Aufführungsort die musikalischen und tänzerischen Darbietungen in ganz besonderer Weise.

Bereits ab 18 Uhr gab es rege Betriebsamkeit auf dem malerischen Open-Air- Gelände im Schatten der Mühle, als die kulinarische Meile und die Skulpturausstellung am Müllerhaus eröffnet wurde. Mit einem bunten Vorprogramm unter dem Motto „Verständigung der Kulturen“ stimmten russische und philippinische Gesangs- und Tanzgruppen mit farbenprächtigen Darbietungen auf den Konzertabend ein. Als gegen 20 Uhr der Projektchor, bestehend aus holländischen und Harener Kinder, mit „The Lion Sleeps Tonight“ die erwartungsfrohen Konzertbesucher begrüßte, waren alle Stühle vor der großen Zeltdach-Konzertbühne besetzt.

Und dann war es soweit, unter tosendem Beifall betrat der charismatische Dirigent Lubertus Leutscher sein Dirigentenpult und nahm die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise in den fernen Orient und mit zurück in die geheimnisvollen Welten von Tausendundeiner Nacht. Scheherazade, das berühmte Orchesterwerk von Nikolai Rimski-Korsakoff, bildete den musikalisch sehr anspruchsvollen ersten Teil der diesjährigen Klassiknacht in Haren. Ihre Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, mit denen die schöne Scheherazade den persischen Königs Schahrayâr betörte und damit ihr eigenes Leben rettete, wurden in brillanter Manier vom wunderbaren Veenkoloniaal Symfonie Orkest (VKSO) dargeboten.

Feinfühliges Dirigat

Das Orchester, bestehend aus 75 Berufsmusikern, Musikstudenten und ambitionierten Amateuren, breitet gleich zu Konzertbeginn unter dem feinfühligen und exakten Dirigat von Lubertus Leutscher einen wunderschönen, orientalisch gefärbten Klangteppich aus. Glasklar die Parts der einzelnen Soloinstrumente und virtuos das Spiel des Solo-Geigers Sergei Bolothy.

Die ersten Takte des Werkes in vier Sätzen, mit der Überschrift „das Meer und Sindbads Schiff“, kommen kraftvoll daher und werden von der zauberhaften Melodie der Sologeige zur Person der Scheherazade wunderschön abgelöst. Das Publikum lauscht still und andächtig, ist gerührt und ergriffen vom Wechsel der Dynamik und von der bildgewaltigen Musik.

Sanfte Streicherklänge

Die Holz- und Blechbläser glänzen im zweiten Satz, harmonisch unterstützt durch die sanften Klänge der Streicher und der Harfe. Ein großes Lob an den Tontechniker für die gute Ausgewogenheit der Instrumentengruppen, trotz der nicht leicht zu bewältigen Klangprobleme einer Zeltdach-Bühne. Nach den herrlichen Schlussakkorden des letzten Satzes verabschiedet das Publikum den Dirigenten und das Orchester mit lautem Applaus in die Pause.

Im zweiten Teil des Konzerts präsentiert das Orchester mit dem Chor des VKSO und den Chören des Harener Gymnasiums bekannte klassische Konzertmusik und weltberühmte Musicalmelodien. Der MGV Concordia, der am Tag darauf an gleicher Stelle sein 150-jähriges Bestehen feierte, lässt – von der Mersmühle herab – zwischen den Umbesetzungen auf der Konzertbühne zwei romantische Lieder vom Wind und von grünen Inseln erklingen.

Stehende Ovationen

Mit „A Song Of Peace“ beenden dann alle Chöre gemeinsam mit dem Orchester eine romantische und musikalisch starke 8. Harener Klassiknacht. Stehende Ovationen gibt es nicht nur für die hervorragenden Musiker und Sänger, sondern auch für die Moderatoren Anja Warnink und Rüdiger Ebert. Viel Beifall dann für das Organisationsteam des Harener Heimatvereins, als es von „Teamchef“ und Initiator Uli Schepers zum Abschluss des Abends auf die Bühne gebeten wird.

Und aus dem Publikum ist während der After-Show-Party immer wieder zu hören: „Das war eindeutig die beste Harener Klassiknacht, da hat alles gestimmt, herrliche Musik, klasse Kulisse und sogar schönes Sommer-Festival-Wetter.“