Japanischer Verkleidungstrend Harenerin liebt Cosplay und näht selbst

Von Ann-Christin Fischer

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Haren. Einmal ein Comicheld zu sein – darum es geht es beim sogenannten Cosplay. Cathleen Sinner aus Haren-Erika ist 15 Jahre alt und nennt Cosplay ihr größtes Hobby. Sie näht ihre Kostüme selbst.

„Cosplay“ ist eine Wortkombination aus den englischen Begriffen „costume“ und „play“ - es geht also um spielerisches Verkleiden. Weiße Spitzenschürze, schwarzes Spitzenunterkleid, hohe Schuhe, Hasenohren und eine lilafarbene Perücke. Hausmädchen, Kampfroboter, Superhelden, Figuren aus Disney-Filmen: beim Cosplay ist alles erlaubt.

Wer den Begriff in Internet-Suchmaschinen eingibt, fühlt sich wie in einem Manga-Film. Und genau das ist das Ziel. Der Verkleidungstrend stammt aus Japan. Wer mitmacht, möchte möglichst genau so aussehen wie seine Helden aus PC-Spielen und Manga-Comics. Cathleen Sinner besuchte vor drei Jahren zum ersten Mal die Gamescon in Köln, die weltweit größte Messe für interaktive Unterhaltungselektronik, insbesondere Video- und Computerspiele. Mit ein paar Freundinnen fuhr sie ins Rheinland und fand Gefallen am Kostümieren.

Ihre Oma hilft ihr gerne

„Auf der Messe wird man nicht komisch angeguckt, denn dort laufen alle in ihren Kostümen herum“, erzählt die Schülerin. Ihr „Maid-Kleid“ hatte sie für die Gamescon 2015 selbst genäht. Es besteht aus 16 Einzelteilen, als Stoffe wählte sie Polyester und Baumwolle. Zwei Wochen lang arbeitete sie an ihrem Werk und fragte zum Schluss ihre Oma um Rat. „Sie näht einfach viel besser und länger als ich und sie hilft mir auch gerne“, verriet die Emsländerin. Die Idee zum Kostüm kam aus dem Internet. Dort schaute sie sich Bilder an und setzte sich anschließend an ihren Arbeitsplatz, den Schreibtisch in ihrem Zimmer, um erste Skizzen anzufertigen.

Hörner aus Pappmaché

Natürlich war sie sehr stolz, als sie das schwarz-weiße Stück zur Gamescon anziehen konnte. Die tagelange Arbeit hatte sich gelohnt! Jedes Detail mit Liebe nachgemacht, immer wieder verfeinert und verbessert, bis sie schließlich zufrieden war. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und darum probiert sie sich auch an Schmuck und Accessoires aus. Für eine Freundin fertigte sie zum Beipsiel zwei Hörner aus Pappmaché und ihre Schulklasse freute sich über eine Kette in Form eines Donuts, eine andere Freundin wünschte sich zwei Schwerter. „Die habe ich aus Baustoff für Wände gemacht“, erklärt sie und fügt hinzu: „Wenn ich mich gerade kreativ fühle, lege ich einfach los.“ Kattermesser, Nähmaschine und verschiedene Stoffe liegen immer bereit. Auch Malen und Zeichnen gehört zu ihren Qualitäten.

Highlight: Huf-Schuhe

Gerade zeichnet sie eine Schiene, die am Meer entlangführt und eine junge Frau balanciert darauf. „Ich zeichne alles vor, auch hier bin ich noch bei der Rohfassung und male später bestimmte Stellen bunt an.“ Als eines ihrer Highlights beschreibt sie ihre Huf-Schuhe. Sie ummantelte Holzblöcke mit einer Modelliermasse, um festen Halt zu bekommen, nutzte sie alte Teppichstücke, die sie unten anklebte. Das Innenleben bestand aus ausgesonderten High-Heels.

Zum Schluss zog sie Stoff über die Schuhe und malte die Modelliermasse dunkel an. Das Ergebnis wiegt schwer: Zusammen wiegen die Huf-Schuhe 5,5 Kilogramm und sind 19 Zentimeter hoch. „Zugegeben, laufen fällt damit nicht so leicht“, sagt sie und grinst. Die Schuhe gehörten übrigens zu einem Faun-Kostüm. Was das ist? Ein Naturwesen. Zu langweilig für Cathleen Sinner. Sie kombinierte gleich sieben Fabelwesen und machte daraus eins. „Ich hole mir die Ideen, mache aber dann das, was mir am besten gefällt.“ Oft lasse sie einen mittelalterlichen Stil mit einfließen. Immer nach ihrem Motto: „Nur wem gut nicht gut genug ist, der wird perfekt.“


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