Frühe Diagnose und Medikation Symposium über Multiple Sklerose in Haren

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Gut besucht war das Symposium der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Emsland in Haren. Foto: DMSGGut besucht war das Symposium der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Emsland in Haren. Foto: DMSG

Haren. Auf große Beteiligung gestoßen ist das fünfte Symposium der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) Emsland im Saal Hagen in Haren. Informationen zum aktuellen Stand von Medikation und Therapie stehen bei der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung im Vordergrund, denn nach wie vor ist die Ursache der Erkrankung unbekannt und eine Heilung nicht möglich.

So betonte Vorsitzender Arnold Terborg eingangs auch, dass der Verein mit seinen emslandweit über 250 Mitgliedern sich in erster Linie als Selbsthilfegruppe verstehe, in der sich die Betroffenen und ihre Familien gegenseitig informieren und helfen können. Die Krankheit und deren Verlauf sei aber so individuell, dass er vor Selbstmedikation warnte und darum bat, alle zu ergreifenden Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Terborg stellte dabei nicht infrage, dass unter anderem auch Homöopathie oder Krankengymnastik zur Bewältigung der Krankheit beitrügen und sich positiv auswirkten. Im Ernstfall eines Schubes und bei einer Verschlechterung der Multiplen Sklerose komme es aber darauf an, seinem Arzt zu vertrauen und die von ihm verschriebenen Medikamente einzunehmen.

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Zu den referierenden Fachärzten zählte Andreas Wellmer, Chefarzt des Ludmillenstifts Meppen, der neue Medikamente vorstellte, die die Krankheit selbst oder die vielzähligen Symptome der Multiplen Sklerose lindern sollen. Auch die bessere Erkennung der Krankheit durch die Magnetresonanztomographie (MRT) hob er hervor. Durch frühe Behandlung der Multiplen Sklerose bilden sich Schübe schneller zurück und die Krankheit schreitet im Allgemeinen nicht so schnell voran.

Wellmer wies weiter auf die verschiedenen Formen der Multiplen Sklerose hin und benannte die Behandlungsziele wie Schubfreiheit, Freiheit von Krankheitsaktivität und Symptomfreiheit, um eine Behinderung möglichst lange hinauszuzögern. Markus Heibel, Chefarzt an der Sauerlandklinik Hachen, referierte zum Thema „Partnerschaft und Sexualität“ bei MS. Er betonte, dass dieses Thema selbst bei gesunden Menschen oftmals noch heikel und für viele tabu ist. „Heibel verstand es jedoch gut, die Probleme in der Partnerschaft im Umgang mit der Sexualität einfühlend und aufklärend darzulegen“, heißt es in einer Pressemitteilung der DMSG Emsland.

Einzel- oder Paartherapien

Offene und empathische Gespräche mit dem Partner seien gute Voraussetzungen, um eine liebevolle Partnerschaft zu erfahren. Hierbei sollte man sich ruhig an versierte Therapeuten wenden, die in Einzel- und/oder Paartherapien helfen und auch sonst von großer Bedeutung für die Betroffenen sein könnten und gute Chancen für die Lösung etwaiger Probleme böten.

Andreas Johnen, Diplom-Psychologe an der Universitätsklinik Münster, berichtete über die Fatigue, ein abnormes Müdigkeitssymptom, das sowohl körperliche als auch mentale Ursachen hat und das Funktionsniveau gerade von MS-Betroffenen stark beeinträchtigt. Davon betroffen, sei ein Verlust von Alltagsaktivität eine Folge. Dabei hätten die Betroffenen das Gefühl, wie „mit angezogener Handbremse zu fahren“. Viele erreichten zum Beispiel durch die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems ein besseres Wohlbefinden. Medikamente oder auch übermäßige Wärme können hingegen die Fatigue verstärken. Dr. Johnen riet den Betroffenen auch eine genaue Planung der täglichen Aktivitäten und Pausen, damit der Alltag besser bewältigt werden kann.

Pflegeeinstufung

Die Expertin für Pflegeeinstufung Silvia Tietzen aus Osnabrück rundete das Symposion mit einem Kurzreferat über die Pflegeeinstufung im Allgemeinen ab. Hierbei betonte sie, dass die individuelle Einstufung von Vielen nicht verstanden werde. Wenngleich eine Prüfung durch sie oder andere unabhängige Experten nicht automatisch zu einer besseren Einstufung führe, so könne eine Beruhigung für die Betroffenen eintreten, indem man sich etwa nicht ausgeliefert fühlte. Weiter informierte sie über das neue Pflegestärkungsgesetz II, das am 1. Januar 2017 in Kraft tritt.

Arnold Terborg bedankte sich für die sehr informativen Beiträge im Namen der Anwesenden und kündigte schon jetzt die Fortsetzung dieser Veranstaltung an. Weiter informierte er darüber, dass die DMSG-Emsland auch in ihrer Geschäftsstelle am Nikolausweg Info-Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen anbietet.


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