Zu Besuch bei zwei Harener Imkern Heidehonig von den Menschenbergen


Haren. Fast ist die glutrote Pracht schon wieder vorbei: Die letzten Heideflächen des Emslandes blühen und erfreuen gerade mit pinkfarbener Pracht. In dieser Umgebung betreiben die Harener Josef Geers und Hermann Thyen noch ein altes Handwerk – sie sind Heideimker.

Heide bedeckte in der Mitte des 19. Jahrhunderts rund die Hälfte des Emslandes, entsprechend häufig waren Honigbienen anzutreffen, die dem Imker süßen Honig und Wachs in großer Menge lieferten. Aber die Heideimkerei ist bis heute ein mühsel

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Heideimkerei war bis vor gut 100 Jahren ein wichtiger Wirtschaftszweig im Emsland.

Kein Wunder, bedeckte die Heide zu ihrer Blütezeit doch etwa die Hälfte der Kreisfläche – Schäferei und Imkerei wurden zu bedeutenden Einnahmequellen einer ansonsten eher armen Bevölkerung. Die großen Heiden waren auch Heimat für Tausende Bienenvölker. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es allein in den Kreisen Aschendorf-Hümmling und Meppen etwa 20000 Bienenstöcke. Einige Bauern besaßen 100 bis 200 Stöcke, und aus dem Lingener Land ist vom Beginn des 20. Jahrhunderts folgender Satz überliefert: „Ein schlechter Imker gewinnt immer noch mehr als der beste Weber.“

Um die lange Zeit vom Frühjahr bis zur Heideblüte zu überbrücken, fuhr man die Bienenvölker zum Beispiel auf die Rapsfelder Ostfrieslands. Zum Beginn der Buchweizenblüte in den eigenen Mooren kehrten die Bienen ins Emsland zurück. Der Honig und auch viel Bienenwachs wurden exportiert, größtenteils, wie die von den Schäfern unablässig hergestellten Stricksocken, nach Holland.

Bevor der Welthandel Zucker zur Massenware machte, verwendete man Honig zum Süßen, und er war entsprechend wertvoll. Im Herbst 1871 hielt man in Meppen einen Honigmarkt ab, bei dem annähernd 12000 Pfund gehandelt wurden. Es soll Bauern gegeben haben, die allein aus der Imkerei ein Jahreseinkommen von 360 Reichstalern erzielten und Honigernten von gut 100 Pfund je Stock. Zum Vergleich: Ein angestellter Schäfer verdiente damals 60 Taler im Jahr.

Wie der Harener Imkermeister Hermann Hüsers berichtet, war Heidehonig früher oftmals die einzige Tracht, die von den Imkern geerntet werden konnte. „Die damaligen Bienenrassen waren darauf ausgerichtet“, sagt er. Außerdem musste ein Großteil des Volkes zur Ernte abgetötet werden, da die in den früher verwendeten Strohkörben feste Waben einbauten, die ansonsten nicht geerntet werden konnten.

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