Sich einmischen für die Stadt Frauen-Union der CDU seit 40 Jahren in Haren aktiv

Von Georg Hiemann


Haren. Zum Festakt zum 40-jährigen Bestehen der CDU-Frauen in Haren waren zahlreiche Mitglieder sowie Gäste aus den Nachbarvereinen und dem politischen Leben in das Haus der Begegnung gekommen.

„Unsere Ziele waren und sind, uns über viele Themenfelder zu informieren und uns dort einzubringen, wo wir Unzulänglichkeiten entdecken sowie politischen Handlungsbedarf sehen“, bringt es Maria Bauken, langjährige Vorsitzende der Frauen-Union im Stadtverband Haren, auf den Punkt. „40 Jahre CDU-Frauenarbeit hat einen großen Anteil an der Entwicklung dieser Schifferstadt zu einer modernen, aufstrebenden Stadt“, lobte die Kreisvorsitzende Michaele Jehn die engagierte Arbeit der Frauen.

Wählen gehen, arbeiten ohne Zustimmung des Ehemannes oder ein Konto auf ihren Namen einrichten: Die Zeiten, in denen Frauen all das nicht durften, sind noch gar nicht so lange vorbei, erinnerte Maria Bauken in ihrer Begrüßungsansprache. „In der heutigen Zeit ist diese Politik ohne Frauen kaum vorstellbar.“ Ende der 1960er und in den 1970er Jahren hätten sich auch im Emsland immer mehr Vereine und Verbände der aktiven Mitarbeit von Frauen geöffnet.

Intensiver Wahlkampf geplant

Am 9. Januar 1975 gründete sich in Haren die Christlich Demokratische Frauenvereinigung. 18 Frauen wurden an diesem Abend Mitglied. Heute gehören der Frauen-Union Haren bereits 80 Frauen an; von den 25 Stadtratsmitgliedern sind immerhin acht weiblich, ein relativ hoher Anteil im Vergleich zu anderen Stadträten.

„Bei den Wahlen 2016 wollen wir diesen Anteil aber noch steigern“, kündigte Bauken einen intensiven Wahlkampf an. Sie dankte allen, die sich in diesen Jahren in der Kommunalpolitik engagiert haben, stellvertretend für alle ihren Vorstandsdamen mit kleinen Präsenten. Die weiteren Vorsitzenden in der Geschichte der Frauen-Union Haren waren Anita Germing, Maria Schumacher und Thea Kötter. Besonders geehrt wurden mit einer Urkunde und einer Nadel für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft Margret Paul und Karin Veltrup sowie für 40 Jahre Margaretha Cordes, Baroness Helga von Landsberg-Velen, Thea Kötter und Gerda Tandecki.

„Frauen haben sich in Haren 40 Jahre für die Belange der Stadt eingesetzt“, lobte die Bezirksvorsitzende Ingrid Thole das Engagement der CDU-Frauen. Die Frauen-Union setze sich verstärkt für die Krippenbetreuung sowie flexiblere Arbeitszeiten wegen der Versorgung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen einsetzen. „Eine Reduzierung der Arbeitszeit darf keinen Karriereknick mehr bedeuten.“ Bürgermeister Markus Honnigfort lobte besonders das Engagement von Maria Bauken: „Sie ist die Mutter der Harener FU.“ Er begrüßte ausdrücklich, dass Frauen sich politisch einmischen und aktiv mitarbeiten.

Lob für Arbeit der Frauen-Union

Der Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing dankte für die gute politische, gesellschaftliche und soziale Arbeit der Frauen: „Frauen werden in der Politik gebraucht.“ Viel Lob gab es auch von Gitta Connemann: „Wenn jede Frauen-Union so engagiert wäre wie hier in Haren, dann hätten wir an vielen anderen Orten auch so tolle Mehrheiten“, hob die CDU-Bundestagsabgeordnete hervor.

Ein Höhepunkt des Abends war das Gespräch auf dem „Schwarzen Sofa“ mit Gitta Connemann und der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff. Die zurzeit wohl bekannteste gebürtige Harenerin hatte sich bereits früh in der Kommunalpolitik engagiert, war 1998 bis 2013 Mitglied des Bundestags und wurde am 19. Dezember 2013 zur neuen Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit gewählt.

Datenschutz ist gefährdet

In ihrem Gespräch mit Gitta Connemann machte die Juristin schnell deutlich, dass „der Datenschutz in einer digitalisierten Welt immer stärker gefährdet ist“. Sie forderte deshalb einen bewussteren Umgang des Einzelnen mit seinen persönlichen Daten.

Connemann verwies darauf, dass es gerade eine Invasion von Gesundheitsapps gebe, durch die schnell sensible Daten ergattert würden. Laut Voßhoff stellt sich immer die Frage: „Was geschieht anschließend mit meinen Daten? An wen werden diese weitergegeben?“ Denn personenbezogene Daten würden das Erstellen eines Profils etwa bei Versicherungen oder Krankenkassen ermöglichen.

„Natürlich müssen Sicherheitsbehörden zur Gefahrenabwehr tätig werden, aber hierfür sind auch stärkere Kontrollen notwendig“, sagte Voßhoff. Gerade Wirtschaftsunternehmen hätten ein großes Interesse, „den gläsernen Bürger zu schaffen“. Datenschutz sei Teil des Rechtsstaates, den es zu schützen gelte.