„Mit dem Herzen dabei“ Reinhold Holterhaus aus Haren-Tinnen lebt für den Fußball

Von Ann-Christin Fischer

Reinhold Holterhaus blättert in der Chronik zur Fertigstellung des Vereinsheims. Foto: Ann-Christin FischerReinhold Holterhaus blättert in der Chronik zur Fertigstellung des Vereinsheims. Foto: Ann-Christin Fischer

Haren. „Eigentlich wollte ich nur ein Mal kurz bei den Altherren aushelfen. Tja, das ist jetzt 30 Jahre her und ich bin immer noch da“, sagt Reinhold Holterhaus und lacht. Seit 1986 ist er im Vorstand des SV DJK Tinnen, wurde 2005 zum Vorsitzenden gewählt, ist seit 20 Jahren Trainer verschiedener Teams – und aus dem Verein nicht mehr wegzudenken.

Er betont: „Ich gebe einfach nicht nach und möchte für den DJK nur das Beste.“ Er war es auch, der die Idee für ein neues Vereinsheim hatte. 2005 bekam Tinnen am Lohkamp einen neuen Sportplatz. Aber wo sollten sich die Mannschaften umziehen? Wo gemütlich ein Bierchen trinken? „Wir brauchen ein neues Vereinsheim“, beschloss der Architekt für sich und begann, seine Idee dem restlichen Vorstand schmackhaft zu machen. Anderthalb Jahre Planung zogen ins Land. Der 62-Jährige schätzt, dass er allein dafür 400 bis 500 Stunden investierte.

Dann, 2013, begannen endlich die Bauarbeiten . Er scherzt: „Also jeden Stein habe ich nicht in der Hand gehabt, aber jeden Zweiten.“ Zweieinhalb Jahre lang trafen er und seine Helfer sich jeden Freitag und jeden Samstag, um das 240 Quadratmeter große Gebäude fertigzustellen. Freitags wurde von halb drei bis um sieben, halb acht gearbeitet und samstags von sieben bis halb eins. „Uns allen war wichtig, auch noch Zeit für die Familie und die eigenen Arbeiten zu haben. Jeder hat ja auch an seinem Haus am Wochenende genug zu tun.“

Jede noch so kleine Rechnung bearbeitete er, besorgte Sponsoren und Material, machte den Bauplan und stolzierte von einer Behörde zur nächsten – alles nach Feierabend, alles ehrenamtlich.

„Klar bin ich manchmal morgens aufgewacht und habe an den Neubau gedacht, aber so viele aus Tinnen haben mitgeholfen, sodass eigentlich fast nichts schief gegangen ist“, resümiert der Vater von drei Kindern. Man kenne es nicht anders. Die Dorfgemeinschaft sei überragend und „es läuft einfach alles“. Im Mai feierte Tinnen schließlich die Einweihung . „Es steckt viel Arbeit im Vereinsheim, aber es hat sich gelohnt“, sagt er stolz.

Der selbstständige Architekt hat noch mehr ins Rollen gebracht und begleitet: 1995 den Bau der Tribüne, 2007 die Überdachung auf dem neuen Sportplatz, die stetige Sponsorenpflege. Trotzdem bleibt er bescheiden: „Ach, das gehört einfach dazu.“