Botschafterin der Region Harenerin Lisa Schnelte verbringt ein Jahr in den USA

Von Ann-Christin Fischer


Haren. Ein ganzes Jahr wird sie in den USA verbringen: Lisa Schnelte aus Haren-Raken nimmt am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm, genannt PPP, teil und fliegt für 365 Tage in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Zum 32. Mal haben 75 junge Berufstätige 2015 die Möglichkeit, durch das PPP ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge Amerikaner in Deutschland zu Gast. Das PPP ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Bundestags und des Kongresses der Vereinigten Staaten. Es soll den kulturellen Austausch und die Freundschaft zwischen den beiden Ländern vertiefen.

Überhaupt aufmerksam wurde die 20-Jährige durch Aushänge in der Berufsschule und ihre Mutter Elisabeth. „Sie hatte es in der Zeitung gelesen und mich darauf angesprochen – und ich habe gesagt, da möchte ich gerne mitmachen.“

Langes Bewerbungsverfahren

Der erste Schritt zur Bewerbung erfolgte im Juni 2014, mit dem Ausfüllen einer Bewerberkarte. Danach schrieb Lisa Schnelte eine Bewerbung inklusive Motivationsschreiben und einen Lebenslauf. Außerdem wurden Gutachten erstellt. Im Oktober vergangenen Jahres fuhr sie schließlich zu einer Auswahltagung nach Bonn. Hier musste sich die Rakenerin verschiedenen Aufgaben stellen, Gruppenarbeiten machen und die Ergebnisse präsentieren. „Man kann es mit einem Assessment-Center vergleichen“, erklärt sie das Vorgehen.

Als im Januar ein Anruf vom Wahlkreisbüro Connemann kam, wusste sie, dass sie zur engeren Auswahl gehörte. Und dann, endlich, nach monatelangem Warten, trudelte im Februar die erlösende Nachricht ein: Das junge Mädchen darf in die USA. „Ich bin in Tränen aufgelöst meiner Mutter um den Hals gefallen“, gibt sie zu. Dass sie jetzt bald ein Jahr in einem riesigen Land leben wird und somit einen starken Kontrast zur Heimatgemeinde hat, findet sie toll und betont: „Ich wollte schon immer ins Ausland.“ Zwar werde ihr die Nähe zur Familie fehlen, aber alle möchten via Skype in Kontakt bleiben.

Vorbereitungsseminar in New York

Am Dienstag dieser Woche flog sie mit den 74 anderen Jungen und Mädchen von Frankfurt nach New York, wo ein dreitägiges Vorbereitungsseminar stattfindet. Erst danach heißt es: ab zur Gastfamilie. Wo sie wohnen wird, weiß sie allerdings noch nicht, „das entscheidet sich alles vor Ort“.

In Amerika wird Lisa ein halbes Jahr das College besuchen und die andere Hälfte ein Praktikum in einem Unternehmen machen. Erst vor ein paar Wochen hat Lisa ihre Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen, wahrscheinlich macht sie ein Praktikum in dem Bereich.

Die Stipendiaten sind gleichzeitig als Botschafter unterwegs, das begrüßt auch ihre Patin Gitta Connemann: „Lisa wird das Gesicht des Emslandes und Deutschlands in den USA sein. Sie musste viele Hürden nehmen. Aber sie hat durchgehalten. Auch dies spricht für sie.“

Worauf sich Lisa am meisten freut? „Auf die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse, die ich machen kann. Auch, die Mentalität kennenzulernen, alles zu sehen.“