Stadt Haren plant um Neue Straße soll Emmeln entlasten


Haren. Eine Entlastung des Harener Ortsteils Emmeln vom Schwerlastverkehr rückt ein Stückchen näher. Bürgermeister Markus Honnigfort hat eine ganz neue Lösung vorgestellt, die in einigen Jahren umgesetzt werden könnte. Hintergrund ist eine geänderte Bundespolitik mit anderen Förderschwerpunkten.

Seit einigen Jahren, spätestens seit dem Bau des Eurohafens, ist die Verkehrsbelastung auf der B408 gestiegen. Sie führt mitten durch Emmeln, sodass der vermehrte Lkw-Verkehr zum Teil den Ort passieren muss. Anwohner fordern seit Jahren Entlastung, unter anderem als Zusammenschluss in einer Bürgerinitiative ( BI Emmeln).

Vor gut zwei Jahren war bereits eine Lösungsmöglichkeit diskutiert worden: eine Entlastungsstraße sollte die B 70 mit dem Gewerbegebiet am Eurohafen verbinden. Diese Planungen sind nach Angaben von Bürgermeister Markus Honnigfort weit vorangetrieben worden, haben aber nach Einschätzung der Stadtverwaltung wenig Aussichten zumindest auf schnelle Realisierung, da dafür das Verkehrsaufkommen im Ortskern Emmeln zu gering ist.

„Diese Planungen verfolgen wir dennoch parallel weiter“, sagt Honnigfort. Allerdings habe sich durch ein Gespräch, das die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann im März 2014 mit dem Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), organisiert hatte, ein wesentlich chancenreicherer Ansatz ergeben, sagte der Bürgermeister.

Diesen Ansatz stellte der Bürgermeister nun Gitta Connemann und Emmelns Ortsvorsteher Josef Kramer, sowie der Öffentlichkeit vor. Er ergibt sich aus einer Änderung der Bundespolitik, die angesichts des hohen und stetig steigenden Verkehrsaufkommens stärker als bisher auf die Entlastung von Orten und Menschen, aber auch auf die Ertüchtigung der Infrastruktur setze. Der „trimodale Verkehr“ sei hier der Schlüssel, also die intelligente Kombination von Straße, Schiene und Wasser.

Enak Ferlemann habe vor einem Jahr empfohlen, auf Grundlage der geänderten Bundespolitik den Ansatz für den Bau einer Entlastungsstraße zu ändern: statt einer wenig chancenreichen Umgehungsstraße solle Haren versuchen, den Standort Eurohafen mit der Kombination Wasser und Schiene zu stärken und somit die wichtige Hinterlandanbindung auszubauen.

„Wir haben daraufhin sämtliche Planungen für eine Entlastungsstraße gemeinsam mit vielen beteiligten Stellen noch einmal neu aufgerollt“, berichtete Honnigfort. Das Zeitfenster dafür war mit rund neun Monaten kurz, weil das Projekt eine wichtige Hürde unbedingt überwinden muss: die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan, der schon hätte fertig sein sollen, nun aber spätestens 2016 neu aufgelegt wird und 15 Jahre Geltung hat.

Die Anmeldung ist über das Land Niedersachsen inzwischen erfolgt. Allerdings kommt es auf die Priorität der einzelnen Projekte im bundesweiten Vergleich an. Sie lässt sich unter anderem per „Kosten-Nutzen-Verhältnis“ berechnen. Nur wer hier ganz oben steht, hat eine Chance auf Umsetzung.

Und genau diese Chance erhofft sich Honnigfort durch den neuen Ansatz, der auf die Stärkung der Infrastruktur und die Entlastung der Bürger gleichzeitig setze. Die nun angedachte Lösung sieht eine andere Trassenführung vor als die bisher favorisierte. Sie ist aber noch nicht in allen Details abgestimmt und kann deshalb noch nicht veröffentlicht werden. Im Gespräch ist eine Straße von der B 70 direkt ins Industriegebiet am Hafen. Sie würde dann zur Bundesstraße und die Trasse durch Emmeln zu einer Gemeindestraße. „Die Planungen sind sehr konkret und durch nur einen Anschlusspunkt im Eurohafen wird das Kosten-Nutzen-Verhältnis sehr gut sein“, sagte Honnigfort.

„Das ist eine Lösung aus einem Guss“, lobte Gitta Connemann. Sie sieht „dank der vom Staatssekretär Ferlemann zugesagten Unterstützung gute Chancen, das Vorhaben in einigen Jahren umzusetzen“. Letztlich entscheide das der Bundestag. „Die Stadtverwaltung und der Bürgermeister haben alles getan, was getan werden konnte“, sagte sie und stellte ihre eigene weitere Unterstützung in Aussicht.

Auch Josef Kramer war sehr zufrieden mit der Entwicklung und freute sich, dass nach viel Arbeit im Hintergrund nun auch öffentlich ein erstes Ergebnis präsentiert werden könne.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN