Alter Vertrag bremst Investoren Emmen und Haren wollen Windpark auf der Grenze

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Bürgerprotest gegen Windparks bei der Ratssitzung in Emmen. Foto: Martin LaningBürgerprotest gegen Windparks bei der Ratssitzung in Emmen. Foto: Martin Laning

mf/mlg Emmen. Die Städte Emmen und Haren haben an der deutsch-niederländischen Grenze Platz für einen Windpark,, aber ein 190 Jahre alter Vertrag verbietet hier auf einem Streifen von 376 Metern rechts und links der Grenze den Bau von Windmühlen. Jetzt sollen die Regierungen über eine Vertragsveränderung verhandeln.

Zwischen den Dörfern Emmer-Compascuum, Barger Compascuum, Lindloh, Fehndorf (beide Stadt Haren) und Hebelermeer in der deutschen Gemeinde Twist gibt es eine Fläche, die Investoren als geeignet für einen Windpark ansehen. Vor zehn Jahren war bereits die deutsche Hälfte des Gebiets im in die Überlegungen von Investoren und Stadt Haren einbezogen. Aber 458 Fehndorfer Bürger lehnten mit ihrer Unterschrift den Bau eines Windparks ab, zudem gab es planungsrechtliche Hindernisse. 2008 schlug der damalige Landrat Hermann Bröring vor, bei Fehndorf innerhalb eines Windparks von 250 Hektar Fläche ein Testfeld von rund 100 Hektar für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Speicherung von Strom aus Windenergie einzurichten.

Auf der anderen Seite der Grenze sucht die Stadt Emmen von massiven Protesten begleitet nach Standorten für Windräder. Sie musste 2013 vorerst Abstand von Planungen in Grenznähe nehmen. Denn der am 2. Juli 1824 in Meppen geschlossene Grenzvertrag zwischen dem Königreich der Niederlande und dem Königreich Hannover ist mit einigen Ergänzungen bis heute gültig. Nur wenn die Vertragsklausel über den Bau von Windmühlen gestrichen wird, können Haren und Emmen die Voraussetzungen für einen gemeinsamen Windpark mit Versuchsfeld für die Stromspeicherung schaffen.

Nach einem Gespräch mit Harens Bürgermeister Markus Honnigfort ist der Beigeordnete der Gemeente Emmen, René van der Weide zuversichtlich, dass das gemeinsame Ziel zu erreichen ist. Jetzt sollen die planerischen Möglichkeiten geprüft werden. Zudem will man die deutsche und niederländische Regierung zu Verhandlungen bewegen.

Das Projekt erscheint interessant, weil das Gelände bei Fehndorf mitten zwischen bedeutenden Abnehmern von elektrischer Energie liegt, zu denen die Gartenbaubetriebe von Klazinaveen und Erica, Zoo und Industriegebiet Emmen sowie das gemeinsame Industriegebiet von Meppen und Haren am Eurohafen zählen.


Der Grenzvertrag von Meppen von 1824 fasst die seit 1548 getroffenen Bestimmungen zum Verlauf der Grenze der Grafschaft Bentheim, des heutigen Landkreises Emsland zu den Niederlanden und die Grenzziehung durch das Rheiderland/Reiderland bis zum Dollart zusammen. In Verhandlungen wurden Detailfragen geklärt und die Ergebnisse Teil des Vertrags. In Artikel 5 ist festgelegt, dass mit Ausnahme von staatlichen Gebäuden wie Zollhäusern beiderseits der Grenze innerhalb von 100 Rheinländischen Ruthen (ungefähr 376 Meter) keine Gebäude errichtet werden dürfen. Hierzu sind später einige Ausnahmeregelungen vereinbart worden. Bis heute ungeklärt ist der Grenzverlauf in der Emsmündung. Dazu haben die Außenminister der Niederlande und Deutschlands am Freitag, 24. Oktober 2014, ein Abkommen über die Nutzung und Verwaltung des Küstenmeeres und der Emsmündung unterzeichnet, aber keine genaue Grenzlinie gezogen.

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