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520.000 Euro werden investiert Haren legt Sonderprogramm für Radwege auf

Von Tobias Böckermann | 13.09.2017, 18:33 Uhr

Die Stadt Haren legt ein Sonderprogramm für Radwege auf – das ist eines der Ergebnisse der Sitzung des Stadtrates.

Die Sitzung hatte ganz im Zeichen mehrerer Anträge der beiden im Rat vertretenen Parteien gestanden. Dabei ging es auch um öffentliches WLAN und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Kein Antrag passierte unverändert die Abstimmung.

Die CDU hatte vorgeschlagen, die durch die Senkung der Kreisumlage frei werdenden Mittel, die nach Angaben von CDU-Fraktionschef Holger Cosse rund 520.000 Euro betragen, für die Radwege der Stadt zu verwenden. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt zu prüfen, welche städtischen Radwege instand gesetzt werden müssten. Außerdem solle ein Rundkurs um den Stadtkern herum geschaffen und die Möglichkeit zum Bau einer Radfahrbrücke im Zuge der DEK-Route an der sogenannten „ Blauen Donau “ in Raken geprüft werden.

SPD-Fraktionschef Heinz Pinkernell verwies darauf, dass seine Fraktion den Ausbau von Radwegen schon mehrfach erfolglos gefordert habe. Deshalb sei man nun froh, dass ein entsprechendes Programm aufgelegt werde. Allerdings schlug er vor, auch den Bau einer Brücke am Eurohafen zu prüfen, da der DEK-Radweg dort einen großen, nicht attraktiven Umweg nehme. Außerdem wolle die SPD nicht nur einen Rundweg um den Stadtkern, sondern die Dörfer mit einbeziehen. Diesem geänderten Antrag stimmte der Rat einstimmig zu.

Weniger Einigkeit herrschte bei der Beratung des SPD-Antrages auf Aufstellung einer Ladesäule für Elektro-Fahrzeuge im Stadtgebiet. Heinrich Schepers hatte den Antrag für die Sozialdemokraten eingebracht und damit begründet, dass der Elektromobilität eindeutig die Zukunft gehöre, die Stadt Haren aber trotz ihrer Erfolge bei der Herstellung regenerativer Energie noch keine Ladesäule besitze. „Haren ist ein weißer Fleck auf der Landkarte.“

Holger Cosse und die CDU waren dagegen der Meinung, dass der Bau einer Ladesäule keine kommunale Aufgabe, sondern die der Wirtschaft sei. „Wir bauen ja auch keine Benzintankstelle“, sagte er. Außerdem lägen die Kosten für eine Ladesäule bei 24.000 Euro für den Bau und 1000 Euro im Monat für laufende Kosten.

Vier Ladesäulen

Zudem habe man erfahren, dass das Unternehmen innogy drei Ladesäulen in Haren und eine in Emmeln errichten wolle und entsprechende Förderanträge gestellt habe. „Dem sollten wir nicht vorgreifen“.

Heinz Pinkernell nannte den Umstand bedauerlich, dass die CDU offensichtlich über Informationen verfüge, die die SPD nicht besitze. „Wenn diese aus der Verwaltung kamen, ist das eine Ungleichbehandlung“, sagte Pinkernell.

Letztlich entschieden sich die Ratsmitglieder für einen geänderten Antrag. Darin begrüßt die Stadt Haren die Absicht der Energieversorger, Ladesäulen aufzustellen. Als Standorte sollen zentrale Parkplätze in der Innenstadt und am Bahnhof bevorzugt. Sobald weiterer Bedarf erkennbar wird, soll es weitere Gespräche geben.

Ebenfalls verändert wurde der SPD-Antrag auf Bereitstellung kostenlosen WLANs an zentralen städtischen Standorten. Heinrich Schepers war sich sicher, dieses Angebot sei mittlerweile Standard in vielen Städten und auch in Haren notwendig.

Holger Cosse warf der SPD „Effekthascherei“ vor, da bekannt sei, dass in der Lange Straße und am „Alter Markt“ WLAN im Zuge der Sanierung WLAN eingerichtet werden solle. Die Notwendigkeit sei unbestritten, die Verwaltung solle aber zunächst die Kosten ermitteln, bevor sie Hotspots schaffe. In Abstimmung mit dem Landkreis, der gerade ein eigenes Programm begonnen habe, sie zu prüfen, welche Standorte zu realisieren seien. Erst dann solle die Verwaltung eine Liste weiterer Standorte erarbeiten. Diese Änderungen hat der Rat so beschlossen.