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01.10.2014, 15:30 Uhr KOMMENTAR

Landesraumordnungsprogramm: Bei Haren genau hinschauen

Ein Kommentar von Tobias Böckermann


Beschreibung: SV 21947 Harener Püntetage Luftaufnahme Referenz: eurohafen.jpgBeschreibung: SV 21947 Harener Püntetage Luftaufnahme Referenz: eurohafen.jpg

Haren. Die Stadt Haren ist in einer misslichen Lage: Die Wirtschaft boomt, und die Zahl der Einwohner steigt stetig – Haren erfüllt schon längst viele oder sogar fast alle Funktionen eines Mittelzentrums.

Aber vielleicht weil mit Meppen das nächste Mittelzentrum so nahe liegt, bleibt Haren dieser Titel bislang verwehrt. Und nun soll es sogar seine Teilfunktion eines Mittelzentrums im Bereich Logistik verlieren – angesichts der positiven Entwicklung ist das nicht nachzuvollziehen und wirkt ein wenig wie aus der Ferne am Schreibtisch entschieden. Und so mag es auch wohl gewesen sein.

Wer nun glaubt, die Bezeichnungen Grund- oder Mittelzentrum seien nur Titel, der irrt. An ihnen orientiert sich die Möglichkeit, von Förderprogrammen auf Landes- oder Bundesebene zu profitieren. Die wenigstens sind auf Grundzentren ausgelegt, weshalb Haren durchaus konkrete Nachteile erwachsen könnten.

Auch hat die Einstufung einer Kommune Auswirkungen auf die Ansiedelung von Betrieben. Das Land spricht über das Landesraumordnungsprogramm ein gewichtiges Wörtchen mit, wenn es darum geht, ob bestimmte Einzelhändler in die Stadt kommen dürfen oder nicht. Beispiele waren vor einiger Zeit der Textilist C&A oder die Umsiedelung des Dänischen Bettenlagers innerhalb der Stadt. In beiden Fällen spielte das Raumordnungsprogramm eine Rolle.

Dass Stadtrat und Verwaltung bei der Neufassung genau hinschauen, ist also nur konsequent.


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