Ein Hauch von Öl und Diesel Schaupflügen der Oldtimer-Freunde in Tinnen

Eine Vielzahl an alten Traktoren zogen Pflug, Egge oder Walze über den Acker. Foto: Matthias EngelkenEine Vielzahl an alten Traktoren zogen Pflug, Egge oder Walze über den Acker. Foto: Matthias Engelken

Haren. Wenn ein Gemisch aus Öl und Diesel in der Luft liegt, dröhnende Motoren sich ihren Weg bahnen und blank geputzte Pflüge, Eggen und Walzen von ebenso glänzenden Oldtimern gezogen werden, dann fühlen sich Traktorfans heimisch. So auch jetzt beim Schaupflügen der Oldtimer-Freunde in Tinnen.

Zum ersten Mal hatte der Club eingeladen, um sich und ihre Schätzchen zu präsentieren. „Bisher haben wir immer an den Treffen anderer Vereine teilgenommen, wollten aber auch einmal ein eigenes Treffen im kleinen Rahmen organisieren“, erläuterte der Vorsitzende der Oldtimer-Freunde Josef Pöttker. Deshalb hatten die Fans alter Traktoren bereits im Frühjahr angefangen, eine kleine Ackerfläche entsprechend herzurichten.

Clubmitglied Günter Rosen hatte die Fläche zur Verfügung gestellt, die sich als hervorragend geeignet zum Schaupflügen präsentierte. Nicht nur weil der sandige Ackerboden wie geschaffen für die historischen Traktoren war, nicht zu schwer und nicht zu leicht zu beackern, sondern weil die Fläche nahe am Ortsrand von Tinnen eine Vielzahl an Besuchern anzog. Und natürlich Oldtimertraktorenfreunde aus dem gesamten Umland. „Es ist immer wieder ein Genuss, die alten Maschinen in Aktion zu sehen“, begründete beispielsweise Dirk Wobken aus Rütenbrock, warum er gern an solchen Veranstaltungen teilnimmt. Der Austausch über Probleme bei der Restaurierung solcher Maschinen, aber auch die vielen Anekdoten, die Zeitzeugen zu den Maschinen zu erzählen wissen, sei es, was solche Treffen ausmachten. „Schön zu sehen ist es für uns, dass wir auch Jugendliche in unseren Reihen haben, die sich mit den Maschinen von einst befassen“, freut sich Pöttker über die Beteiligung auch aus der Jugend.

Zwar seien diese natürlich ebenso an den modernen Traktoren interessiert, doch ließen sie sich gern anhand der Oldtimer das grundlegende Motorenwissen aneignen. Denn in der grundlegenden Basis sind Maschinen gleich. Drei moderne Schlepper der Marke Fendt, John Deere und Deutz präsentierten beim Treffen die moderne Landwirtschaft und zeigten eindrucksvoll, wie sich in den vergangenen 60 Jahren auch in der Landwirtschaft die Technik wandelte. „Was wir hier mit unseren Oldtimern in drei Stunden beackern, schaffen die großen in einer Viertelstunde“, waren sich alle sicher. Im Gegensatz zu den modernen Traktoren, ausgerüstet mit GPS, iPad-Anschluss und Bordcomputer seien die historischen Ackergäule wesentlich weniger anfällig für Motorenausfälle. „Gibt es Probleme, so sind diese schnell reparabel, ohne einen Servicetechniker holen zu müssen“, sieht Pöttker zumindest in kleinen Teilen auch Vorteile bei den Oldtimern. Dass diese sich vor den großen heutigen nicht zu verstecken brauchen, beweisen sie zumindest auf dem Schaupflügen in Tinnen. Und in Sachen Motorenklang bleiben sie unübertroffen.