Jens Engelken unter Top 30 Wird ein Harener Landwirt des Jahres?

Von Tobias Böckermann


Haren. Landwirt zu sein, ist für den Harener Jens Engelken mehr als die Arbeit auf dem Feld und im Stall: Sein Bauernhof ist zu einem dynamischen Familienunternehmen geworden und aus dem Bauern Jens Engelken wurde ein Manager. Jetzt ist der 34-Jährige für die Wahl zum bundesweiten „Landwirt des Jahres“ nominiert worden.

Engelken hat es unter die besten 30 Bewerber des „CeresAward“ geschafft und fährt am 15. Oktober nach Berlin, wo im Beisein des Bundeslandwirtschaftsministers das Finale dieses Wettbewerbes stattfinden wird. Veranstalter ist das „dlz agrarmagazin“, das ein halbes Dutzend namhafter Paten gewinnen konnte, darunter den Deutschen Bauernverband oder den Bund der Deutschen Landjugend. Benannt ist der Preis nach Ceres, der römischen Göttin des Ackerbaus.

150 Bewerber hatten sich für zehn Kategorien beworben oder waren wie Engelken vorgeschlagen worden. Der Harener hat es auf die Shortlist für die Kategorie „Manager des Jahres“ geschafft. Wird er hier zum Sieger gekürt, tritt er danach gegen den Biolandwirt, den Milchviehhalter oder den Ackerbauer des Jahres um den Gesamtsieg und den Gesamttitel „Landwirt des Jahres“ an. Der Sieger erhält 10000 Euro für ein Projekt seiner Wahl.

Und Projekte hat der diplomierte Agraringenieur Engelken jede Menge zu bieten. Seit er 2006 den elterlichen Hof in Haren-Wesuwe übernahm, hat er ihn grundlegend umgestaltet – Bullenmast, Milchvieh und Kartoffelanbau reichten nicht aus, um zwei Familien zu ernähren.

Neue Ideen waren gefragt und Engelken baute einen Freiland-Legehennenstall mit 36000 Tieren, er investierte in eine inzwischen erweiterte 190kw-Biogasanlage, in der er die Gülle seiner 175 Bullen veredelt und er setzte auf Strom aus Sonnenergie. Neben 125 Hektar Ackerland mit hohem Maisanteil verfügt der Betrieb noch über 40 Hektar Grünland. Um Fruchtfolgen einzuhalten, tauscht er regelmäßig Land mit anderen Bauern.

„Wir haben die Möglichkeiten der Energiewende genutzt“, sagt der Landwirt. Und dass er sich selbst nicht als außergewöhnlichen Vertreter seiner Zunft, sondern eher als Prototyp des emsländischen Landwirts sehe: „Hier gab es eine enorme Aufbruchstimmung und viele Investitionen in die Zukunft“, sagt er.

Dass er nebenbei einen Teil der produzierten Eier in der „Wierescher Eierhütte“ verkauft und dabei auf die Ehrlichkeit der Kunden vertraut, scheint nur auf den ersten Blick der modernen Ausrichtung des Betriebes entgegenzustehen. Denn Tausende Eier gehen alleine hier an die Kunden und leisten ihren Teil zur Wirtschaftlichkeit des Bauernhofes.

Engelken setzt ganz gezielt nicht nur hier auf Nähe zu Verbrauchern und Nachbarn: „Mir ist ein gutes Miteinander von Landwirtschaft und Nichtlandwirtschaft wichtig“, sagt er. Dafür setzt er sich auch ehrenamtlich als CDU-Mitglied im Harener Stadtrat ein oder engagiert sich in der Interessenvertretung alternativer Hühnerhalter und als Prüfer für angehende Landwirtschaftsmeister.

Ob er es mit seinem Familienbetrieb zum „Manager des Jahres“ oder gar zum Landwirt des Jahres schafft, wird sich im Oktober zeigen. Die Jury hat den Engelken-Hof jedenfalls auf Herz und Nieren geprüft und im Vorfeld eine mehrstündige Foto- und Filmsession veranstaltet.