Zunehmende Abgas- und Lärmbelastung Interessengemeinschaft Emmeln fordert Entlastungsstraße

Von Ina Wemhöner


Haren. Die Interessengemeinschaft (IG) Emmeln kämpft seit mehr als drei Jahren für eine Ortsentlastungsstraße. Durch den Bau des Eurohafens mit seinen Betrieben war die Zahl der Fahrzeuge stark gestiegen. Nun hofft die IG Emmeln auf Gehör und Unterstützung bei der SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Johanne Modder.

„Der extreme Verkehrslärm auf der Bundesstraße 408 und die dadurch bedingte Feinstaubbelastung in der Stadt sind nicht mehr zu ertragen. Täglich rasen Tausende Pkw und Lkw durch die Tempo-30-Zonen, um zu den Firmen oder dem Hafen zu gelangen“, erzählte Vorstandsmitglied Rolf Wessels bei dem Gespräch mit der Landtagsabgeordneten.

„Die Zahl der Fahrzeuge steigt durch die Ansiedlungen am Eurohafen weiter an, aber die Stadt hat dennoch keine weiteren Planungen vorgenommen, trotz vieler Versprechungen“, sagte Ansgar Reiners. Die Planungen für eine Umgehungsstraße und die Verlegung der B 408 seien bereits in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden, jedoch sei bislang das Projekt von Seiten der Stadt nicht weiter vorangetrieben worden und somit sei auch eine Realisierung fraglich, sagte Rolf Wessels.

„Als man damals den Eurohafen baute, hat man anscheinend die zunehmende Verkehrs-Belastung der
B 408 völlig unterschätzt. In anderen Orten hat das mit einer Ortsentlastungsstraße auch geklappt, beispielsweise in Haselünne, Sögel oder Aschendorf. Wir bekommen hier nicht mal einen Blitzer an die Straße gestellt“, berichtete Rolf Wessels der SPD-Politikerin.

Die Planung einer möglichen Trasse für eine Umgehungsstraße würde vom Bund durchgeführt, sagte Ansgar Reiners. Jedoch seien weder die Stadt noch der Landkreis dabei involviert. So gebe es auch keinerlei Austausch der Behörde mit der Stadt bezügliche der freizuhaltenden Grundstücke.

Jedoch sei aus Sicht des Vorstandes der Interessengemeinschaft die geplante Umgehungsstraße auch nicht sonderlich förderlich für die Verkehrsentlastung. Die Umgehungsstraße würde demnach vor dem Bekleidungsdepot der Bundeswehr und der Firma Enercon
verlaufen. Die Interessengemeinschaft fordere jedoch eine Verlegung hinter der
Firma Enercon durch das Gewerbegebiet, um so die Abgas- sowie Lärmbelastung von der Stadt fernzuhalten.

„Wir versinken hier im Verkehr und uns fehlt einfach der Stadtkern. Emmeln ist nur noch ein Durchfahrtsort geworden“, erzählte Marion Schomaker-Wessels vom Vorstand.

Johanne Modder machte sich selbst ein Bild von der Verkehrssituation, indem sie mit dem Vorstand eine Radtour unternahm. „Ich kann nichts versprechen, aber viel versuchen. Ich werde mit Verkehrsexperten sprechen und auch das Gespräch mit Bürgermeister Markus Honnigfort suchen“, versprach Modder.