Heiratsantrag im Filmset Haren The last picture: Vorletzter Drehtag mit Knalleffekt

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Haren. Es gibt Momente, in denen wird auch Hollywood unwichtig: Zwölf Tage hat das Team von „The last picture“ Haren in eine Filmstadt verwandelt und in der Nacht zum Freitag ein großes Konzert der Hauptfigur Ambrosius Gant inszeniert. Aber den bewegendsten Moment lieferte Regisseur Willem-Jan van Egmond: Er machte seiner Freundin Heleen Emck in der Filmkulisse einen Heiratsantrag.

Der Garten der Firma Knoll in Haren-Erika lieferte die Kulisse für das große Finale des Films: Hauptfigur Ambrosius Gant, gealterter Starpianist, gibt ein Konzert im großen Bellevue Park. Eine laue Sommernacht hatten sich die Drehbuchautoren Franz Schepers und Willem-Jan van Egmond vorgenommen und auf eine ebensolche gehofft. Bekommen haben sie 13 Grad Celsius – aber immerhin keinen Regen.

Beleuchter Tobias Bechtloff und Kameramann Sebastian Bock mussten wieder zur Höchstform auflaufen: „Wir haben alles im Einsatz, was laufen kann“, sagte der Harener Michael Hinze, der im Beleuchterteam mitarbeitet.

Franz Schepers ist derweil ein wenig müde, aber sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit zwischen Filmprofis und Laien hat bestens funktioniert. Wir waren ein tolles Team und die Ergebnissesind mindestens so gut, wie wir uns das erhofft haben. Die Bilder sind wunderschön, voller Gefühl und Emotion.“

Und dass der Schotte David Gant eigentlich die Hauptfigur des Abends war, geriet dann angesichts echter Emotionen einen kurzen Augenblick in Vergessenheit: Willem-Jan van Egmond nutzte den Abend, die Filmkulisse und ein Ständchen von David Gant auf dem Piano für einen – garantiert nicht gespielten – Heiratsantrag. Seine Freundin Heleen Emck hatte an diesem Tag Geburtstag und sollte mit einer Torte überrascht werden. Als Willem dann einen Verlobungsring aus der Tasche zog, auf die Knie ging und fragte, ob sie ihn heiraten wolle, sagte sie überwältigt ja. Der Applaus des Publikums war ihnen gewiss.

Später waren die rund 50 im 80er-Jahre-Stil gekleideten Harener Statisten dann noch einmal gefragt, und zwar als Zuhörer, die aufmerksam verfolgen, wie David alias Ambrosius Gant nach vielen Jahren des musikalischen Schweigens wieder ein Konzert gibt. Aufgabe des Publikums: Applaudieren, dezent jubeln und dann langsam von der ersten bis zur letzten Reihe in stehende Ovationen übergehen.

Das war natürlich kein Problem, musste allerdings mehrfach wiederholt werden, da die Szene aus verschienen Kamerapositionen gefilmt werden sollte. Aufnahmeleiter Martijn Zohlandt hatte die Statisten vorbereitet: „Es kann ein wenig dauern, bis wir fertig sind. Wichtig ist, dass Sie nicht die Plätze tauschen, da das zu Verwirrungen führt.“

Am Freitag folgte dann der vorerst letzte Dreh. Vorerst, weil im Oktober noch ein Erzähler unter einer Eiche sitzend aufgenommen werden soll. „Wir sind guter Dinge, dass wir das alles hinbekommen“, sagt Franz Schepers.

Eine kleine Sorge haben er und sein Team aber noch: Obwohl die Schauspieler, Statisten und Helfer ehrenamtlich mitgemacht haben und niemand mit dem Film Geld verdienen will, sind natürlich Kosten angefallen. „Vor allem die Ausrüstung auf höchstem Niveau ist teuer“, sagt Schepers.

Und da beim Crowd-Funding, also dem Spendensammeln über das Internet, die Mindestsumme nicht zustande kam, erhalten alle Spender ihr Geld zurück. „Uns fehlen für die Fertigstellung von „ The Last picture “ jetzt noch ein paar Tausend Euro“, sagt Schepers und hofft weitere Geldgeber. In einem Jahr soll der Film dann fertig sein.


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