Neues Zuhause für Mäusegruppe Stadt Haren weiht fünfte Kinderkrippe ein

Von Olga Zudilin

Genug Platz zum Spielen, Toben und Ausruhen: Die Kinderkrippe an der Kindertagesstätte St. Johannes wurde offiziell eingeweiht und eingesegnet. Foto: Olga ZudilinGenug Platz zum Spielen, Toben und Ausruhen: Die Kinderkrippe an der Kindertagesstätte St. Johannes wurde offiziell eingeweiht und eingesegnet. Foto: Olga Zudilin

Haren. Dort, wo normalerweise kleine Kinderfüße über Matten springen und laufen und der Raum von Kinderlachen ertönt, saßen am Freitag die Vertreter der Stadt Haren, des Landkreises Emsland und andere geladene Gäste zusammen. In der Turnhalle der Kindertagesstätte St. Johannes in Haren-Rütenbrock eröffnete und segnete die katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit den Besuchern die neue Krippe an der Kindertagesstätte.

„Für die Stadt Haren ist das bereits die fünfte Kinderkrippe“, sagte Harens Bürgermeister Markus Honnigfort bei der Einweihung. Zwei weitere Krippen seien zusätzlich noch in der Realisierung. Damit liege die Stadt bei der Kinderbetreuung mit 42 Prozent bei einer guten Quote, die in den kommenden Jahren noch angehoben werden soll. Martin Gerenkamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland hob bei seiner Rede vor allem den Wandel in der Gesellschaft hervor. „Immer mehr Menschen möchten Karriere und Familie in Einklang bringen.“ Außerdem sei das Angebot für Kinderbetreuung wichtig, damit der Landkreis auch als Wohnort attraktiv bleibe. Im Landkreis liege die Quote bei Kinderbetreuung ebenfalls bei 42 Prozent, sagte Gerenkamp.

Mit der neuen Krippe hat Haren nun 15 neue Plätze für Kinder zwischen einem und drei Jahren geschaffen. Drei Erzieherinnen und eine Tagesmutter kümmern sich seit dem 1. August von 7.30 bis 15 Uhr um die Kleinen. „Da zurzeit 13 Plätze belegt sind, können wir zwei weitere Kinder aufnehmen“, berichtete die neue Kindergartenleiterin, Andrea Schmidtmeier. Der Kindergarten, den 1960 die katholische Kirchengemeinde Rütenbrock errichtet hatte, wurde bereits zweimal vergrößert und umgebaut. So erfolgten schon im Jahr 1984 aufgrund der steigenden Kinderzahlen ein Umbau und eine Erweiterung der Einrichtung. 16 Jahre später wurde der Kindergarten erneut um 170 Quadratmeter erweitert. Die aktuelle Vergrößerung des Kindergartens, die pünktlich nach sechs Monaten Bauarbeiten zum August fertiggestellt wurde, erfolgte nun an der östlichen Seite des Gebäudes.

„Obwohl die Geburtenraten schon seit Jahren sinken, wird die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen immer größer“, sagte Gerenkamp. Heutzutage wollten viele Eltern nach der Geburt des Kindes schnell wieder ins Berufsleben einsteigen und bräuchten deswegen eine gute und zeitintensive Betreuung für ihren Nachwuchs, sagte der Erste Kreisrat.

Mit ihren 180 Quadratmetern bietet der neue Krippenanbau genügend Platz für die sogenannte Mäusegruppe. Dazu stehen den Kindern ein Gruppenraum, ein Schlafbereich, ein Waschraum und ein Intensivbereich zur Verfügung.

Wohlfühlklima schaffen

Zusätzlich wurde eine Küche mit Mensa eingerichtet, in der für alle Kindergartenkinder ein Mittagessen angeboten werden kann. Der neue Spielplatz sorgt für noch mehr Platz zum Toben. Insgesamt ist der Kindergarten mit der Krippe nun rund 655 Quadratmeter groß. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen beliefen sich auf 395000 Euro, von denen der Landkreis Emsland 112000 Euro, die Stadt Haren 85000 Euro und das Bistum Osnabrück 55000 Euro zur Verfügung gestellt haben. Außerdem wurden rund 143000 Euro Landes- und Bundesmittel eingesetzt.

„Bei der Bauausführung wurde meinerseits großen Wert auf die Raumakustik und den Wärmeschutz gelegt“, sagte der Planer der Baumaßnahme, Wilhelm Over. Auch mithilfe der hellen Raumgestaltung und einer großzügigen Verglasung sollte ein Wohlfühlklima für Kinder und die Erzieherinnen geschaffen werden. Auch von außen sollte die neue Krippe gut aussehen. Deswegen wurde der Krippenanbau mit seiner Dachform dem Altbau angepasst und die Klinkerfassade durch helle Putzflächen und Holzstrukturen unterbrochen.