Ein Rotorblatt pro Tag AERO Ems in Haren mit 600 Beschäftigten

Auf dem Betriebsgelände der Aero Ems GmbH begrüßten MIT-Kreisvorsitzender Günter Reisner (3.v.r.) und der kaufmännische Leiter Horst Hoopmann (rechts) die Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. Foto: MammesAuf dem Betriebsgelände der Aero Ems GmbH begrüßten MIT-Kreisvorsitzender Günter Reisner (3.v.r.) und der kaufmännische Leiter Horst Hoopmann (rechts) die Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung. Foto: Mammes

Haren. Im Durchschnitt verlässt jeden Tag ein Rotorblatt das Betriebsgelände der Firma Aero Ems im Eurohafen in Haren. Das hat der kaufmännische Leiter Horst Hoopmann am Freitag rund 50 Mitgliedern der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung erläutert.

Hoopmann ergänzte, dass wochentags im Dreischichtbetrieb des Tochterunternehmens der Firma Enercon gefertigt wird. „Wir starteten hier Anfang 2012 mit 35 Arbeitskräften“, sagte der Kaufmännische Leiter. Heute arbeiten im Werk bereits 600 Beschäftigte. „Davon sind 80 Prozent unsere eigenen Leute und 20 Prozent kommen über Zeitarbeitsfirmen zu uns.“ Der Bedarf an Rotorblättern sei zurzeit „sehr groß“.

85 Prozent der Belegschaft seien Deutsche. Es seien aber auch Polen, Tschechen und einige Niederländer bei Aero Ems angestellt. Hinzu kommen 30 Portugiesen, „die im Emsland seit März hier arbeiten“. Viele lebten mit ihren Familien hier.

Im Rotorblattwerk in Haren würden ausschließlich die 50 Meter langen Rotorblätter für den Windkrafttyp 101 produziert. „101 steht für den Durchmesser der drei Rotoren“, ergänzte er. Die Leistung der Mühle beträgt 3050 Kilowatt.

In Haren wird ein Rotorblatt in der 280 Meter langen, 95 Meter breiten und 17 Meter hohen Halle binnen einer Woche zusammengesetzt. Ein Rotorblatt besteht zu 75 Prozent aus Glasfaser verstärkten Kunststoffen (GFK), diese werden, ähnlich wie in einer Textschneiderei, im ersten Arbeitsschritt in bis zu 1000 unterschiedliche Schnittmuster zerteilt.

Währenddessen produzieren andere Kollegen die Holme und Stege. Die Druck- und Saugseite des Rotorblattes wird dann im „Herzstück des Werkes zusammengeführt. Danach folgen diverse Bohr- und Frästätigkeiten. Schließlich muss das Rotorblatt einmal in einer Nabenhöhe von bis zu 149 Metern eine feste Verbindung zur Gondel der Windenergieanlage besitzen, zumal jedes Rotorblatt ein Gesamtgewicht von 22 Tonnen aufweist.

Der letzte Arbeitsschritt im Harener Werk ist dann die Lackierkabine. „Sie ist mit 70 Metern auch für noch größere Rotorblätter ausgerichtet“, sagt Hoopmann.

Anschließend werden die Rotorblätter überwiegend über die Straße abtransportiert. „Rund 60 Prozent sind für den Export bestimmt“, ergänzt er. Enercon verfüge in Deutschland über einen Marktanteil von 60 Prozent und sei weltweit die „Nummer drei oder vier“.


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